Sony hat ein neues Patent eingereicht (entdeckt von Boing Boing), das direkt aus einem Science-Fiction-Roman stammen könnte. Das Anfang des Jahres angemeldete „KI-Ghost“-Patent beschreibt Sonys Forschung an sogenannten „KI-generierten Ghost-Spielern“, die Spieler in schwierigen Gameplay-Passagen in Echtzeit unterstützen sollen.
Im Gegensatz zu klassischen Bildschirmhinweisen aus Tutorial-Abschnitten basieren diese digitalen KI-Ghosts laut Patent auf KI-Modellen, die mit Tausenden Stunden an aufgezeichnetem Spielermaterial trainiert wurden – darunter Inhalte aus Livestreams, sozialen Netzwerken und YouTube-Videos.
Die Idee hinter dem Patent ist, dass diese KI-Ghosts Spielern helfen könnten, wenn sie bei einem Rätsel feststecken oder versuchen, einen zähen Boss mit komplexen Kombos zu besiegen – und das alles, während sie das Spiel ganz normal weiterspielen.
Sonys Patent stellt Tutorials als deutlich personalisierter und interaktiver dar. Spieler könnten demnach zwischen einfachen Hinweisen wechseln, die etwa die Tasteneingaben des KI-Ghosts anzeigen. In besonders anspruchsvollen Abschnitten könnte die Kontrolle auch direkt an den Ghost übergeben werden.
Das KI-Modell würde dabei kontinuierlich dazulernen, zusätzliche Informationen aus Rechenzentren abrufen, Augenbewegungen verfolgen oder Sonys offiziell lizenzierte Kamera nutzen, um kontextbezogene Hilfestellungen weiter zu verbessern.
Für Spielerinnen und Spieler, die neu im Gaming sind oder eine Behinderung haben, könnte dies ein großer Gewinn für die Barrierefreiheit sein. Nicht jeder möchte Zeit und Mühe investieren, um herauszufinden, wie man einen Boss in Elden Ring austrickst oder ein komplexes Rätsel in Silent Hill oder Resident Evil knackt.
Berichten zufolge soll das System Sonys bestehende Funktionen rund um „Game Help“ auf der PS5 erweitern, allerdings in Form von KI-Ghosts. Kritiker bemängeln jedoch, dass eine solche Umsetzung als aufdringlich empfunden werden könnte und das Erfolgserlebnis schmälert, das normalerweise durch Versuch und Irrtum beim Meistern von Missionen und Herausforderungen entsteht.
Bereits im vergangenen Monat hatte Sony ein weiteres Patent eingereicht, das eine Echtzeit-Zensur von Spielinhalten vorsieht – etwa das Verwischen von Gewalt und Gore, das Zensieren von Schimpfwörtern oder das Anpassen von Dialogen abhängig vom Alter der Spieler oder von Jugendschutzeinstellungen. Viele Gamer sahen darin einen direkten Angriff auf die künstlerische Freiheit von Videospielen.
Allerdings ist keines dieser Patente eine Garantie dafür, dass die beschriebenen Technologien jemals tatsächlich umgesetzt werden. Möglicherweise werden sie nie das Licht der Welt erblicken. Die zentrale Frage bleibt daher: Treiben Sonys Patente echte Innovation voran – oder gehen sie zu weit, greifen in die Privatsphäre der Spieler ein und verwässern das unverfälschte Spielerlebnis?









