Wie intelligent ist ein smarter Bewässerungscomputer?

Für viele muss ein intelligentes Bewässerungssystem vermutlich eine einzige Sache können: Pflanzen ohne eigenes Zutun in einem Ausmaß bewässern, das diese mit genügend Feuchtigkeit versorgt, gleichzeitig aber nicht das ganze Grundstück unter Wasser setzt. Keine allzu schwierige Aufgabe, sollte man meinen? Nun ja...
Stufe 1: "Smarte" ... Zeitschaltuhren?
Wer auf Google nach "intelligenter Bewässerung" sucht, der erhält Vorschläge für Bewässerungscomputer in Hülle und Fülle. Darunter auch besonders preiswerte Modelle, etwa jenes, das im Folgenden repräsentativ für diese Gruppe vorgestellt werden soll.
Der "Insoma Automatischer Wassertimer Intelligentes Bewässerungssystem Sprinkler-Timer" ist mit Kosten ab rund 5 bis 20 Euro bei Aliexpress (im Zuge eines Willkommensangebots) das mit Abstand günstigste Gerät, das mit "intelligenten Funktionen" wirbt. Es ermöglicht das Bewässern nach Zeitplan (Startzeit, Dauer und Häufigkeit), das manuelle Gießen für eine bestimmte Zeit und das Unterbrechen der Beregnung während regnerischen Perioden.
Allerdings müssen diese Einstellungen direkt am Gerät vorgenommen werden, eine automatische Anpassung der Intensität je nach Jahreszeit oder Wetter erfolgt nicht. Ist man beispielsweise längere Zeit nicht zu Hause (oder verabsäumt man es aus anderen Gründen, sich um den Bewässerungscomputer zu kümmern), so kann es durchaus vorkommen, dass die Pflanzen deutlich stärker gegossen werden, als es aufgrund der Wetterlage eigentlich nötig wäre. Das ist aufgrund des Strom- und Wasserverbrauchs nicht nur unnötig teuer, sondern auch eine sinnlose Belastung für die Umwelt.


Stufe 2: Bewässerungscomputer mit Smartphone-Steuerung
Diese Geräte sind mit mindestens einem Funkmodul ausgestattet und lassen sich so meist über WLAN, Bluetooth oder ZigBee mit dem eigenen Netzwerk verbinden. Sie verfügen häufig über dieselben Funktionen wie klassische Bewässerungscomputer (Beregnung nach Zeitplan), ermöglichen es jedoch, diesen von unterwegs per Smartphone zu verändern. Das ist beispielsweise praktisch, um im Urlaub die Bewässerungsintensität anzupassen. Doch wer möchte wirklich im Urlaub das Wetter zu Hause beobachten und dann manuell den Zeitplan verändern?
Stufe 3: Wirklich intelligente Systeme
Viel schöner wäre es doch, wenn die Bewässerungsanlage dies selbstständig basierend auf Wetter- oder Feuchtigkeitsdaten erledigen könnte. Wirklich intelligente Systeme gehen sogar noch einen Schritt weiter: Sie berücksichtigen auch Parameter wie die Bodenbeschaffenheit, die Pflanzenart und die Sonneneinstrahlung (und damit die Evapotranspiration). Der Algorithmus weiß dann, ob gerade durstige Tomaten in sandiger Erde oder genügsamer Rasen auf Lehmboden gegossen werden muss.
Je nach eigenen Präferenzen (z.B. lokale Steuerung und echte Integration ins Smart Home vs. geschlossenes Ökosystem) finden sich die verschiedensten Lösungen. Seien es Bewässerungscomputer für große Systeme mit mehreren Ventilen (zu nennen ist hier etwa die Open-Source-Lösung OpenSprinkler ab rund 200 Euro) oder Geräte zur direkten Montage am Wasserhahn, etwa der LinkTap G2S (rund 160 Euro bei Amazon).
Gerade letzterer zeigt, was den Begriff "smart" wirklich rechtfertigt. Er verfügt nicht nur über die oben genannten Funktionen, sondern auch über einen eingebauten Durchflussmesser. Platzt der Gartenschlauch oder liefert die Pumpe plötzlich kein Wasser mehr, wird diese Anomalie vom System erkannt, das Ventil sofort geschlossen und eine Warnung aufs Smartphone geschickt, statt im ersten Fall beispielsweise den Garten zu fluten. Solche Systeme gießen nicht nur bedarfsorientiert statt starr nach Zeitplan, sondern bieten auch zusätzlichen Schutz gegen unliebsame Überraschungen.
Sehr lesenswert sind auch unsere Tests zum Pearl BWC-645 oder zum GrowCube. Beide Systeme sollen der Bewässerung von kleineren Bereichen oder einzelnen Pflanzen dienen, beispielsweise am Balkon oder am Fensterbrett. Damit richten sie sich zwar an eine gänzlich andere Zielgruppe, bieten jedoch in Kombination mit Feuchtigkeitssensoren ebenfalls gute Automatisierungsmöglichkeiten.
Quelle(n)
eigene Recherche








