Tesla rüstet HW3-Fahrzeuge für Robotaxi-Betrieb mit AI4-Computer und Kameras nach

Elon Musk nutzte die Quartalskonferenz zum ersten Quartal 2026, um schließlich zuzugeben, dass die Hardware 3 (HW3) niemals in der Lage sein wird, Full Self-Driving (FSD) vollautonom („unsupervised“) auszuführen. Es liegt nicht an der Rechenleistung an sich, sondern offenbar an der ganz nüchternen Begrenzung der Speicherbandbreite – ein technisches Hindernis, das kein Over-the-Air-Update jemals aus der Welt schaffen kann.
HW3 „hat schlichtweg nicht die Fähigkeit, unüberwachtes FSD zu erreichen“, sagte Musk, wobei die Speicherbandbreite als Hauptschuldiger für das Veralten der HW3 angeführt wurde. Das ist eine bemerkenswerte Aussage von einem Unternehmen, das jahrelang den Besitzern versicherte, dass ein Software-Update schließlich den Traum vom vollautonomen Fahren auf ihrer vorhandenen Hardware freischalten würde – Versprechen, die Führungskräfte noch bis Oktober 2025 mit Ideen wie dem Betrieb von FSD 14 Lite auf HW3-Fahrzeugen im Stillen aufrechterhielten.
AI4-Nachrüstprozess für Tesla HW3-Fahrzeuge
Für HW3-Besitzer, die für FSD bezahlt haben und nun feststellen müssen, dass ihre Autos nicht in der Lage sind, das spannendste FSD-Update aller Zeiten auszuführen, hält Tesla zwei Lockangebote bereit. Kunden, die FSD erworben haben, wird entweder eine vergünstigte Inzahlungnahme für ein AI4-Fahrzeug oder die Option angeboten, sowohl den Computer als auch das Kamera-Kit auszutauschen. Die Nachrüstung („Retrofit“) selbst wäre keine Kleinigkeit, da Musk zum ersten Mal bestätigte, dass die Upgrades sowohl neue Kameras als auch den leistungsstärkeren AI4-Computer beinhalten müssen, was bedeutet, dass eine teilweise Demontage des Fahrzeugs anstehen wird.
Der Upgrade-Prozess wird daher aufwendig sein und könnte Teslas bestehende Service Center überfordern. Musk sagte, Tesla prüfe „Mikro-Fabriken“ in großen Ballungsräumen, um die Nachrüstung durchzuführen, anstatt Service und Reparaturen anderer Besitzer zu verlangsamen. Dieses Modell der Mikro-Fabriken ist sowohl logistisch als auch finanziell sinnvoll. Denn wie Musk anmerkte, könnten ältere Fahrzeuge nach dem AI4-Upgrade später in die Robotaxi-Flotte aufgenommen werden. So wird aus einem PR-Problem eine neue Einnahmequelle.
Wird das HW3-Upgrade auf AI4 kostenlos sein?
Ob die Nachrüstung kostenlos erfolgt, ist unklar. Musk sagte lediglich: „Wir werden auch die Möglichkeit bieten, das Auto durch den Austausch des Computers aufzurüsten.“ Ob dies gratis geschieht, bleibt abzuwarten, da Tesla gleichzeitig dazu rät, ein neueres Auto mit einem noch nicht näher definierten Rabatt zu kaufen.
Kurzfristig werden HW3-Besitzer jedoch nicht völlig im Regen stehen gelassen. Teslas Autopilot-Chef Ashok Elluswamy bestätigte, dass Ende Juni ein FSD v14-Softwarezweig für HW3-Fahrzeuge erscheinen wird, der die wichtigsten Funktionen der AI4-Hardware übernimmt. Da HW3-Modelle lange bei der Version v12.6 feststeckten, während AI4 bereits v14 nutzte, ist das zumindest ein wichtiges Zugeständnis, auch wenn vollautonomes Fahren für die älteren Chips außer Reichweite bleibt.
Währenddessen erhält die AI4-Plattform selbst bereits ein Speicher-Upgrade. Tesla plant eine „AI4 Plus“-Revision, die den Arbeitsspeicher von 16 GB auf 32 GB pro Chip verdoppelt. Dies erhöht den Gesamtspeicher des Systems auf 64 GB und bringt etwa 10 % mehr Rechenleistung. Die Ironie ist offensichtlich: Nachdem die Speicherbandbreite das Ende für HW3 bedeutete, sorgt Tesla bei AI4 nun präventiv für deutlich mehr Spielraum. Es bleibt abzuwarten, ob das AI4-Plus-Upgrade ein einfacher Chip-Tausch für aktuelle Besitzer sein wird oder ein komplexeres Unterfangen.







