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Gehacktes PlayStation Network-Konto entlarvt nachlässigen Support und schürt Sicherheitsbedenken

Im Bild: Das PlayStation-Logo. (Bildquelle: PlayStation Blog)
Im Bild: Das PlayStation-Logo. (Bildquelle: PlayStation Blog)
Ein Autor einer französischen Website ruft Spieler dazu auf, sämtliche PlayStation-Network-Daten strikt geheim zu halten. In seinem Fall reichte einem Hacker bereits eine einzige ID-Nummer, um sich gleich zweimal Zugriff auf sein Konto zu verschaffen. Besonders brisant: Selbst bei aktivierter Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) verlangte der PSN-Support nur minimale Angaben, um Unbefugten Zugang zum Account zu gewähren.

Das PlayStation Network war in der Vergangenheit mehrfach von aufsehenerregenden Hacks und Ausfällen betroffen, darunter auch der berüchtigte Datenleck-Vorfall von 2011. Leider setzen sich Sicherheitsmängel im kleineren Maßstab bis heute fort. Ein aktueller Vorfall mit einem französischen Journalisten zeigt, wie leicht Dritte über den PSN-Support an sensible Zugangsdaten gelangen können.

Zwei PSN-Hacks trotz 2FA

Numerama-Autor Nicolas Lellouche dokumentierte seine Erfahrungen in sozialen Netzwerken. Er schildert, wie ein Hacker seinen PSN-Account kompromittierte und die hinterlegte E-Mail-Adresse sowie das Passwort änderte. Zudem bemerkte Lellouche eine Abbuchung über 9,99 Euro – die Gebühr für diese Änderungen.

Nach der Kontaktaufnahme mit dem Support wurde dem Journalisten klar, wie unkompliziert das Wiederherstellungsverfahren ist. Lellouche musste lediglich seinen Benutzernamen sowie eine Transaktionsnummer aus einer früheren Rechnung angeben. Obwohl der Dienst eine Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) anbietet, trug diese kaum dazu bei, den Prozess zu verlangsamen.

Übersetzter Beitrag des Nicolas Lellouche X-Kontos zum PSN-Hack (Bildquelle: Screenshot, Lellouche X-Konto)
Übersetzter Beitrag des Nicolas Lellouche X-Kontos zum PSN-Hack (Bildquelle: Screenshot, Lellouche X-Konto)

Eine Stunde nachdem er wieder Zugriff auf seinen Account erhalten hatte, stellte Lellouche fest, dass er erneut gehackt worden war. Da er beim PlayStation-Network-Support nicht weiterkam, entschied er sich, den mutmaßlichen Täter direkt zu kontaktieren. Dieser zeigte sich kooperativ und erklärte, eine von Lellouche zuvor online veröffentlichte Transaktionsnummer sei der Auslöser gewesen. Allerdings wolle er lieber Call of Duty auf dem Account spielen, anstatt seine Angriffe zu beenden.

PSN-Support übersieht verdächtige Aktivitäten

Lellouches jüngstes Support-Ticket liegt derzeit auf Eis, während Mitarbeiter den Fall prüfen. Seine Geschichte könnte zwar noch ein gutes Ende nehmen, doch viele Leser stehen der Sicherheit des PlayStation Networks nun noch skeptischer gegenüber. Eine bittere Erkenntnis ist, dass es niemals ratsam ist, irgendwelche Account-Daten zu teilen – selbst dann nicht, wenn sensiblere Zugänge geschützt erscheinen. Dennoch ist dieser Vorfall nicht das erste Beispiel, in dem das Unternehmen offenbar bereitwillig mit Hackern kooperiert.

Bereits im Oktober verlor ein Sammler von PlayStation-Trophäen mit dem Namen dav1d_123 seine Errungenschaften. Wie der Journalist von Numerama sprach auch er mit dem Dieb, der die Trophäen auf dem Schwarzmarkt verkauft. Erneut reichte es dem Hacker, lediglich einen Benutzernamen anzugeben, um PSN davon zu überzeugen, die Kontrolle über den Account zu übergeben.

Offensichtlich können sich Gamer weder auf die Zwei-Faktor-Authentifizierung noch auf PlayStation verlassen, wenn es darum geht, ungewöhnliche Aktivitäten zu erkennen. Allerdings sind nicht nur PS5-Nutzer von solchen Risiken betroffen. Ein Xbox-Fan verlor kürzlich eine 15 Jahre aufgebaute Spielesammlung, nachdem ein Hacker seine E-Mail-Adresse geändert hatte. In diesem Fall zeigte sich der Kundendienst jedoch deutlich zögerlicher, dem ursprünglichen Besitzer wieder Zugriff zu gewähren.

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Autor: Adam Corsetti, 24.12.2025 (Update: 24.12.2025)