T-Travel: Interessantes Reise-eSIM-Angebot der Telekom

Die Deutsche Telekom hat mit T-Travel ein eigenes Reise-eSIM-Angebot über eine kroatische Tochter auf den Markt gebracht. Laut der Presseaussendung der Deutschen Telekom werden mehr als 200 Destinationen angeboten. Es sind demzufolge nicht nur Länder, die etwa von den Vereinten Nationen offiziell anerkannt sind. Die Anzahl der tatsächlich auf der Erde vorhandenen Länder ist Ansichtssache und mit Destinationen umgeht man das Problem ganz gut.
Der Vorgang an sich ist durchaus bemerkenswert, ist die Telekom doch nicht unbedingt für günstiges Roaming im Ausland bekannt. Doch der Konzern verspürt natürlich Druck. Dementsprechend hat das Unternehmen in letzter Zeit auch Auslandsvolumen in seinen Verträgen eingeführt. Doch das ist meist begrenzt und reicht heutzutage nicht mehr für einen mehrwöchigen Urlaub. Reise-eSIM-Anbieter wie Airalo, Holafly oder Yesim drängen sich den Kunden auf. Mitunter gibt es Kooperationen mit Fluggesellschaften oder Flughäfen, die dann über ihre Apps Angebote unterbreiten.
Banken wie Revolut oder N26 haben ebenfalls erkannt, dass man mit Reisenden Geld verdienen kann, indem man entsprechende Angebote macht oder gar Volumen in den Bankgebühren inkludiert. Das ist allemal einfacher, als im Ausland eine SIM-Karte zu besorgen, auch wenn es in manchen Ländern mit eSIM-Angeboten Probleme gibt. Aber das ist die Ausnahme.
Das Angebot der eSIM-Tarife wächst, wie sich auf dem letzten MWC zeigte.
Mit T-Travel will die Telekom nun offensichtlich einen Stück des Kuchens zurückgewinnen oder zumindest halten – und das international. Angeboten werden die Tarife von der kroatischen Hrvatski Telekom d.d., die Teil der Telekom-Gruppe ist. Die Tarifstruktur ist dabei schön einfach aufgebaut.
Man sucht das Land oder die Destination aus, wählt zwischen 1 und 30 Tagen Dauer aus und bekommt dann verschiedene passende Tarife angeboten: Lite, Standard, Max und die Flatrate Unlimited. Wir haben uns das bei einigen beliebten aber auch besonderen Destinationen angeschaut.
In Japan beispielsweise gibt es beispielsweise bei 10 Tagen 4,5 GByte im Lite-Tarif für 7,60 Euro. Wer sparsam ist, sollte damit auskommen. Gegebenfalls sollte man datenfressende Apps im Betriebssystem für Datennutzung sperren. Dazu gehören etwa Social-Media-Apps aber auch Such-Apps. Bing braucht etwa für einen einzigen Start mitunter 50 MByte Datenvolumen.
Der Standardtarif für 14,40 Euro bietet hingegen gleich 13,25 GByte für die Japan-Reise. Max liegt bei 25,15 Euro für 25,75 GByte. Man erkennt ganz gut, dass es einen Mengenrabatt gibt. Die Flatrate kostet etwas mehr als 34 Euro.
Regionspässe sind seltsam aufgebaut
Es gibt auch Regionspässe. Japan kann beispielsweise zusammen mit Südkorea und Taiwan (Republic of China) gebucht werden. Die drei Länder sind sehr gut miteinander vernetzt, sei es über die Luft oder mitunter auch über den Seeweg. So ein Angebot hat den Vorteil, dass die aktive eSIM beim Grenzübergang nicht gewechselt werden muss. Der Regionspass kostet übrigens genauso wie Japan als Einzeltarif. Südkorea ist hingegen manchmal leicht günstiger und manchmal leicht teurer. Die Preisdifferenz über zehn Tage liegt bei maximal 1,80 Euro, ist also vernachlässigbar. Und Taiwan ist vor allem im Lite-Tarif etwas über einen Euro teurer.
Taiwan lässt sich zudem mit den Sonderverwaltungszonen Hong Kong und Macao sowie der Volksrepublik China kombinieren. Das gibt es aber nur im Lite-Tarif für 8,60 Euro (4 GByte). Hier sieht man auch, dass T-Travel mitunter das Volumen leicht anpasst. Lite unterscheidet sich von Destination zu Destination.
Einen Asien-Pass gibt es auch. Der beinhaltet 20 Länder. Im Westen etwa Armenien oder den Irak und im Osten Südkorea und Japan. Hier kosten 4 GByte für zehn Tage im Lite-Tarif 14,20 Euro. Das ist schon recht teuer, kommt aber auf das Ziel an und vor allem, ob man grenzübergreifend reisen will.
Russland ist übrigens nicht im Asien-Pass. Das Land wird aber im Europa-Pass angeboten und schließlich gibt es noch den Global-Pass für 93 Länder. Hier gibt es wieder alle vier Tarife, die von rund 10 bis rund 40 Euro für zehn Tage reichen, was überraschend günstig ist.
Die USA sind günstig
Ein weiteres beliebtes Reiseziel sind die USA. Die sind aktuell recht günstig zu haben. Lite und Standard mit 4 respektive 13,25 GByte sind für rund 4,50 beziehungsweise 8 Euro zu haben. Max kostet mit 25,75 GByte 11,85 Euro und die Flatrate gibt es für 15,65 Euro. Das ist aktuell ein Aktionstarif der sehr günstig ist.
Die USA lassen sich unter anderem mit Kanada oder Nordamerika (mit Mexiko) kombinieren. Dann gelten aber die regulären Preise, die grob beim Doppelten liegen.
Die Schweiz und weitere Länder außerhalb des EU-Roamings in Europa
Die Schweiz ist für manche deutsche Verträge eine unangenehme Falle. Vor allem weil das Netz der Eidgenossen sehr stark ist. Wer auf der deutschen Seite des Bodensees ist, kann die schweizer Antennen gut empfangen und bekommt mitunter einen Kostenschock. Da bietet sich dann schnell das Abschalten von Roaming an und bedarfsweise eine eSIM für die Schweiz. Die Preise für zehn Tage bei ähnlichem Kontingent: Rund 3 bis 17 Euro als Aktionstarif. Das ist derzeit gut, wenn die Aktion endet, ist es Mittelmaß. Natürlich lohnt sich das nicht für Tarife, die die Schweiz wie EU-Roaming behandeln. Dazu gehört etwa die Telekom in vielen Verträgen aber auch der günstige eSIM-Anbieter Spusu aus Österreich, der in Deutschland typische Heimtarife anbietet.
Solche Sonderfälle können aber auch bei T-Travel ins Geld gehen. Der kleine Staat Monaco kostet etwa für ein halbes GByte über 16 Euro, die man binnen 24 Stunden nutzen muss. Es gibt nur einen 1-Tages-SIM. Solche Preise entstehen, weil Monaco in einer guten Verhandlungsposition als Mini-Land ist. Nur wenige Verträge haben in diesem Land gute Konditionen, darunter einige französische SIM-Karten.
Andorra fehlt bei T-Travel übrigens komplett. Auch das Land ist in der Regel sehr teuer im Roaming und bei Reise-eSIMs. Über 200 Destinationen sind dementsprechend auch keine Garantie, dass wirklich jedes von der UN anerkannte Land einen Tarif bei T-Travel hat.
T-Travel ist einen Blick wert
Die Beispiele zeigen: T-Travel ist durchaus einen Blick wert. Aber wie so oft muss man sich die Destinationen sehr genau anschauen. In der Regel ist mal der eine und mal der andere Anbieter günstig.
Wie schnell das Angebot ist und welche Roaming-Partner gelten, sagt T-Travel übrigens nicht. Da ist die Konkurrenz weiter. Für Vielreisende sind das wichtige Daten, denn der Preferred Roaming Partner kann auch mal eine schlechte Wahl sein. Auch wann, ob und wie eine Flatrate im Sinne von Fair Use gedrosselt wird, bleibt unklar.
Was ohnehin für die Reise-eSIM-Tarife allgemein gilt ist die Einfachheit. Reine Datentarife brauchen keinen Ausweis. Echte SIM-Karten brauchen hingegen aus Gründen der Terrorabwehr oft eine Vorlage eines Ausweises. Dazu gehört auch Deutschland. Wer sich dafür interessiert: Wir haben 2024 bei der Bundesregierung nachgefragt und die Ausweispflicht für SIM-Karten detailliert betrachtet. Die eSIM-Tarife bleiben einfach verfügbar. Für Anwender ist das gut. Denn eSIM-Tarife sind manchmal sogar im Inland eine gute Alternative, um mal schnell einen Datentarif abzuschließen.
Aktuell lockt die Telekom außerdem mit einem Startrabatt. Laut der Homepage werden die eSIM-Tarife auf 50 Prozent reduziert. Das gilt aber nur für Tarife bis einschließlich zehn Tagen und manchmal nur für die Tarifstufen Lite und Standard und auch nur für 50 "Top-Destinationen". Die USA sind dabei, Japan aber nicht.
Quelle(n)
Telekom / Eigene Recherchen





