Nachdem Spiele von Steam und anderen Marktplätzen verbannt wurden, ist Zensur zu einem umstrittenen Thema geworden. Auch Nintendo bleibt von der Debatte nicht verschont, denn mit dem Start von Dispatch gibt es erste Warnsignale. Das episodisch aufgebaute Adventure erscheint am 28. Januar 2026 für die Switch und die Switch 2. Einigen Spielern sind jedoch merkwürdige Änderungen am optionalen digitalen Art- und Comics-Pack aufgefallen.
Das Banner für das eShop-DLC zeigt die Besetzung bei ausgelassenem Badespaß in der Sonne. In der Nintendo-Version sind die Superhelden jedoch deutlich weniger freizügig dargestellt. Flambae, alias Chad, trägt seine Shorts nicht mehr offen. Mehrere Badeoutfits der weiblichen Figuren, darunter Malevola, zeigen nun weniger Haut. Das Artwork unterscheidet sich damit deutlich von den Versionen im Steam- oder PlayStation-Store.
Für zusätzliche Verwunderung sorgt, dass die Zensur offenbar nur auf der Website von Nintendo of America zu sehen ist. In einem viel beachteten Thread im Subreddit des Spiels berichteten Fans, dass die Grafiken in Australien und in mehreren europäischen Ländern unverändert geblieben sind. Dispatch wäre zudem nicht das erste Switch-Spiel mit Inhalten für Erwachsene, das in bestimmten Regionen auf Widerstand stößt.
Im November gab der Herausgeber von Brave x Junction bekannt, dass die Veröffentlichung in Nordamerika und Europa verschoben wurde. Nintendo beanstandete das Fantasy-Rollenspiel wegen sexuell anzüglicher Darstellungen von Minderjährigen, obwohl Rideon darauf bestand, dass die Charaktere erwachsen seien. Der Titel war außerdem bereits im japanischen eShop und auf anderen Plattformen erhältlich.
Erfreulicherweise berichtet Nintendo Everything, dass das Switch-Spiel in diesen anderen Regionen am 22. Dezember erscheinen wird. Dennoch musste der Publisher – ähnlich wie bei den Änderungen am Dispatch-Artbook – zustimmen, einige der freizügigen Kostüme anzupassen.
Warum unterscheiden sich die Nintendo-Standards je nach Region?
Nintendo of America könnte versuchen, ein stärker familienfreundliches Image zu wahren. Ebenso ist es möglich, dass AdHoc Studio die überarbeiteten digitalen Grafiken ohne ausdrückliche Vorgabe des Unternehmens eingereicht hat. Dennoch fragen sich viele Spieler, warum eine solche Zensur bei Dispatch überhaupt angemessen sein soll.
Mit einer ESRB-Einstufung „Mature“ treffen Spieler schnell auf Nacktheit und derbe Sprache, auch wenn sich die grafischen Inhalte über Einstellungen abschwächen lassen. Die harmlos wirkende Pool-Szene im eShop könnte Eltern daher einen falschen Eindruck vom Spiel vermitteln. Andererseits ist der Marktplatz trotz Nintendos Bemühungen, solche Titel herauszufiltern, weiterhin von anderen anzüglichen Darstellungen geprägt.





















