Urtopia Carbon 1 ST: Das sehr gute E-Bike bietet smarte Funktion, ist aber nicht frei von Tadel

Das Urtopia Carbon 1 ST ist ein durchaus empfehlenswertes Elektrofahrrad, wobei sich im Test herausgestellt hat, dass das Fahrrad insbesondere für nicht zu große Personen gut geeignet ist. Urtopia ist ein Hersteller, der nicht nur in Bezug auf die Materialwahl moderne und durchaus gehobene Anforderungen erfüllen will, sondern auch in Bezug auf die smarten Features. Beim Material gelingt das durchaus. Ob dies bei den smarten Funktionen auch der Fall ist, wollen wir im Folgenden noch einmal evaluieren. Sehr auffällig ist das Display des Urtopia Carbon 1 ST. Im Regelfall bringen E-Bikes durchaus Bildschirme mit, allerdings setzt Urtopia auf ein LED-Matrix-Display. Dieses bietet einen ganz großen Vorteil: Es ist auch im Sonnenlicht gut ablesbar, die Auflösung des Displays ist auch hoch genug, um beispielsweise Zahlen gut abzulesen.
Navigationsfunktionen auf Matrix-LED
Es ist möglich, sich vom Urtopia Carbon 1 ST navigieren zu lassen - zumindest indirekt. So lässt sich die Navigation problemlos in der App starten, die eigentliche Navigation übernimmt dann praktisch das Smartphone. Abbiegehinweise werden dann auf dem Display angezeigt und die entsprechenden Navigationsanweisungen akustisch ausgegeben. Die akustische Ausgabe kann dann eben über Bluetooth erfolgen, was recht smart ist: So können Nutzer die Navigationshinweise etwa auf das Ohr bekommen oder auch von den Lautsprechern des Urtopia Carbon 1 ST wiedergeben lassen. In der Praxis ist die Navigation durchaus nützlich. Dass es keine Kartendarstellung gibt, hat uns in dem wohlgemerkt einigermaßen bekannten Gebiet wenig gestört. Da die Straßennamen angesagt werden, kann auf eine solche im Prinzip verzichtet werden. Bei sehr unübersichtlichen Straßenkonstellationen mag man sich trotzdem eine Karte wünschen. Ist eine Kartendarstellung unbedingt erforderlich, könnte man durchaus noch eine entsprechende Smartphone-Halterung (bei Amazon) montieren, dann bietet das verbaute Display aber keinen Mehrwert.
Komfortfunktionen dank LTE und GNSS
Das Urtopia Carbon 1 ST bietet verschiedene Komfortfunktionen, wobei wir um diese aber eine relativ große Klammer machen wollen, insbesondere in Bezug auf den Diebstahlschutz: Mithilfe von Geofencing können sich Nutzer benachrichtigen lassen, wenn das Fahrrad einen definierten Bereich verlässt. Zudem gibt es einen Alarmmodus, der bei einer Erschütterung oder dem Versuch, das Fahrrad wegzutragen, relativ laut Alarm macht. Diese Funktionen verhindern aber eben nicht das Wegtragen des Fahrrads und im Grunde auch nicht das Wegfahren. So kann der Motor das Fahrrad eben nicht blockieren. Diese Ortungsfunktion erfordert wenig überraschend eine LTE-Verbindung, welche im ersten Jahr kostenfrei ist und danach mit 45 Euro zu Buche schlägt. Diese LTE-Verbindung und das GNSS-Modul ermöglichen es auch, das Fahrrad zu orten. Auf der Karte in der App lässt sich die eigene Position und die des Fahrrads anzeigen. Ebenfalls über LTE kann das Fahrrad entsperrt, zum Piepsen gebracht und in den Alarmmodus versetzt werden.
Ziemlich nützlich, aber nicht ganz frei von Tadel, hat sich bei der längeren Nutzung der verbaute Fingerabdrucksensor erwiesen: Dieser funktioniert im Grunde gut, allerdings umso besser, wenn er denn in gewissen Zeitabständen - also eher jede zweite Woche - denn auch noch einmal nachkalibriert wird. Uns ist nicht ganz klar, warum sozusagen die Halbwertzeit des gespeicherten Fingerabdrucks beim Urtopia Carbon 1 ST geringer als etwa bei modernen Smartphones ist. Mit nassen Fingern wird die Erkennungsleistung sogar noch ein wenig schlechter. Eine weitere Komfortfunktion gibt es ebenfalls. So wird die Beleuchtung bei Dunkelheit oder in der Dämmerung automatisch aktiviert. Da zumindest bei unserem Modell die Rückbeleuchtung nicht integriert ist, ist das Konzept nicht komplett umgesetzt.
Statistiken sind sinnvoll, aber beschränkt
Das Urtopia Carbon 1 ST führt Buch über die zurückgelegten Fahrten, was nicht extra aktiviert werden muss. Dabei lassen sich die Aktivitäten mit der Community teilen. Zudem erhalten Kunden für die Nutzung Carbon-Credits, die sich gegen Prämien einlösen lassen sollen. Aufgezeichnet und auch angezeigt wird dabei auch die Pedalleistung - allerdings bleiben Nutzer auf das Urtopia-Ökosystem beschränkt. So ist es nicht möglich, die Aktivitäten etwa als GPX-Dateien zu exportieren oder etwa auf eine Fitness-Plattform wie Garmin Connect zu teilen. Eine solche Funktion dürfte für Nutzer, die ihr Urtopia-E-Bike in die Trainingsplanung mit einbeziehen, sinnvoll sein.















