Der Vorfall rund um Rainbow Six Siege sorgt derzeit für Schlagzeilen – doch er ist längst kein Einzelfall. Hackerangriffe auf Ubisoft gab es bereits in der Vergangenheit. Wie das renommierte Cybersicherheitsportal Vx Underground berichtet, wurde nun ein weiterer Fall bekannt: Unabhängig vom aktuellen Hack sollen Support-Mitarbeiter des Unternehmens bestochen worden sein, um sensible Kundendaten preiszugeben.
Vx Underground – dessen Beitrag später entfernt wurde – zeichnet ein Bild davon, wie der Kundensupport von Ubisoft zur Schwachstelle geworden sein soll. Demnach sollen Mitarbeiter bereits seit 2021 mutmaßlich Geld angenommen haben, um Dritten Zugang zu Rainbow Six Siege-Accounts zu verschaffen. Über das interne Service-Panel sollen Angreifer auf diesem Weg an sensible Kundendaten wie vollständige Namen und IP-Adressen gelangt sein.
Erhalten Angreifer Zugriff auf Spielkonten, ist das damit verbundene Schadenspotenzial erheblich. In größerem Umfang umgesetzt, können solche Zugriffe zu massiven Störungen führen – bis hin zu Ausfällen wie der jüngsten Serverabschaltung von Rainbow Six Siege. Ubisoft hat zwar Maßnahmen ergriffen, um missbräuchliches Verhalten einzelner Support-Mitarbeiter einzuschränken, dennoch bleibt das Problem ein fortwährender Risikofaktor für das Unternehmen.
Laut dem inzwischen gelöschten Social-Media-Beitrag galten insbesondere Support-Mitarbeiter aus Indien, Südafrika und Ägypten als anfällig für Bestechungsversuche. Ähnlich wie beim PlayStation Network richten sich solche Angriffe gezielt gegen unterbezahlte oder unzureichend geschulte Angestellte. Für manche wirkt ein Bestechungsgeld attraktiver als der reguläre Monatslohn, während andere schlicht nicht über die nötige Erfahrung verfügen, um verdächtige Vorgänge rechtzeitig zu erkennen.
Social Engineering zielt auf Schwachstellen im Kundensupport ab
Eine häufig diskutierte Erklärung für die jüngste Hackwelle rund um Rainbow Six Siege ist ein mögliches Datenbank-Leck. Ein Artikel von FastPassCorp verweist jedoch auf eine deutlich banalere – und zugleich gefährlichere – Schwachstelle: den Menschen. Soziale Manipulation, etwa durch das Vortäuschen einer Supportrolle oder einer legitimen Spieleridentität, gilt weiterhin als bewährtes Einfallstor für Angreifer. Selbst wenn technische Schutzmaßnahmen wie Firewalls greifen, sind es am Ende oft Mitarbeiter, die eine Bedrohung nicht rechtzeitig als solche erkennen.
Ubisoft-Titel waren in der Vergangenheit bereits mehrfach Ziel großangelegter Cyberangriffe – unter anderem 2013 und 2023. Zugleich hat sich der Kundensupport wiederholt als vergleichsweise einfacher Angriffspunkt für Cyberkriminelle erwiesen. In einem von Vice dokumentierten Fall gelang es 2020 einem Angreifer, den Support von Roblox erfolgreich zu bestechen: Ähnlich den Vorwürfen von Vx Underground änderte er Passwörter und verkaufte anschließend wertvolle Accounts.






















