WhatsApp verlässt seine bisherige, ausschließlich auf die Telefonnummer gestützte Struktur. Zukünftig können Nutzer ihren Account über einen selbst gewählten Benutzernamen identifizieren und sich so mit neuen Kontakten verbinden, ohne ihre private Mobilfunknummer exponieren zu müssen. Diese Maßnahme zielt darauf ab, die Weitergabe persönlicher Daten in öffentlichen Gruppen oder bei einmaligen Geschäftskontakten zu unterbinden. In der Android-Beta-Version 2.25.28.12 wurde die Codebasis für dieses System von WABetaInfo beschrieben. Die Einführung erfolgt nicht als einzelnes Update, sondern wird in zwei Phasen unterteilt, um die Vergabe begehrter Handles zu steuern.
Technische Details des Reservierungssystems
Die wohl kritischste Phase stellt das geplante Reservierungssystem dar. Angesichts der globalen Nutzerbasis von WhatsApp ist zu erwarten, dass prägnante und populäre Benutzernamen wie etwa @nachname oder Markennamen sofort reserviert werden. Um zu verhindern, dass nur Beta-Tester oder Early Adopter die besten Namen reservieren, wird die Reservierungsfunktion laut WABetaInfo unabhängig und zeitlich vor der eigentlichen Freischaltung der vollständigen Nutzernamen-Funktion ausgerollt.
Spezifikationen der Nutzernamen
Laut den Regeln der Beta-Version müssen die Usernames bestimmte technische Spezifikationen einhalten. Sie müssen zwischen 3 und 30 Zeichen lang sein, mindestens einen Kleinbuchstaben enthalten und dürfen lediglich Zahlen, Punkte und Unterstriche als Sonderzeichen verwenden. Unzulässig sind Handles, die mit „www.“ beginnen, oder solche, die ausschließlich aus Ziffern bestehen. Jeder Benutzername ist strikt einmalig und dem jeweiligen Account zugeordnet.
Benutzernamenschlüssel als zusätzliche Sicherheitsebene
Des Weiteren wird ein "Benutzernamenschlüssel" (username key) entwickelt. Dieses Feature soll eine zusätzliche Sicherheitsebene schaffen. Selbst wenn ein Dritter den @Handle eines Nutzers errät oder kennt, soll eine Kontaktaufnahme nur möglich sein, wenn der Sender auch den dazugehörigen, optional aktivierbaren Schlüssel besitzt. Diese PIN-ähnliche Schutzfunktion ist ein direktes Zugeständnis an die Notwendigkeit, Spam und unerwünschte Kontaktaufnahmen effektiv zu filtern, ein Problem, das Messenger mit rein pseudonymer Identität oft aufweisen.
Kritische Betrachtung und Ausblick
Obwohl die Username-Funktion einen deutlichen Zugewinn an digitaler Privatsphäre und Datenschutz verspricht, birgt der zweistufige Rollout auch operationelle Risiken. WhatsApp muss sicherstellen, dass das Reservierungssystem stabil skaliert und keine technischen Lücken entstehen, die sogenannten „Name-Squatting“-Aktivitäten ermöglichen.
Die Herausforderung liegt in der Synchronisation der Telefonnummer als primärem Login-Kriterium und dem Benutzernamen als sekundärem, aber öffentlichem Identifikator. Ob der Rollout, diesen komplexen technischen Anforderungen gerecht werden kann, ist die entscheidende Frage. Die Reservierung, deren Start in den kommenden Wochen erwartet wird, wird als erster, massiver Stresstest für die Architektur des Messengers dienen.








