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Test Microsoft Arc Touch Mouse

Klaus Hinum, 07.12.2010

Klapp-Brett. Die drahtlose Arc Touch Notebookmaus überzeugt durch ein innovatives Klappkonzept und eine neuartige Touch-Scrolling-Funktion. Der normalerweise sehr genaue BlueTrack Sensor wurde jedoch anscheinend etwas abgespeckt. Für wen sich die Mobil-Maus daher am besten eignet, erfahren Sie in folgendem Testbericht.

Microsoft Arc Touch Mouse

Die Microsoft Arc Touch Mouse ist eine mit 90 Gramm Gewicht (inklusive Batterien und Sensor) sehr leichte und flache Notebookmaus. Mit einer derzeitigen Preisspanne von 47-70 Euro bei verschiedenen Händlern positioniert sich die Arc Touch klar im High-End Segment.

Technische Daten

  • Abmessungen: 128mm (flach) / 110mm (ausgeklappt) x 45-55mm x 6-14mm (flach) / 32mm (ausgeklappt) (L x B x H)
  • Gewicht: 89g Maus + Batterien + 1g USB Sensor
  • 2 Maustasten + Multifunktionstouchstreifen
  • Zweifarbige LED zeigt schwache Batterien an
  • Abtastung: max. 1000 dpi, BlueTrack
  • 2.4 GHz Datenübertragung, USB empfänger magnetisch verstaubar

Design und Verarbeitung

Das symmetrische "Arc" Design der kleinen Funkmaus eignet sich gleichermaßen gut für Rechts- und Linkshänder. Die Formensprach ist ganz auf die flache Bauform und die Rundung konzentriert. Durch die aktuell modernen Hochglanzoberflächen, passt Die Arc Touch optisch perfekt zu Hochglanzlaptops wie etwa dem Asus UL50VF.

Bei den verwendeten Materialen hat sich Microsoft ausschließlich für Kunststoff und gummierte Flächen entschieden. Das biegsame Hinterteil ist mit rutschfestem Gummi bezogen welcher einen durchaus hochwertigen Eindruck hinterlässt. Auch die Touchfläche hinterlässt einen hervorragenden Eindruck und begeistert sogar mit einem haptischen Feedback (Rumble). Die beiden aus Hochglanzkunststoff gefertigten Maustasten sind jedoch unserer Meinung nach nicht überzeugend.

Die Verarbeitung unseres Testgerätes gab keinen Grund zur Klage. Die Maus lässt sich nicht verwinden und knarrt nicht bei Druckausübung. Das Knicken zum Einschalten hinterlässt einen haltbaren Eindruck.

Features

Bei den Features sind vor allem das Krümmen zum Einschalten und der Touch-Scroll-Streifen herauszustreichen. Beide sind auch im Namen verewigt "Arc" und "Touch".

Wie im Video ersichtlich, schaltet man die Maus ein durch das Krümmen des Hinterteils. Dies geschieht mit einem deutlichen Knacken. Die Mechanik hinterlässt einen hochwertigen Eindruck und durch dieses Feature ist die flache Transportform möglich.

Das Verstauen des kleinen USB Empfängers gelingt durch die magnetische Unterseite schnell und problemlos. Dies hat Microsoft vorbildlich gelöst, es bleibt nur manchmal auch gerne ein naher USB Stick an der Maus hängen...

Der kleine Touchstreifen ist das eigentliche Highlight der Arc Touch Maus bei der Anwendung. Er ersetzt das klassische Mausrad durch eine Sensorfläche wie bei Notebook-Touchpads. Pfiffiges Detail: bei Benutzung gibt ein kleiner Rumble Motor im Inneren haptisches Feedback. Die Sensorfläche selbst erlaubt durch ein schwungvolles Darüberstreichen ein "Inertial Scrolling" wie auch von der Magic Mouse oder den MacBooks von Apple bekannt. Dieses funktionierte im Test hervorragend und ermöglicht ein ebenso stufenloses Scrollen wie das frei drehende Mausrad der Anywhere MX. Zusätzlich kann man auf das jeweilige Ende des Streifens tippen um seitenweise zu blättern. Die Mitte des Touchstreifens lässt sich außerdem doppelt antippen und als Button frei konfigurieren (3. Maustaste zum Beispiel). Der Touchstreifen ist also nicht nur eine platzsparende Alternative zum Mausrad, sondern einen multifunktionalen Mehrwert.

Als Sensor hat sich Microsoft für einen 1000 DPI BlueTrack Sensor entschieden. Dieser erwies sich im Test jedoch nicht so präzise, wie bei den größeren Kollegen oder den Darkfield Mäusen von Logitech (z.B. Anywhere MX).

Auch unter Linux (getestet mit Ubuntu 10.10) und Mac OS X (10.6.4) lief die Arc Touch ohne Probleme. Einen eigenen Treiber zum Konfigurieren der Buttons stellt Microsoft jedoch nicht zur Verfügung.

Leistung

USB Dongle lässt sich magnetisch auf der Rückseite befestigen.
USB Dongle lässt sich magnetisch auf der Rückseite befestigen.

Im täglichen Einsatz gefiel uns vor allem der Scrollbalken. Dieser erleichtert dank Inertial Scrolling das Surfen auf langen Webseiten enorm. Das Feedback vom eingebauten Motor ist ebenfalls ein nützliches Feature, obwohl wir uns eine Option zum Deaktivieren wünschen. Die Präzision war in unserem Testsample sehr gut. Das Blättern per Berührung am Ende der Scrollbar funktionierte jedoch nicht immer perfekt, da man das Ende blind oft nicht erwischt. Ebenso muss man den mittleren Doppelklick vorher erfühlen oder hinsehen um ihn zielsicher zu treffen.

Vom BlueTrack Sensor waren wir bei unserem Testmodell etwas enttäuscht. Aktuelle Gaming Mäuse vom Schlage einer Roccat Kone[+] bieten eine deutlich bessere Präzision. Vorallem bei 3D Shooter mussten wir die Cursorgeschwindigkeit deutlich reduzieren um treffsicher "arbeiten" zu können. In Windows selbst war mit der Stufe 3 / 11 ein angenehmes Arbeiten möglich. Die Anywhere MX und andere präzise Mäuse betreiben wir üblicherweise mit 6 / 11. Auch bei der Oberflächenerkennung konnte uns der BlueTrack Sensor nicht restlos überzeugen und funktionierte z.B. nicht auf einem foliertem Glastisch.

Die 2.4 GHz Funkverbindung funktionierte im Test ohne Störungen bis zu einer Entfernung von 8 Metern. Dies dürfte auch für die Fernbedienung eines HTPCs ausreichen.

Die gekrümmte Form liegt zwar sehr gut in der Hand, bietet aber keine Auflagefläche für den kleinen Finger. Dadurch ermüdeten wir bei der längeren Benutzung der Maus relativ schnell und griffen zu unseren Full-Size Desktop Mäusen zurück. Für die kurzfristige mobile Nutzung ist dies jedoch keine große Einschränkung.

Die Gleiteigenschaften der zwei länglichen Pads sind ebenfalls nur durchschnittlich und auch die zwei dedizierten Maustasten konnten uns nicht vollends überzeugen. Sie funktionieren nur im vorderen Bereich und können nicht ganz mit der hochwertigen Scrollfläche mithalten.

Gleitfläche vorne
Relativ harte Gleitfläche vorne
Gleitfläche hinten
und hinten
Batteriefach
Batteriefach

Konkurrenz

Die bereits erwähnte Anywhere MX bietet ein optional durchlaufendes Scrollrad welches ebenso einfach und schnell scrollen lässt. Sie ist jedoch etwas schwerer und trägt in der Reisetasche mehr auf. Sensorleistung und die ermüdungsfreie Anwendung sprechen klar für die Anywhere MX.

Größte Konkurrenz kommt aus dem Hause Speedlink mit der Cue. Einer Maus mit aufgepflanztem Multitouch Touchpad. Diese ist ebenfalls durch die geringe Größe und das geringe Gewicht sehr mobil. Der Treiber bietet jedoch bis jetzt kein Inertial Scrolling, wodurch das Surfen deutlich weniger Spaß macht.

Die Rocat Pyra und Speedlink Ferret sind ebenfalls kleine Mäuse, welche beide durch ihre hohe Genauigkeit punkten.

Fazit

Die Microsoft Arc Touch bietet ein spannendes Konzept. Die Maus wird zur Benutzung einfach aufgeklappt und kann dadurch beim Transport in jeder Tasche ohne Probleme untergebracht werden. Der Klappmechanismus wirkt robust und zieht obendrein die Blicke der Sitznachbarn auf sich.

Zweites Highlight ist ganz klar der Touchsensor für das mühelose Scrollen auch besonders langer Webseiten. Das haptische Feedback durch den eingebauten Motor möchte man bald nicht mehr missen. Leider ist er nicht abschaltbar und könnte in sehr leisen Umgebungen etwas stören.

Größte Schwachstelle unseres Testgerätes war die mittelmäßige Genauigkeit des verbauten BlueTrack Sensors. Schnelle 3D Shooter waren nur mit geringen Cursorgeschwindigkeiten spielbar und auch im Arbeitseinsatz mussten wir die Geschwindigkeit in Windows 7 auf Stufe 3/11 stellen.  In dieser Einstellung war die Arc Touch jedoch gut nutzbar.

Insgesamt trifft ein für Windows neues und gut umgesetztes Scrollkonzept auf eine sehr mobile Notebookmaus. Aufgrund der mittelmäßigen Sensorleistung können wir jedoch keine uneingschränkte Kaufempfehlung geben.

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MS Arc Touch Mouse
+ clevere Scrollbar mit spür- und hörbarem Feedback
+ flache Bauform
+ aufklappbar
+ magnetische Unterbringung des USB Empfängers
+ gelungenes Design
- mäßig genauer Sensor
- mittelmäßige Maustasten

 


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Autor: Klaus Hinum,  7.12.2010 (Update:  6.06.2013)
Klaus Hinum
Klaus Hinum - Founder, CTO - @klaushinum
Als Gründer von Notebookcheck und Tech-Enthusiast kümmere ich mich hauptsächlich um technische Themen und auch die Weiterentwicklung unserer Plattform. Direkt nach dem Doktorat in Informatik startete ich Vollzeit bei Notebookcheck durch.