Studie zeigt Zusammenhang zwischen intensiver ChatGPT-Nutzung, Selbstzweifeln und sozialer Isolation

Eine neue Studie zur ChatGPT-Abhängigkeit, veröffentlicht in der Fachzeitschrift Applied Cognitive Psychology, liefert erste Hinweise darauf, wie sich die intensive Nutzung von KI-Tools auf die Denk- und Lerngewohnheiten sowie das soziale Verhalten junger Menschen auswirken könnte. Die Forscherin Zeineb Farhat vom ISC Paris befragte dafür 45 tägliche ChatGPT-Nutzer im Alter von 18 bis 25 Jahren in Frankreich zu den Auswirkungen des Tools auf ihr Lernen, ihre Arbeit und ihr emotionales Wohlbefinden. Die Ergebnisse deuten auf ein Phänomen hin, das als kognitives Auslagern bezeichnet wird. Dabei verlassen sich Menschen zunehmend auf externe Hilfsmittel, anstatt Informationen selbst zu verarbeiten und im Gedächtnis zu behalten.
Viele Teilnehmer berichteten, dass ihr eigenständiges Denken nachgelassen habe, seit sie sich an die sofort verfügbaren Antworten von ChatGPT gewöhnt hätten. Sie beschrieben unter anderem eine kürzere Aufmerksamkeitsspanne, ein schlechteres Erinnerungsvermögen und eine zunehmende Unsicherheit bei alltäglichen Entscheidungen. Einige Teilnehmer gaben sogar an, sich verzweifelt zu fühlen, wenn die Plattform vorübergehend nicht verfügbar war. Zudem zeigte die Untersuchung, dass intensive Nutzer Gespräche mit dem Chatbot teilweise gegenüber dem Austausch mit Freunden, Lehrern oder Kollegen bevorzugten, was in einigen Fällen mit einem stärkeren Gefühl sozialer Isolation verbunden war.
Allerdings zeigte die Studie auch positive Aspekte. Teilnehmer, die ChatGPT gezielt und eher als Brainstorming-Partner statt als Ersatz für ihr eigenes logisches Denken einsetzten, berichteten von größerem Selbstvertrauen und gesteigerter Kreativität. Aufgrund der kleinen Stichprobe, der Beschränkung auf Frankreich und der spezifischen Altersgruppe lassen sich die Ergebnisse jedoch nicht ohne Weiteres verallgemeinern. Die Autoren betonen daher die Notwendigkeit größerer und langfristiger Studien, um die Auswirkungen einer intensiven ChatGPT-Nutzung genauer zu untersuchen.











