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True-Wireless-In-Ear-Kopfhörer im Test: Huawei FreeBuds Lite vs. Xiaomi Mi Airdots Pro

True Wireless In-Ear-Kopfhörer im Test: Huawei FreeBuds Lite vs. Xiaomi Mi Airdots Pro. Xiaomi Mi Airdots Pro zur Verfügung gestellt durch Trading Shenzhen.
True Wireless In-Ear-Kopfhörer im Test: Huawei FreeBuds Lite vs. Xiaomi Mi Airdots Pro. Xiaomi Mi Airdots Pro zur Verfügung gestellt durch Trading Shenzhen.
Kabellose Kopfhörer sind spätestens mit den Apple Airpods salonfähig geworden. Nur logisch, dass immer mehr namhafte Hersteller True-Wireless-In-Ear-Kopfhörer in ihr Produktportfolio aufnehmen. Wir vergleichen die FreeBuds Lite von Huawei mit den Mi Airdots Pro von Xiaomi.

True-Wireless-Kopfhörer oder kurz TWS, was für True WirelesS oder auch True Wireless Stereo steht, genießen eine zunehmende Begeisterung. Kein Wunder, da diese vollständig drahtlosen In-Ear-Kopfhörer die maximale Freiheit bei der Wiedergabe von Musik oder Videoinhalten bieten. 

Optisch und technisch sind sowohl die Xiaomi Mi Airdots Pro als auch die Huawei FreeBuds Lite an das Design der TWS-Wegbereiter, den Apple Airpods, angelehnt. Dennoch unterscheiden sich die beiden True-Wireless-Kopfhörer bei genauer Betrachtung nicht unwesentlich. Welche Vor- und Nachteile die FreeBuds Lite von Huawei im Vergleich zu den Mi Airdots Pro von Xiaomi besitzen beleuchten wir in den einzelnen Abschnitten genauer.      

Preise & Verfügbarkeit

Die Mi Airdots Pro sind nicht für den Verkauf auf dem hiesigen Markt vorgesehen. Dies macht sich in vielerlei Hinsicht bemerkbar, u. a. bei der Verfügbarkeit der True-Wireless-In-Ears. Die Xiaomi-Kopfhörer können ausschließlich über Importeure erworben werden. Die Preise liegen, wie bei unserem Leihsteller Trading Shenzhen, bei etwa 80 Euro inklusive Versand aus dem chinesischen Festland. Neben einer langen Versanddauer ergeben sich hieraus auch für eine mögliche Garantieabwicklung bei technischen Problemen gewisse Restriktionen. 

Deutlich einfacher können die FreeBuds Lite erworben werden, denn Huawei bietet seine True-Wireless-In-Ears offiziell in Deutschland zu einer UVP von 129 Euro an. Mittlerweile liegen die Straßenpreise aber deutlich darunter, auf dem Niveau der Xiaomi-Kopfhörer. Laut der beiliegenden Bedienungsanleitung beläuft sich die Garantie auf 24 Monate.   

Gehäuse & Ergonomie

Huawei FreeBuds Lite
Huawei FreeBuds Lite
Xiaomi Mi Airdots Pro
Xiaomi Mi Airdots Pro

Das Ohrsteckergehäuse ist bei beiden Kopfhöhrern sehr leicht, ergonomisch und passgenau gestaltet. Etwa 6 Gramm bringt jeweils ein Hörer der FreeBuds Lite und der Airdots Pro auf die Waage, was im Alltag auch bei längerer Nutzung nicht negativ auffällt. Die wasserdichte Gehäusekonstruktion trägt bei beiden Kopfhörern zum Schutz gegen Feuchtigkeit nach der IPX4-Schutzklasse bei, sodass Regen oder Spritzwasser kein Problem für die Kopfhörer darstellen sollte.

Während die Mi Airdots Pro weiß mattiert sind, setzt Huawei auf polierte Oberflächen. Gleiches gilt für die Aufbewahrungscases der chinesischen Hersteller. Letztere bieten einen sicheren Transport für die kleinen Ohrstecker. Vorteile in den Abmessungen respektive beim Formfaktor liegen klar auf Seiten der FreeBuds Lite. Auch das Gewicht des Ladebehälters ist mit knapp 46 Gramm etwas weniger als bei den Xiaomi Mi Airdots Pro, die zusammen mit dem Case 58 Gramm auf die Waage bringen.

Die Verarbeitung ist bei beiden TWS sehr gut und es gibt kaum Kritikpunkte. Das mattierte Finish sowie die Zierelemente lassen die Xiaomi-Kopfhörer etwas edler wirken, das Scharnier des Ladecases ist dagegen zu leichtgängig. Letzteres ist bei den FreeBuds Lite etwas wertiger gelöst. Auch die Positionierung der Kopfhörer im Case ist bei Huawei durchdachter und die TWS bei trockenen Händen leichter entnehmbar.         

Bei True Wireless In-Ears-Kopfhörer im direkten Vergleich.
Bei True Wireless In-Ears-Kopfhörer im direkten Vergleich.

Kommunikation & Ausstattung

USB-Anschlüsse zum Aufladen der Xiaomi Mi Airdots Pro und Huawei FreeBuds Lite
USB-Anschlüsse zum Aufladen der Xiaomi Mi Airdots Pro und Huawei FreeBuds Lite

Beide Kopfhörer werden über das Ladecase mit Energie versorgt. Während die Airdots Pro bereits auf einen USB-Type-C-Anschluss setzen, verbaut Huawei noch den alten Standard: microUSB. Angesichts der UVP etwas unverständlich. Wireless Charging funktioniert bei beiden Ladebehältern nicht.

Eine geringer Energieverbrauch und damit lange Akkulaufzeiten bei beiden Kopfhörern werden durch den Bluetooth-Standard in der Version 4.2 und dem Low-Energy-Betrieb ermöglicht. Über die eingebauten Infrarotsensoren erkennen die FreeBuds Lite als auch die Airdots Pro, sobald einer der beiden Ohrhörer aus dem Ohr herausgenommen wird.

Eine weitere Gemeinsamkeit ist die aktive Geräuschunterdrückung, ANC (Active Noise Cancelling), bei der Umgebungsgeräusche analysiert und herausgefiltert werden. Außerdem unterstützen laut Herstellerangaben beide True-Wireless-Kopfhörer neben dem SBC-Codec auch den klangtechnisch besseren AAC-Standard. Codecs für hochauflösendes Audio (aptX, aptX HD) können dagegen nicht genutzt werden.

Obwohl die in unserem Test verwendeten Smartphones: Xiaomi Mi Mix 3 und Huawei P30 Pro diesen Standard unterstützen, schaltet die Bluetoothverbindung der Freebuds Lite aber automatisch auf der SBC-Codec und kann über die Entwicklereinstellungen auch nicht manuell verändert respektive erzwungen werden. Im Fall der Airdots Pro findet automatisch eine AAC-Verbindung Verwendung.  

Im Gegensatz zu den Xiaomi-Kopfhörern kann die Firmware der FreeBuds Lite mit der namensgleichen Android-App aus dem Play Store recht einfach aktualisiert werden. Dahingehend ist eine nachträgliche Unterstützung des Codecs durchaus denkbar.

Sprachqualität

Xiaomi Mi Airdots Pro und Huawei FreeBuds Lite als Headset für eingehende Anrufe
Xiaomi Mi Airdots Pro und Huawei FreeBuds Lite als Headset für eingehende Anrufe

Neben der Wiedergabe von Musik sind True-Wireless-Kopfhörer auch als ein Headset, über das telefoniert oder geskypt werden kann, verwendbar. Hierfür sind Dualmikrofone an beiden Ohrhörern der FreeBuds Lite und Mi Airdots Pro integriert, die es ermöglichen sollen Umgebungs- und Störgeräusche bei Telefonaten zu unterdrücken. Im Test hat dies aber nur sehr bedingt funktioniert. Bei monotonen Geräuschen, wie etwa einem Waschmaschinenschleudern, ist ein Effekt des ANC hörbar, in anderen alltäglichen Situationen, wie Straßenlärm, aber nicht so wirklich.

Die Headsetfunktion überprüfen wir mit einem Anruf aus dem Vodafone-Netz, während die Kopfhörer mit unserem Testsmartphone verbunden sind. Unter Verwendung beider TWS hören sich unsere Gegenüber klar und verständlich an, ohne dass ein Rauschen störend aufgefallen ist. Allerdings müssen wir vergleichsweise laut sprechen, damit beim Gegenüber unsere Stimme laut und deutlich ankommt. Unsere Gesprächspartner empfinden die Stimmenwiedergabe mit den FreeBuds Lite als etwas natürlicher und besser verständlich als mit den Mi Airdots Pro. 

Eingabe & Bedienung

Via Touchgesten werden die Xiaomi Mi Airdots Pro und die Huawei FreeBuds Lite bedient
Via Touchgesten werden die Xiaomi Mi Airdots Pro und die Huawei FreeBuds Lite bedient

Die Bedienung beider True-Wireless-Kopfhörer wird durch eine Touchsteuerung ermöglicht. Hierfür werden Befehle mit kurzen Tippgesten über die kapazitive Oberfläche der Ohrhörer durchgeführt. Die „Tipper“ werden bei beiden TWS sehr exakt erkannt und lösen prompt die gewünschte Funktion aus. Auch das Abnehmen und automatische Pausieren von Musiktiteln funktioniert während unserer Nutzungsdauer zuverlässig. 

Der Funktionsumfang ist bei beiden Kopfhörern ähnlich. Es können die laufenden Titel gewechselt oder pausiert oder Anrufe entgegen genommen sowie der Sprachassistent aktiviert werden. Die „Kommunikation“ mit den Mi Airdots Pro gestaltet sich allerdings als etwas schwierig, zumindest wenn keine chinesischen Sprachkenntnisse vorliegen. Kurze Sprachinformationen der True-Wireless-Kopfhörer über einen möglichen Verbindungsaufbau oder –abbruch erfolgen nur auf Chinesisch und können nicht durch eine andere Sprache individualisiert werden.         

Um die Verbindung zwischen True-Wireless-In-Ears und Smartphone zu erleichtern, verbinden sich sowohl die FreeBuds Lite als auch die Mi AirDots Pro automatisch mit dem Endgerät sobald das Ladecase geöffnet und die Kopfhörer herausgenommen werden. Beim Einsetzten der TWS ertönt ein akustisches Signal um die Bereitschaft zu signalisieren.

Klang

Im Einsatz: Xiaomi Mi Airdots Pro
Im Einsatz: Xiaomi Mi Airdots Pro
Im Einsatz: Huawei FreeBuds Lite
Im Einsatz: Huawei FreeBuds Lite

Kommen wir zum wohl wichtigsten Punkt bei True-Wireless-Kopfhörern, der Klangsignatur. Obwohl sich das Klangempfinden sehr subjektiv gestaltet, möchten wir diese Produkteigenschaft dennoch möglichst objektiv darstellen, denn die beiden Kopfhörer könnten nicht unterschiedlicher sein.      

Die Huawei FreeBuds Lite sind im Vergleich zu den Xiaomi Mi Airdots Pro sehr basslastig. Selbst bei der Wiedergabe von ruhigen Musikgenres sind tiefe Frequenzen sehr präsent und deutlich wahrnehmbar, während die Höhen etwas untergehen. Der Klang wirkt gedämpft, wobei die Mitten gut differenziert klingen. Die maximale Lautstärke haben wir nie ausgereizt und hatten dadurch immer noch etwas Luft nach oben.

Die Xiaomi Mi Airdots Pro weisen ein komplett anderes Klangbild auf. Sie wirken sehr klar, Höhen sind präsent und die Mitten ausgewogen. Der Klang ist kaum gedämpft. Im Vergleich zu den FreeBuds Lite sind die Bässe dezent gehalten und gehen in den höheren Tonfrequenzen zuweil unter. Die Airdots Pro empfinden wir in Bezug auf die maximale Lautstärke als ausreichend, jedoch etwas weniger kraftvoll als die Huawei-Kopfhörer. 

Neben der reinen Musikwiedergabe haben wir die True-Wireless-In-Ears ebenfalls für die Wiedergabe von Videoinhalten genutzt. Beide Kopfhörer sind, rein von den klanglichen Qualitäten, mehr als nur geeignet zum Abspielen von Filmen und Serien, jedoch weisen die Xiaomi Mi Airdots Pro einen deutlichen zeitlichen Versatz zwischen Ton und Bild auf. Die Tonwiedergabe eilt der visuellen Ausgabe immer etwas voraus, obwohl die True-Wireless-In-Ears mit dem AAC-Standard eigentlich keine Asynchronität von Ton und Bild aufweisen sollten. Besser machen das die FreeBuds Lite mit dem verwendeten SBC-Codec, auch wenn hier ebenfalls ein leichter Versatz erkennbar ist.          

Akkulaufzeit

Ladecase mit weißer (Xiaomi Mi Airdots Pro) und farbiger (Huawei FreeBuds Lite) LED-Akkustatusanzeige
Ladecase mit weißer (Xiaomi Mi Airdots Pro) und farbiger (Huawei FreeBuds Lite) LED-Akkustatusanzeige

Die technischen Vorrausetzungen sind sehr ähnlich. Während die Mi Airdots Pro auf einen 100 mAh starken Akku zurückgreifen können, weisen die FreeBuds Lite einen leicht größeren  110-mAh-Energiespeicher auf. Der Ladebehälter der Huawei-Kopfhörer ist mit einer Kapazität von 410 mAh bestückt und signalisiert mit einer farbigen LED den Ladestand des Akkus. Die exakte Nennladung der Xiaomi-Cases gibt der chinesische Hersteller nicht an - zumindest konnten wir es nicht in Erfahrung bringen - Berichten zufolge soll die Kapazität 300 mAh betragen. Dies wäre auch konsistent zu den angegebenen Laufzeiten der Kopfhörer. Laut Huawei halten die FreeBuds Lite, mit Hilfe des integrierten Akkus des Cases, etwa 12 Stunden durch, die Mi Airdots Pro sollen circa 10 Stunden durchhalten. 

Im Test erweisen sich die Herstellerangaben, wie auch erwartet, als etwas optimistisch und stellen wohl die maximalen Laufzeiten bei einer optimalen Verbindung zum Wiedergabegerät und einer dezenten Lautstärkeeinstellung dar. Aufgeladen sind beide TWS nach einer Ruhepause von etwa 1 Stunde im Case.      

In der alltäglichen Nutzung erreichen wir bei den Mi Airdots Pro eine Laufzeit von 2,5 bis 3 Stunden und etwa 9 Stunden bei der Verwendung des Cases. Die FreeBuds Lite verlieren etwa 20 Prozent pro 30 Minuten Wiedergabe und liegen somit bei einer Nutzungsdauer zwischen 2 und 2,5 Stunden. Mit Ladebehälter halten die Huawei-Kopfhörer circa 10 Stunden durch. Wird permanent die volle Lautstärke der True-Wireless-Kopfhörer gefordert, müssen die angegeben Laufzeiten noch etwas nach unten korrigiert werden. 

Fazit

Im Test: Huawei FreeBuds Lite und  Xiaomi Mi Airdots Pro. Testgeräte zur Verfügung gestellt durch Huawei Deutschland und Trading Shenzhen.
Im Test: Huawei FreeBuds Lite und Xiaomi Mi Airdots Pro. Testgeräte zur Verfügung gestellt durch Huawei Deutschland und Trading Shenzhen.

Im Preisbereich um die 80 Euro bieten die beiden chinesischen Hersteller zwei interessante True-Wireless-In-Ear-Kopfhörer an. Bezüglich der Verarbeitung und Optik unterschieden sich die Xiaomi Mi Airdots Pro und FreeBuds Lite nur geringfügig, beide sich qualitativ hochwertig gebaut. Hier punktet Huawei mit dem etwas durchdachterem Ladecase und der besseren Verfügbarkeit. 

Einen klaren Sieger zu küren erweist sich als schwierig, denn beide True-Wireless-In-Ears leisten sich einige Schwachpunkte, die individuell gewichtet werden müssen

In Puncto Konnektivität können beide TWS – zumindest in der Theorie – den AAC-Codec aufweisen. Im Alltag ist eine Verbindung mit den Huawei-In-Ears über diesen Standard jedoch nicht möglich, was entweder an einer Bluetooth-Inkompatibilität zwischen FreeBuds Lite und unseren Testsmartphones liegt oder die True-Wireless-Kopfhörer aus dem Hause Huawei den AAC-Codec (aktuell) nicht unterstützen. Aber trotz des verwendeten AAC-Standards leisten sich auch die Mi Airdots Pro eine sichtliche Schwäche, nämlich eine Asyn­chro­ni­tät von Ton und Bild. Liegt die persönliche Priorität bei Wiedergabe von Videoinhalten sind die Xiaomi-Kopfhörer also nicht die erste Wahl.  

Klanglich überzeugen die Mi Airdots Pro aber durch eine klare, schön ausbalancierte Wiedergabe von Musiktiteln und eignen sich damit für alle Genres. Wer viel basslastige Musik anhört und präsente Bässe bevorzugt, sollte eher zu den Huawei FreeBuds Lite tendieren, wobei tiefe Tonfrequenzen ebenfalls von Xiaomi-Kopfhörern kraftvoll wiedergegeben werden, nur wesentlich dezenter.

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Autor: Marcus Herbrich, 28.05.2019 (Update: 28.05.2019)
Marcus Herbrich
Marcus Herbrich - Editor
Meine große Leidenschaft liegt seit jeher in den mobilen Technologien, insbesondere Smartphones. Als Technikenthusiast ist die Halbwertszeit meiner Geräte nicht gerade hoch und aktuellste Hardware gerade einmal gut genug – Hersteller oder Betriebssystem spielt dabei eine untergeordnete Rolle, Hauptsache State-of-the-Art