Google lässt Gemini ans Telefon: KI übernimmt Anrufe für Fragen oder Reservierungen

Gemini konnte bislang zwar Anrufe starten, Gespräche mussten Nutzer allerdings selbst übernehmen. Mit der neuen Funktion „Call for me“ soll der KI-Assistent nun auch das übernehmen. Google hat den schrittweisen Start am 24. November 2026 im Rahmen eines Beitrags in der offiziellen Pixel-Community angekündigt. Die neue Funktion sollte nicht mit Googles bisherigem „Agentic Calling“ verwechselt werden. Darüber kann Google bereits seit 2025 Geschäfte anrufen. Das funktioniert bislang allerdings nur für bestimmte Anfragen über die Google-Suche oder den AI Mode, etwa zur Produktverfügbarkeit, nicht für frei formulierte Telefonaufträge direkt in der Gemini-App.
Mit der Call-for-me-Funktion soll Gemini unter anderem Produktverfügbarkeit erfragen, Kostenvoranschläge einholen, Reservierungen vornehmen, Telefonmenüs durchlaufen und in Warteschleifen warten können. Diese Beispiele nennt Google auf der offiziellen Hilfeseite. Grundsätzlich scheint die neue KI-Anruffunktion aber für jegliche Telefonate nutzbar zu sein, die nicht auf der Liste der ausgeschlossenen Anrufarten stehen. So darf Gemini etwa keine Notrufe oder Werbeanrufe tätigen sowie keine Zahlungen abschließen. Ebenso dürfen keine Kreditkartennummern, Passwörter oder Gesundheitsdaten weitergegeben werden.
Gemini kündigt sich als KI an und zeichnet das Gespräch auf
Vor dem Anruf zeigt die App an, welche Nummer gewählt wird und welche Informationen Gemini im Gespräch weitergeben oder erfragen soll. Sobald Nutzer das bestätigen, greift Gemini zum virtuellen Hörer. Zu Gesprächsbeginn stellt sich Gemini gegenüber der angerufenen Person als KI-Assistent ihres Nutzers vor und weist darauf hin, dass das Telefonat aufgezeichnet wird. Nutzer können das Gespräch über ein Live-Transkript verfolgen oder mithören. Dabei soll jederzeit die Möglichkeit bestehen, das Telefonat selbst zu übernehmen.
Nach dem Telefonat liefert Gemini eine Zusammenfassung, wobei Transkript und Aufnahme in der Telefon-App abrufbar sein sollen. Laut Google werden die Transkripte auf eigenen Servern gespeichert, die Audioaufnahmen dagegen nur auf dem Gerät. Beide sollen nicht zum Training der KI-Modelle verwendet werden. Fraglich bleibt, wie die Angerufenen auf solche Gespräche reagieren. Gerade zu Beginn könnten Unternehmen ein Telefonat mit einer KI ablehnen oder darum bitten, direkt mit dem Nutzer zu sprechen.
Start auf Pixel 11 – zunächst nur in den USA
Google rollt „Call for me“ als frühe Vorschau schrittweise aus. Erforderlich sind ein Pixel 11 (derzeit 852 Euro auf Amazon) mit US-SIM, ein Google-AI-Abo, die öffentliche Beta der Telefon-App und Englisch als Gerätesprache. Nutzer müssen mindestens 18 Jahre alt sein und sich in den USA befinden. Gemini kann derzeit ausschließlich US-Nummern anrufen. Google nennt zudem ein tägliches Anruflimit, gibt aber keine konkrete Höhe an. Wann und ob die Funktion auch in andere Länder kommt, ist bislang unbekannt.













