Tesla FSD: Beschwerde wegen Irreführung in Südkorea

In Südkorea fordert die Verbraucherschutzorganisation Citizens United for Consumer Sovereignty behördliche Schritte gegen Tesla. Eine offizielle Beschwerde bei der Kartellbehörde KFTC wirft dem US-Automobilhersteller unlautere Vermarktung des Assistenzsystems vor.
Die Fakten im Überblick:
- FSD kostet in Südkorea rund 9,04 Millionen Won (etwa 6.000 Euro) als Einmalkauf
- Software funktioniert laut Angaben nur auf rund 20 Prozent der Flotte
- Ursache ist fehlende Hardware-Kompatibilität bei Modellen aus Shanghai
Funktionsweise des FSD-Systems
Das Assistenzsystem Full Self-Driving (Supervised) ist darauf ausgelegt, komplexe Fahraufgaben wie Navigation, Lenken, Spurwechsel und Einparken zu übernehmen. Die Software basiert auf kamerabasierter Bildverarbeitung und neuronalen Netzen, setzt jedoch permanent eine aktive Überwachung durch den Fahrer voraus. Da Tesla das System global vertreibt, erfordert die Nutzung je nach Region spezifische Hardware-Konfigurationen und offizielle Zulassungen der lokalen Behörden.
Inkompatibilität bei Importmodellen
Der Konflikt betrifft das Missverhältnis zwischen verkauften Software-Lizenzen und der tatsächlichen Hardware-Unterstützung. Laut Aussagen der Tesla-Geschäftsführung vor dem Parlament läuft das System im Land ausschließlich auf Fahrzeugen aus US-Produktion. Seit dem Jahr 2023 stammten jedoch über 170.000 ausgelieferte Fahrzeuge aus dem Werk in Shanghai. Bei Modellen des Jahrgangs 2025 waren rund 99 Prozent der Neuzulassungen nicht mit den geforderten Funktionen kompatibel. Dennoch bewarb der Hersteller das Paket weiterhin als voll funktionsfähig. Die Verbraucherschützer fordern von der Wettbewerbsbehörde ein striktes Werbeverbot für inkompatible Fahrzeugtypen, administrative Bußgelder sowie die Einleitung strafrechtlicher Ermittlungen.
Quelle(n)
Reuters, Electrek.co, Tesla Finance Biggo Bildquelle: Tesla





