Notebookcheck

Test Asus ZenWatch 2 Quick Charge Edition Smartwatch

Florian Wimmer, Tanja Hinum, 15.06.2016

Hol mich ab, Kumpel. Die Asus ZenWatch 2 sieht gut aus, ist günstig und man kann damit sogar telefonieren. Warum sie für Sportler allerdings ein Graus ist, das erklären wir in unserem Test.

Wer die 80er noch miterlebt hat, der teilt einen Traum: Einmal wie Michael Knight in seine Uhr sprechen und tatsächlich von jemandem gehört werden, der vielleicht sogar antwortet. Gut, es ist vielleicht noch kein sprechendes Auto, aber mit der Uhr an sich oder sogar einem Gesprächspartner per Telefon kann man schon sprechen - wenn man eine Smartwatch am Handgelenk trägt.

Die Asus Zenwatch 2 (wir testen die Quick Charge Edition) ist so eine Smartwatch mit Android Wear, die sich sowohl mit Android- als auch mit iOS-Smartphones verbinden lässt. Sie kommt in zwei Varianten: Das größere Modell mit 1,63 Zoll für den Herren und die kleinere Version mit 1,45 Zoll für Damen. Außerdem gibt es unterschiedliche Armbandmaterialien, aus denen man wählen kann: Vom klassisch schwarzen Lederarmband über silbernes Metall bis hin zum orangen Armband aus Gummi reicht die Vielfalt. Je nach Armband variiert auch der Preis: Zwischen 169 uns 239 Euro zahlt man zum Zeitpunkt unseres Tests im Internet für die Asus Zenwatch 2 WI501Q.

Die Unterschiede zum Vorgänger Asus ZenWatch scheinen beim Blick auf das Datenblatt nicht sehr groß. Was der Zenwatch 2 jedenfalls geblieben ist, ist der im Vergleich zu anderen Smartwatches wirklich günstige Preis: LG Watch Urbane, Motorola Moto 360 oder Huawei Watch kosten alle deutlich über 300 Euro. Ganz zu schweigen von der Apple Watch, die für mindestens 749 Euro über den Ladentisch geht.

 

 

 

Asus ZenWatch 2 Quick Charge Edition
Hauptspeicher
512 MB 
Bildschirm
1.63 Zoll 1:1, 320 x 320 Pixel 278 PPI, kapazitiver Touchscreen, AMOLED, 2.5D Curved Gorilla Glass 3, spiegelnd: ja
Massenspeicher
4 GB Flash, 4 GB 
Anschlüsse
Sensoren: Bewegungssensor, generischer Ladeanschluss
Netzwerk
802.11 b/g/n (b/g/n), Bluetooth 4.1
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe (in mm): 10.9 x 49.6 x 40.7
Akku
1.44 Wh, 380 mAh Lithium-Ion
Betriebssystem
Android Wear
Sonstiges
Lautsprecher: Eingebauter Lautsprecher, Schnellladegerät, USB-Kabel, 12 Monate Garantie, Wasser- und staubgeschützt nach IP 67, Lüfterlos
Gewicht
57 g, Netzteil: 59 g
Preis
169 Euro
Hinweis: Der Hersteller kann abweichende Bauteile wie Bildschirme, Laufwerke und Speicherriegel mit ähnlichen Spezifikationen unter dem gleichen Modellnamen einsetzen.

 

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Gehäuse

Unser Testmodell der Asus ZenWatch 2 kommt mit einem dunkelblauen Lederarmband mit schicker Musterung und abgesteppten Rändern. Das Armband hat eine Vorrichtung, durch die es besonders einfach von der Smartwatch zu trennen ist, damit man auch andere Armbänder mit 22 Millimeter Breite anbringen kann. Das Armband wirkt trotz des geringen Preises der Smartwatch sauber verarbeitet und recht edel.

Das Gehäuse besteht wie beim Vorgänger aus Edelstahl, ist aber deutlich dicker: Bis zu 10,9 Millimeter misst es an der dicksten Stelle. Im Vergleich zu anderen Smartwatches ist das allerdings ein guter Wert, die Apple Watch ist mit 10,5 Millimeter auch nicht viel dünner. Durch die abgerundete Unterseite trägt sich die ZenWatch 2 gut am Handgelenk, eine leichte Wölbung nach innen hätte den Tragekomfort aber noch erhöht, so spürt man gerade anfangs die Uhr recht deutlich am Handgelenk. Das gilt besonders für diejenigen, die normalerweise keine Armbanduhren tragen.

Unsere Beschwerden über das lediglich spritzwassergeschützte Gehäuse des Vorgängers hat Asus ernst genommen und bietet bei der ZenWatch 2 nun einen Schutz nach IP67, demnach ist es geschützt gegen Staub und bis zu 30 Minuten im flachen, bis zu einem Meter tiefen Wasser. Damit kann man die Smartwatch auch mal auf eine Outdoor-Tour mitnehmen, zumal das Gehäuse sehr stabil und durch Gorilla Glass 3 geschützt ist.

Ausstattung

Wie die meisten anderen Smartwatches kommt auch die Asus ZenWatch 2 mit einem Qualcomm Snapdragon 400 APQ8026. Ebenfalls Standard ist die Ausstattung mit 512 MByte Arbeitsspeicher und 4 GByte Speicherplatz, wobei man beachten muss, dass die ZenWatch 2 wesentlich günstiger ist als die Vergleichsgeräte.

Einen Bewegungssensor mit sechs Achsen bringt die Asus ZenWatch 2 mit, damit ist sie auf Augenhöhe mit der Huawei Watch und der Moto 360 überlegen, die nur drei Achsen bietet und damit in unserem Test etwas ungenau war. Die Asus ZenWatch 2 allerdings war kaum dazu zu überreden, unsere Schritte mitzuzählen. Auch bei Liegestützen oder ähnlichen Aktivitäten, die uns die vorinstallierte Wellness-App vorschlägt, mussten wir mindestens die doppelte Anzahl machen, bis uns die Smartwatch 100 Prozent anzeigte.

Außer dem Bewegungssensor gibt es keine Sensoren, was wohl dem günstigen Preis geschuldet ist. Dass sogar der Pulssensor aus dem Vorgänger wegrationalisiert wurde, schränkt die Nutzung der ZenWatch 2 für Sportler doch stark ein. Einen Helligkeitssensor gibt es ebenso wenig, sodass man die Helligkeit manuell einstellen muss. Die Sprachsteuerung hilft hier nicht, sodass man das etwas fummelige Menü auf dem Display nutzen muss.

Die ZenWatch 2 funkt per Bluetooth 4.1 oder auch per WLAN 802.11 b/g/n, kann also bei verlorener Bluetooth-Verbindung weiter mit dem Smartphone in Kontakt bleiben, solange sich beide im gleichen WLAN befinden. Außerdem kann man einige Funktionen auch ohne gekoppeltes Smartphone nutzen, beispielsweise die Sprachsteuerung. Wenn sich zwei ZenWatches im selben WLAN befinden, können sie sogar direkt Nachrichten austauschen, dies funktioniert über die App "Together".

Software

Direkt nach der Inbetriebnahme der Smartwatch wurde ein Update installiert, sodass wir die ZenWatch 2 nun mit AndroidWear 1.4.0.2633150 testeten, diese Version basiert bereits auf Android 6.0.1, der aktuellsten Version des Betriebssystems. Auf Smartphoneseite werden für AndroidWear mindestens Google Android 4.3 Jelly Bean oder Apple iOS 8.2 benötigt.

Apps, die auf dem Smartphone installiert sind und mit der Watch kompatibel sind, werden automatisch angezeigt, beispielsweise Skype oder Runtastic. Vorinstalliert ist die App "Wellness", die im Endeffekt ähnliche Funktionen bietet wie Google Fit: Man kann damit Trainings starten, die aber aufgrund des unzuverlässigen Bewegungssensors nicht wirklich Spaß machen. Außerdem gibt es die Möglichkeit, den Bildschirm der Smartwatch als Taschenlampe zu nutzen oder das Telefon klingeln zu lassen, wenn man es mal verlegt hat.

Auf dem Smartphone bildet die AndroidWear-App das Gegenstück zur Smartwatch, man kann seine Uhr konfigurieren, Screenshots machen, Apps installieren und das Ziffernblatt wechseln. Etwas umfangreicher gestaltet sich Asus' eigene App "ZenWatch-Manager". Dort gibt es eine große Anzahl an Zifferblättern zur Auswahl, auch hier kann man Einstellungen der Smartwatch vornehmen und Infos beispielsweise zum Akkustand anschauen.

Telefonfunktionen und Sprachqualität

Wie schon erwähnt, kann mit der ZenWatch 2 echtes Knight-Rider-Feeling aufkommen, denn dank eingebautem Mikrofon und Lautsprecher lässt sich über die Smartwatch auch direkt telefonieren. Die Telefonapp erinnert dabei an die App, die man auch vom Smartphone kennt, das Tastenfeld ist allerdings nur bedingt zu empfehlen, da man sich aufgrund der kleinen Zahlen oft vertippt. Da ist es besser, per Sprachsteuerung eine Nummer zu wählen oder die Kontakte direkt auszuwählen.

Die Sprachqualität ist ordentlich: Wir hören unser Gegenüber recht deutlich und verständlich, allerdings hört natürlich auch immer die ganze Umgebung mit. Für die U-Bahn ist das Telefonieren über die Smartwatch also weniger zu empfehlen. Auch unser Gesprächspartner bestätigt uns, dass wir überraschend klar bei ihm ankommen, auch wenn wir aus einiger Entfernung in unser Handgelenk sprechen. Für das Geheimagenten- oder Verbrecherjägerfeeling ist das auf jeden Fall ein sehr cooles Feature.

Eingabegeräte & Bedienung

Wie schon mehrfach erwähnt, ist die Bedienung auf dem kleinen Display recht fummelig, vor allem beim Wählen über das Tastenfeld. Besser klappt die Bedienung über die Sprachsteuerung von Google, allerdings beherrscht sie nicht alle Befehle: Skype-Anrufe beispielweise oder die Veränderung der Bildschirmhelligkeit sind nur manuell möglich. Für den Notbehelf, wenn das Smartphone einmal weiter wegliegt, lassen sich die meisten Apps bedienen, im alltäglichen Betrieb ist die Bedienung auf dem Smartphone aber wesentlich komfortabler.

Display

Asus setzt auf ein AMOLED-Display, das mit 320 x 320 Pixel auflöst. Der Bildschirm ist quadratisch und hat eine Diagonale von 1,63 Zoll. Die Pixeldichte ist mit 278 PPI exakt auf dem Level des Vorgängers, Treppchenbildung bei schrägen Linien ist sichtbar, auch das Pixelraster ist bei genauerem Hinsehen erkennbar. Insgesamt liegt die Auflösung und die Bildqualität aber auf Klassenniveau, auch die viel teurere Apple Watch bietet kaum mehr Pixel.

Durch die AMOLED-Technik wird perfektes Schwarz erreicht, da die einzlnen OLEDs einfach ausgeschaltet werden können und dann kein Licht mehr abgeben. Die Helligkeit ist mit 302 cd/m² im Maximum auf Klassenniveau, die Moto 360 erreicht aber beispielsweise deutlich höhere Werte. Außerdem besitzt die Smartwatch von Motorola einen Helligkeitssensor, den es bei unserem Testgerät nicht gibt.

Im Freien haben die meisten Smartwatches durch die spiegelnde Oberfläche Probleme mit der Ablesbarkeit. Selbst an wolkigen Tagen ist es unter Helligkeitsstufe 4 von 5 schwer, etwas auf dem Display zu erkennen. Bei starkem Sonnenlicht dürfte auch die volle Helligkeit nicht ausreichen, hier muss man die Smartwatch wohl beschatten.

Außeneinsatz Helligkeitsstufe 1
Außeneinsatz Helligkeitsstufe 1
Außeneinsatz Helligkeitsstufe 5
Außeneinsatz Helligkeitsstufe 5
302
cd/m²
Ausleuchtung des Bildschirms
X-Rite i1Pro 2
Maximal: 302 cd/m² Minimum: 47.69 cd/m²
Helligkeit Akku: 302 cd/m²
Kontrast: ∞:1 (Schwarzwert: 0 cd/m²)

Akkulaufzeit

Akkulaufzeit

Unser Testgerät war eine Asus ZenWatch 2 Quick Charge Edition. Das verheißt Gutes für die Ladezeiten. Das Ladekabel wird über einen magnetischen Anschluss an der Unterseite der SmartWatch angeschlossen und ist generisch, sein klassisches USB-Ladekabel kann man also nicht verwenden. Asus verspricht eine Ladezeit von 15 Minuten für 60 Prozent Akkukapazität. Unser Testgerät brauchte minimal länger, für eine volle Ladung unter einer Stunde. Das ist tatsächlich recht flott: Der Vorgänger brauchte zweieinhalb Stunden.

Der Akku stellt 380 mAh bereit, das ist etwas mehr als bei der ersten ZenWatch und auch deutlich mehr als beispielsweise die Huawei Watch oder die Motorola Moto 360 bieten. Nur die LG Watch Urbane bietet mit 410 mAh noch mehr Energiereserven. Bei Smartwatches sind die Laufzeiten kaum vergleichbar mit normalen Armbanduhren, die Monate oder Jahre mit einer Batterie auskommen. Bei einer Smartwatch kann man froh sein, wenn sie mehrere Tage ohne Aufladen durchhält.

Mit der ZenWatch 2 kann man das bei mäßigem Gebrauch durchaus schaffen. Nach zwölf Stunden gelegentlicher Nutzung war der Akku bei 65 Prozent, nimmt man die Uhr über Nacht ab oder schaltet sie aus, sollte auch ein zweiter Tag möglich sein. Bei intensiverer Nutzung, aktiviertem WLAN und laufenden Apps ist der Akku nach etwa drei Stunden bei 75 Prozent, in diesem Szenario sollte die Watch also am Abend auf jeden Fall geladen werden.

Energie sparen kann man, indem man den Bildschirm der Smartwatch nur durch den Bewegungssensor aktivieren lässt – beispielsweise, wenn man das Handgelenk dreht, um auf die Smartwatch zu schauen. Außerdem sollte man das WLAN deaktivieren, wenn man es nicht benötigt, dieses Modul braucht nach unseren Erfahrungen besonders viel Energie.

Pro

+ Schickes und stabiles Gehäuse
+ Wasser- und staubgeschützt
+ Große Auswahl bei Gehäuse und Armband
+ Aktuelles AndroidWear
+ Telefonfunktion
+ Alltagstaugliche Akkulaufzeiten
+ Schnelllade-Funktion
+ WLAN
+ Niedriger Preis

Contra

- Bewegungssensor ungenau
- Kein Pulssensor
- Fitnessfunktionen kaum nutzbar
- Teils fummelige Bedienung
- Ergonomie des Gehäuses könnte besser sein

Fazit

Im Test: Asus ZenWatch 2. Testgerät zur Verfügung gestellt von Asus Deutschland.
Im Test: Asus ZenWatch 2. Testgerät zur Verfügung gestellt von Asus Deutschland.

Asus hat mit seiner ZenWatch 2 eine solide Überarbeitung seiner Smartwatch vorgelegt und hat auch auf Kritikpunkte am Vorgänger, wie auf den mangelnden Schutz gegen Wasser reagiert. Geblieben sind das schicke und stabile Gehäuse, die vielen verschiedenen Modelle, zwischen denen man wählen kann und der hochwertige Eindruck zum kleinen Preis.

Sportfreaks sind bei der Asus ZenWatch 2 WI501Q wohl an der falschen Adresse. Der Bewegungssensor nimmt Schritte kaum als solche wahr und ist auch bei sonstigen Aktivitäten, wie Liegestütze, oft überfordert. Außerdem fehlt ein Pulssensor.

Die Bedienung auf dem Bildschirm ist oft ein wenig fummelig, dabei hatten wir schon das größere Herren-Modell im Test. Die Steuerung per Sprachsteuerung ist leider auch nicht für alle Situationen optimal, beispielsweise kann man damit keine Einstellungen verändern. Das ist aber ein Problem aller Smartwatches mit AndroidWear und kein spezifischer Nachteil unseres Testgerätes.

Die Asus ZenWatch 2 bietet mit der Telefonfunktion ein cooles Feature, außerdem gefallen uns die ordentlichen Akkulaufzeiten, das schicke Gehäuse und das tolle Preis-Leistungs-Verhältnis. Allerdings ist die Uhr nichts für Sportler.

Gut gefällt uns die Telefonfunktion, die eine gute Sprachqualität bietet und dass die Uhr eingeschränkt auch ohne Smartphone nutzbar ist. Wer einfach mal eine Smartwatch ausprobieren möchte, Fitnessfunktionen nicht so wichtig findet und wissen will, wie es ist, mit seinem Handgelenk zu telefonieren, der sollte sich die Asus ZenWatch 2 bei dem Schnäppchenpreis ruhig einmal ansehen.

Update 16.06.: Asus trifft über die QC-Edition die Aussage, dass sie innerhalb von 15 Minuten auf 60 Prozent lädt. Diese Aussage haben wir angepasst.

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Autor: Florian Wimmer, 15.06.2016 (Update: 15.05.2018)
Florian Schmitt
Florian Schmitt - Managing Editor Mobile
Als ich 12 war, kam der erste Computer ins Haus und sofort fing ich an rumzubasteln, zu zerlegen, mir neue Teile zu besorgen und auszutauschen – schließlich musste immer genug Leistung für die aktuellen Games vorhanden sein. Als ich 2009 zu Notebookcheck kam, testete ich mit Leidenschaft Gaming-Notebook, seit 2012 gilt meine Aufmerksamkeit vor allem Smartphones, Tablets und Zukunftstechnologien.