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„Am Endes des Tages ist es seine Firma“: Gewerkschaft macht Ubisoft-CEO für Krise verantwortlich und fordert offen seinen Rücktritt

Die Ubisoft-Gewerkschaft Solidaires Informatique fordert den Rücktritt von CEO Yves Guillemot.
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Die Ubisoft-Gewerkschaft Solidaires Informatique fordert den Rücktritt von CEO Yves Guillemot.
Die französische Ubisoft-Gewerkschaft macht CEO Yves Guillemot für die anhaltende Unternehmenskrise verantwortlich und fordert nun seinen Rücktritt. Dabei legt die Gewerkschaft auch den Austausch der gesamten Führungsriege nahe – mit einem ungewöhnlich scharfen Tonfall.

Nachdem in jüngster Vergangenheit Studios geschlossen, Spiele abgesagt und Streitigkeiten mit Mitarbeitern um die wieder eingeführte Büropflicht ausgetragen wurden, wird die Lage bei Ubisoft jetzt noch heikler. Vertreter der französischen Ubisoft-Gewerkschaft Solidaires Informatique (auf Französisch) fordern offen den Rücktritt von CEO Yves Guillemot. Grundlage sind Interviews von Game Developer, die auch von Insider Gaming aufgegriffen wurden.

Die Gewerkschaftsvertreter Marc Rutschlé und Chakib Mataoui sehen die Verantwortung klar bei Guillemot. Als CEO trage er die letztendliche Verantwortung für die aktuelle Lage. „Am Endes des Tages ist es seine Firma“, so Rutschlé. Der Vertrauensverlust ist mittlerweile aber so groß, dass nicht viel Hoffnung auf eine einvernehmliche Lösung zu bestehen scheint: „Ich erwarte nichts von dieser Person.“, fügt der Gewerkschafter hinzu. Über den Rücktritt Guillemots hinaus fordert die Gewerkschaft einen Austausch des gesamten Vorstands.

Vorwürfe: Vetternwirtschaft, mangelnde Diversität, Ideenarmut

Weitere Kritik entzündet sich an der Ernennung von Guillemots Sohn Charlie zum Co-CEO einer neuen Tochterfirma. Die Vorwürfe der Gewerkschaft: Vetternwirtschaft und eine abgeschottete Führungskultur. Mataoui kritisiert zudem die fehlende Diversität in den oberen Etagen: Führungspositionen seien überwiegend mit weißen Männern aus dem direkten Umfeld des CEO besetzt. Das habe direkte Auswirkungen auf die kreative Leistungsfähigkeit: „Wir sind in einem kreativen Beruf, Wir brauchen neue Ideen, haben aber keine“.

Unklare Zukunft für Ubisoft

Als Reaktion auf die Entwicklungen ist für den 10. bis 12. Februar 2026 ein internationaler Streik geplant. Organisiert wird dieser unter anderem von Solidaires Informatique sowie weiteren französischen Gewerkschaften. Rutschlé ruft dabei explizit zur internationalen Vernetzung von Arbeitnehmern auf: Wenn das Management global kooperiere, müssten Beschäftigte dasselbe tun. Ob und in welche Form Yves Guillemot auf die Gewerkschaftsforderungen reagieren wird, ist derzeit nicht abzusehen. 

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> Notebook Test, Laptop Test und News > News > Newsarchiv > News 2026-02 > „Am Endes des Tages ist es seine Firma“: Gewerkschaft macht Ubisoft-CEO für Krise verantwortlich und fordert offen seinen Rücktritt
Autor: Marius Müller,  4.02.2026 (Update:  4.02.2026)