Entlassungen bei Epic Games: Entwickler mit unheilbarem Hirntumor verliert Lebensversicherung

Entlassungen sind in der Spielebranche inzwischen keine Ausnahme mehr, doch ein Fall aus der jüngsten Kündigungswelle bei Epic Games sorgt derzeit für besonders viel Aufsehen. Das Unternehmen hinter Fortnite strich kürzlich 1.000 Stellen, nachdem es erklärt hatte, dass ein deutlicher Rückgang des Spielerengagements im Jahr 2025 dazu geführt habe, dass die Ausgaben die Einnahmen überstiegen.
CEO Tim Sweeney bezeichnete die Entlassungen als notwendigen Schritt, um das Unternehmen am Leben zu halten. Den betroffenen Mitarbeitern wurden vier Monatsgehälter als Abfindung, eine sechsmonatige Weiterführung der Krankenversicherung in den USA sowie Aktienleistungen zugesagt. Zahlreiche ehemalige Angestellte haben ihre Geschichten inzwischen online geteilt, doch eine Familie sieht sich mit einer besonders erschütternden Situation konfrontiert.
Epic Games entlässt langjährigen Programmierer mit unheilbarem Hirntumor
Michael Prinke war fast sieben Jahre lang als Programmierer und technischer Redakteur bei Epic Games tätig. Er gehörte zu den Mitarbeitern, von denen sich das Unternehmen trennte. Kürzlich schilderte seine Frau Jenni Griffin auf Facebook in eindringlichen Worten, wie sich die Entlassung auf seine Überlebenschancen auswirkt, da er gegen unheilbaren Hirnkrebs kämpft.
Michael Prinke war fest bei Epic Games angestellt und verfügte über eine vom Unternehmen finanzierte Lebensversicherung, die seiner Familie angesichts seines sich verschlechternden Gesundheitszustands zumindest ein gewisses Maß an Sicherheit bot.
Mit der Entlassung endete jedoch auch sein Lebensversicherungsschutz mit sofortiger Wirkung. Da seine Krebserkrankung als Vorerkrankung gilt, erklärte seine Frau mit großer Bestürzung, dass er nun nirgendwo sonst eine Lebensversicherung abschließen könne. Sie sagte:
„Jetzt, da ich mich der Realität stellen muss, meinen Mann zu verlieren … muss ich mich auch damit auseinandersetzen, welche Art von Beerdigung ich mir leisten kann, wie ich weiterhin ein Dach über dem Kopf behalten soll, wie ich unseren Sohn schützen und das Leben aufrechterhalten kann, das wir gemeinsam aufgebaut haben. Was wird aus unseren Hunden?“
Als Beleg veröffentlichte sie außerdem ein Bild einer MRT-Aufnahme des Gehirns, auf der ein aggressiver Tumor im Frontallappen zu sehen ist, und wandte sich mit der Bitte um Unterstützung an die Führungsebene von Epic Games, die die maßgeblichen Entscheidungen zu den Entlassungen getroffen hatte.
Sie fuhr fort: „Mike ist nicht nur eine Zahl. Er ist ein Vater, ein Ehemann und ein zutiefst geliebter Mensch. Uns läuft die Zeit davon, und ich versuche alles, um meine Familie zu schützen, solange er noch bei uns ist.“
Auch wenn Michael Prinkes Krankenversicherung in den kommenden sechs Monaten weiterläuft, bedeutet der fehlende Lebensversicherungsschutz für seine Familie ausgerechnet in dieser ohnehin furchtbaren Situation zusätzliche Unsicherheit. Derzeit versucht die Familie, die verbleibende Zeit mit ihm so gut wie möglich zu nutzen. Seine Frau hofft, dass Epic Games eingreift und eine Lösung anbietet, sobald dem Unternehmen alle Umstände bekannt sind.
Sie sagte: „Wenn die Person, die diese Entscheidung getroffen hat, die vollen menschlichen Folgen verstanden hätte, hätte sie ein solches Ergebnis nicht gewollt.“
Der Beitrag wurde inzwischen aktualisiert: Nach Angaben von Jenni Griffin hat sich mittlerweile jemand von Epic Games bei ihr gemeldet, um die Situation zu besprechen.
Update (29. März): „Wir stehen inzwischen mit den richtigen Ansprechpartnern in Kontakt. Ein weiteres Update wird bald folgen, voraussichtlich bis Dienstag. Vielen Dank.“













