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UGREEN USB C 9-in-1: Wir testen die Multiport-Dockingstation

Das UGREEN-USB-C-9-in-1-Hub. (Quelle: Notebookcheck)
Das UGREEN-USB-C-9-in-1-Hub. (Quelle: Notebookcheck)
Ultrabooks stehen für uneingeschränkte Mobilität und Vielseitigkeit, doch bergen sie auch das Risiko auf eine Menge Anschlüsse verzichten zu müssen. UGREEN stellt Hub-Produkte her, die über USB-C diese Schwachstelle beheben sollen. Doch kann diese Multiport-Docking-Station der leichten und tragbaren Notebook-Kategorie tatsächlich sechs unterschiedliche Ein- und Ausgänge hinzufügen?
Deirdre Donnell, Andrea Grüblinger (übersetzt von Marvin Glöckner),

UGREEN ist eines von vielen Unternehmen und Start-ups, die Besitzern moderner Ultrabooks eine Reihe von USB-Hubs vom Typ-C anbieten, die über genau die Art von Anschlüssen verfügen, die OEMs auf der Jagd nach immer schlankeren und leichteren Geräten immer bereitwilliger aufzugeben scheinen. Bei diesem Modell handelt es sich um die "9-in-1 USB C Multiport Docking Station" (Modellnummer: CM286), die über insgesamt sieben verschiedene Anschlusstypen verfügt:

  • HDMI (für bis zu 4K-Video)
  • VGA (für 1080p-Video)
  • microSD-Kartenlesegerät
  • SD-Kartenlesegerät (separat, also gleichzeitig zu microSD)
  • RJ45 für Gigabit-Ethernet
  • USB-Typ-C für Power-Delivery (PD, sogar bis zu 100W)
  • 3x USB-Typ-A (3.0)

Unboxing & erste Eindrücke

Das UGREEN 9-in-1 wird in einem Aluminiumgehäuse geliefert, das auch eines seiner innovativeren und effizienteren Merkmale enthält: eine präzise geschnittene Vertiefung auf der Rückseite, in die das flache USB-Typ-C-Kabel gesteckt werden kann, wenn es nicht gebraucht wird.

Die gummierte Ummantelung dieses Kabels endet in einer hervorstehenden Lasche, so dass es für den Einsatz leicht herausgezogen werden kann.

Eine ziemlich elegante Lösung, doch bewirkt es, dass das Hub in zusammengefaltetem Zustand (ähnlich wie bei einem gewissen Samsung-Flagschiff) auf einer flachen Oberfläche hin- und herwippt, wenn es auf dem Rücken liegt. Wenn auch subtil, mich hat es dazu erzogen das Hub auf seine flache Oberseite zu legen, wenn es nicht in Gebrauch ist.

Außer des Kabelkanals befinden sich auf der Rückseite schwarze Seitenelemente, die aussehen, als könnten sie aus einem anderen Material für bessere Griffigkeit bestehen. Tun sie aber nicht. Bis auf diese Akzente, kommt das Metallgehäuse in einer Farbe, die zwar nicht unattraktiv ist, aber wahrscheinlich am besten zu einem Space-Gray-grauen MacBook passen würde.

Das UGREEN-Hub ohne farblich abgestimmtes MacBook. (Quelle: Notebookcheck)
Das UGREEN-Hub ohne farblich abgestimmtes MacBook. (Quelle: Notebookcheck)

Das Blade Stealth 13 und ich begannen unseren Test mit dem microSD- und SD-Kartenleser, da ich beide Kartentypen regelmäßig in diversen Geräten verwende und daher dessen Einbeziehung hier als einen der herausragendsten Vorteile dieses Hubs sehe. Ich habe also je eine beider Arten (bzw. zwei 64GB-MicroSDXC-UHS-I-U1-ToshibaM203-Karten, eine davon in einem Adapter) in das Hub gesteckt und mit dem Ultrabook verbunden.

In der Symbolleiste erscheint (zumindest unter Windows) beim Anschließen des Hubs ein etwas untypischer Typ von Speichermedium: "Generic Billboard Device". Die beiden Karten tauchten tatsächlich beide direkt daneben auf, wenn auch als "USB-Drives". Ihr Speicher schien, über das USB-C-Hub angeschlossen, ganz normal zu funktionieren. 

Übertragungsgeschwindigkeiten waren so weit davon entfernt weltklasse zu sein, wie meine 1GB Fotos, die es zu kopieren galt. Trotz der 100 Mb/s-Klassifizierung der Karten, war 8 MB/s das Maximum. Gleiches galt für meine 3 USB-Sticks, die nicht nur USB-3.0-kompatibel sind, sondern auch als handliche Türöffner fungieren. 

Das Hub wurde recht warm zum Ende des USB-Stick-Tests. (Quelle: Notebookcheck)
Das Hub wurde recht warm zum Ende des USB-Stick-Tests. (Quelle: Notebookcheck)

Die Resultate sind einfach nicht zu vergleichen mit einem Medium, dass direkt in einem der Razer-eigenen Ports steckt (worunter sich wundersamerweise immer noch USB-Typ-A befindet). Dies ist keineswegs ungewöhnlich für einen Adapter, dennoch sicher enttäuschend für Anwender, die eine Eins-zu-eins-Leistung in einem externen Lesegerät suchen.

Fakt bleibt, dass alle Medien erkannt wurden und funktionierten. Auch wenn sie alle einzeln nach der Windows-Funktion "Hardware sicher entfernen" betteln, selbst nachdem das Haupt-"Billboard Device" bereits entfernt wurde. Bei schönem Wetter stört so etwas niemand.

 

 

Auf der gegenüberliegenden Seite verfügt das UGREEN-Dock über einen RJ45-Anschluss, der für 10/100/1000 Mb/s Ethernet ausgelegt ist. Es war schon ein schöner Moment meinen Laptop zum ersten Mal in seinem Leben direkt per Kabel an den Router anzuschließen, besonders da die Verbindung tatsächlich die magischen 1,0 Gb/s angibt. Ein ergreifender Anblick auf dem Bildschirm eines jeden Notebooks.

Auf der Vorderseite des Hubs befindet sich neben dem eingebauten Kabel ein USB-Anschluss vom Typ-C; allerdings nicht zum Datentransfer, sondern zur PD-Stromversorgung mit bis zu 100 Watt (20V/5A). Mit anderen Worten, man kann seinen PC auch während der Benutzung des Hubs durch das Anschließen eines USB-C-Netzadapters aufladen, was gerade beim Versuch seinem Laptop Ports hinzuzufügen durchaus Sinn macht.

Ich hatte glücklicherweise noch einen 90W-Netzadapter herumliegen. Die aufgezeichnete Ladeleistung meines Razers betrug ~49W (19,2V/2,5A) und war damit nicht weit entfernt vom Wert des Ladegeräts direkt am Razer-USB-C-Port.

 

 

Ich habe die Funktion auch mit einem Galaxy Note 10+ getestet, wobei mich speziell interessierte, ob auch die drei USB-Anschlüsse funktionieren würden, da ich bei einer Amazon-Produktrezension gelesen hatte, dies wäre nicht der Fall (insbesondere beim mittleren USB-A-Anschluss), doch bei mir funktionierte alles tadellos, auch wenn das Handy nur mit etwa 17 Watt geladen wurde, selbst mit dem eigenen 25-Watt-Netzadapter.

 

Zu den Videoausgängen: Das UGREEN-Hub gibt an bis zu 4k/30Hz über HDMI auszugeben, was es allerdings nicht tat... zumindest nicht auf meinem FullHD-Fernseher, der leider das Hochauflösendste war, was mir zum Testzeitpunkt zur Verfügung stand. 

Was ich testen konnte, war eine erfolgreiche FullHD/60Hz-Wiedergabe meines Bildschirms mittels vergoldetem Grundig-Markenkabel. Farben und Schärfe auf dem größeren Bildschirm schienen mir zunächst etwas schwach, vor allem im Vergleich zum FHD-Display des Razor Blade. 

 

 

Mit etwas Detailabeit an den Einstellungen des Fernsehers konnte ich dies zu gewissem Grad beheben, auch wenn die Farben zwischen beiden Bildschirmen in meinen Augen bis zum Schluss nie hundertprozentig konstant waren, was man besonders im Grün des Windows-Standard-Desktop-Hintergrundes (weit unterschätzte Referenz) und den systemweiten Windows-Elementen sehen konnte.

 

Davon abgesehen lieferte das Hub zuverlässige Inhaltswiedergaben aus dem Ultrabook, wenn auch mit vereinzeltem dropped-Frame im Laufe der Zeit und einem Vorfall, bei dem als Reaktion auf den Episodenwechsel während des Streamens einer Netflix-Serie starke Bildverschiebungen nach rechts auftraten. Ein schnelles Trennen und Wiederverbinden der Quelle und das Problem war behoben.

Die Audioübertragung via HDMI (ein ARC-fähiges Ausgabegerät ist nötig) funktionierte ebenso einwandfrei. Zufrieden widmete ich mich also dem letzten Anschluss des Hubs: Dem VGA-Port. Nach einer intensiven Suche nach einem entsprechenden Kabel (VGA und ich haben uns bereits vor einigen PCs getrennt), blieb ein letzter Erfolg leider aus.

 

 

 

 

Fazit und abschließende Gedanken

UGREENs USB-C-Hub erweist sich als ziemlich praktisches Accessoire, insbesondere für vielreisende Ultrabook-Besitzer. Durch sein kompaktes Design findet es Platz in jeder Tasche, während Konkurrenzprodukte derselben Kategorie ihr eingebautes Kabel mit lange nicht so viel Style zu verstecken versuchen.

Was ich erst im Laufe des Tests bemerkte: Während sich das Kabel vertikal ohne Probleme in- und aus seiner Vertiefung herausbewegen lässt, fehlt es ihm ein wenig an lateralem Spielraum. So steht das Hub mit ziemlicher Willenskraft im rechten Winkel vom Laptop ab. Man sollte bei der Wahl von Ladekabel und weiteren Accessoires vielleicht auf weniger dominante Platzhirsche achten.

Alles in allem erfüllt das Gerät voll und ganz seinen Zweck, in dem es eine große Vielfalt an zusätzlichen Anschlüssen über einen einzigen USB-C-Port hinzufügt. Besonders die Möglichkeit den SD- und microSD-Kartenleser gleichzeitig zu benutzen, halte ich für äußerst praktisch. Andere mögen die zusätzlichen USB-Ports, der Ethernetanschluss oder HDMI-Out überzeugen.

Für Präsentationen oder Content-Sharing sind die zusätzlichen Anschlüsse sicher nützlich und auch Power-Delivery über den Type-C-Port des Hubs ist super, wobei ich persönlich schade finde, dass angesichts der langsamen USB-A-Ports, die ihrer USB-3.0-Klassifizierung keinesfalls gerecht werden, der USB-C-Anschluss keine Datenübertragung ermöglicht.

Es mag an meinem alten Kabel liegen, aber ebenfalls schade finde ich, dass ich den VGA-Port nicht zum Laufen bringen konnte. Er mag heutzutage fast mehr ein Gimmick als ein wirkliches Feature sein, doch wenn ich für etwas zahle, sollte es auch funktionieren. Deswegen – für derzeit um die 60 Euro auf Amazon – empfehle ich die UGREEN-USB-C-Hub-9-in-1-Multiport-Docking-Station all denjenigen, denen der VGA-Anschluss aus welchen Gründen auch immer egal ist.

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Autor: Deirdre Donnell,  2.09.2020 (Update:  7.09.2020)
Deirdre O'Donnell
Editor of the original article: Deirdre O'Donnell - Editor
Kurz nach meinem Abschluss in "biomedical sciences" startete ich als professioneller Schriftsteller und Redakteur. Im Laufe der Zeit entwickelte sich in mir allerdings ein großes Interesse an weiteren Aspekten der Technologie: Ich kann seither nicht genug über die neuesten Elektrogeräte, Gadgets und Innovationen lesen und schreiben. Zu meinen weiteren Interessen gehören Fotografie, Astronomie und Streaming. Oh, und vor allem Kaffee ;-)
Marvin Glöckner
Translator: Marvin Glöckner - Translator
Ich hatte eine glückliche Kindheit voller Netzwerkpartys, Peltier-Kühlung, 3dfx-Beschleunigerkarten, Dual-CPU-Mainboards und Wärmeleitpaste überall; gefolgt von einer glücklichen Jugend mit mehr Netzwerkpartys, dem Bau von Gaming Rigs in Akustikgitarren, Pizzakartons und Trompetenkoffer. Als Erwachsener interessiere ich mich mehr für die aufgeräumtere, kompakte Gaming-Welt der Laptops.