Ubisoft-Mitarbeiter, der Rückkehr ins Büro offen kritisiert hatte, wurde entlassen

Ubisoft kündigte im vergangenen Monat mehrere weitreichende Veränderungen an, die bei der Belegschaft insgesamt auf wenig Zustimmung stießen. Im Zuge einer umfassenden Umstrukturierung schloss das Unternehmen mehrere Studios und stellte verschiedene laufende Projekte ein – darunter auch das Prince of Persia: Sands of Time Remake. Gleichzeitig bestätigte Ubisoft eine neue Rückkehr-ins-Büro-Politik, was laut Angaben des Unternehmens zur Steigerung der Effizienz beitragen solle.
Kurz nach der öffentlichen Bekanntgabe dieser Regelung kritisierte David Michaud-Crop, Team Lead bei Ubisoft Montreal, die neue Büro-Pflicht offen auf seinem privaten LinkedIn-Profil. In seinem Beitrag stellte er infrage, ob eine verpflichtende Rückkehr ins Büro automatisch zu höherer Effizienz führe – insbesondere vor dem Hintergrund, dass viele Teams zuvor bereits bewiesen hätten, auch im Remote-Betrieb erfolgreich arbeiten zu können.
Nachdem der Beitrag große Aufmerksamkeit erlangt hatte, leitete Ubisoft disziplinarische Maßnahmen ein und verhängte eine dreitägige, unbezahlte Suspendierung gegen Michaud-Crop. Inzwischen hat sich der Fall weiter zugespitzt: Michaud-Crop bestätigt, dass er inzwischen von Ubisoft entlassen wurde.
In einem weiteren LinkedIn-Update erklärt er, dass sein Arbeitsverhältnis mit sofortiger Wirkung beendet worden sei. Er betont, dass dies nicht auf eigenen Wunsch geschehen sei, geht jedoch nicht näher auf interne Gründe für die Entscheidung ein. Zudem kündigt er an, sich zunächst eine Auszeit nehmen zu wollen, bevor er über seine nächsten Schritte sprechen wolle.
Nach dieser Entwicklung wandte sich Wccftech an Ubisoft und bat um eine offizielle Stellungnahme. Ubisoft erklärte daraufhin, dass es Mitarbeitenden grundsätzlich erlaubt sei, Feedback und Meinungen zu äußern – sofern dies in respektvoller Weise geschehe. Allein das Äußern von Kritik führe laut dem Unternehmen nicht zu einer Kündigung.
Zudem verweist Ubisoft auf seinen internen Verhaltenskodex, der klare Erwartungen an professionelles Verhalten festlegt und von allen Mitarbeitenden jährlich geprüft und unterzeichnet werden muss. Bei Verstößen gegen diese Richtlinien würden entsprechende disziplinarische Maßnahmen ergriffen, deren Schwere sich nach Art des Vorfalls, Häufigkeit und Gesamtkontext richte.











