Video: Roboter schlagen Usain Bolts 100-Meter-Rekord und crashen danach in die Bande

Ein chinesischer humanoider Roboter hat die 100 Meter in 9,39 Sekunden zurückgelegt und damit Usain Bolts 2009 aufgestellten Weltrekord von 9,58 Sekunden unterboten. Tiangong Ultra hat diese Zeit in einem Vorlauf bei den World Humanoid Robot Games in Peking erreicht und damit gezeigt, wie schnell sich die körperlichen Fähigkeiten humanoider Maschinen derzeit verbessern.
Der vom Beijing Humanoid Robot Innovation Center entwickelte Tiangong Ultra ist zunächst hinter Honor Lightning, dem roten Roboter, zurückgefallen, hat ihn kurz vor dem Ziel aber noch überholt. Lightning hat die Strecke in 9,47 Sekunden absolviert und ist damit ebenfalls schneller gewesen als Bolts Weltrekord.
Der Zieleinlauf ist bei beiden Robotern wenig kontrolliert verlaufen. Tiangong Ultra ist gestolpert und seitlich von der Strecke abgekommen, während Lightning zusammengebrochen ist und auf einer Trage abtransportiert werden musste. Hinter der Ziellinie hatten die Veranstalter eine dicke Matte platziert, um die Roboter beim Anhalten zu unterstützen. Das Abbremsen ist dennoch ein deutliches Problem geblieben.
Trotzdem zeigen die Ergebnisse, wie stark sich die Leistungsfähigkeit humanoider Roboter innerhalb eines Jahres verbessert hat. Bei der ersten Austragung 2025 hat Tiangong Ultra den 100-Meter-Lauf noch mit einer Zeit von 21,50 Sekunden gewonnen. Innerhalb eines Jahres hat der Roboter seine Zeit somit mehr als halbiert. Ein weiterer humanoider Roboter hat in diesem Jahr zudem 400 Meter in 39,7 Sekunden zurückgelegt und damit den menschlichen Weltrekord von 43,03 Sekunden unterboten, den der südafrikanische Sprinter Wayde van Niekerk aufgestellt hat.
Honor Lightning hatte seine hohe Geschwindigkeit bereits vor dem Wettbewerb demonstriert. Chinesischen Staatsmedien zufolge hat der Roboter einen 100-Meter-Testlauf in 9,32 Sekunden absolviert und dabei eine Höchstgeschwindigkeit von 14,5 Metern pro Sekunde erreicht. Anfang des Jahres hat er außerdem einen Halbmarathon für humanoide Roboter in Peking mit einer Zeit von 50 Minuten und 26 Sekunden gewonnen. Sein Tempo ist damit höher gewesen als beim Weltrekordlauf der Männer.
Hohe Laufgeschwindigkeiten sind jedoch nur ein Teil dessen, was die Veranstalter der World Humanoid Robot Games erproben wollen. Der fünftägige Wettbewerb umfasst 51 Disziplinen, davon basieren 30 auf traditionellen Sportarten und 21 simulieren reale Arbeitsaufgaben. Laut Huawei, einem Technologiepartner der Veranstaltung, müssen die Roboter bei mehr als 40 Prozent der Wettbewerbe vollständig autonom agieren.
Neben den Sportwettbewerben müssen die Roboter unter anderem industrielle Montagearbeiten übernehmen, Materialien transportieren, Elektrofahrzeuge laden, Aufgaben in Restaurants erledigen und auf Notfälle reagieren. Bei einer Herausforderung muss ein Roboter ein Kabel korrekt anschließen. Diese scheinbar einfache Aufgabe prüft, ob er einen Gegenstand erkennen, seine Hände präzise positionieren, die richtige Kraft aufwenden und Fehler selbstständig korrigieren kann. Ein Kabel kann im falschen Winkel liegen, ein Paket kann verrutschen oder ein Gegenstand etwas außerhalb der Reichweite platziert sein. Anders als bei einem kontrollierten Sprint muss der Roboter in solchen Situationen die Lage erfassen und sich ohne menschliche Hilfe daran anpassen.
China fördert humanoide Roboter intensiv als strategische Zukunftsbranche. Unternehmen wollen die Maschinen künftig in Fabriken, in der Logistik und für Verbraucheranwendungen einsetzen. Die Spiele in Peking sollen sowohl ihre körperlichen Fähigkeiten als auch ihr Potenzial für praktische Arbeiten demonstrieren.
Seit der ersten Austragung ist die Veranstaltung erheblich gewachsen. In diesem Jahr nehmen 2.056 Roboter aus 666 Teams teil, die 16 Länder und sechs Kontinente vertreten. Im Vorjahr waren es noch 280 Teams. Das Programm reicht von Tauziehen, Gewichtheben und Tai-Chi bis hin zu Lagerarbeiten und industriellen Aufgaben.









