Xbox-CEO: Nächste Konsole muss KI-bedingte „RAMpocalypse“ bewältigen

Xbox-CEO Asha Sharma zufolge muss Microsoft bei seiner nächsten Konsolengeneration neben der Leistung auch die Bezahlbarkeit in den Mittelpunkt stellen. Gegenüber BBC erklärte sie, dass steigende Komponentenpreise, die zum Teil durch die hohen KI-Ausgaben verursacht werden, die gesamte Branche mitten in das gebracht hätten, was sie als „RAMpocalypse“ bezeichnet.
Ein durch KI verschärftes Speicherproblem
Der Begriff beschreibt den Kostendruck, der in diesem Jahr die gesamte Konsolenbranche erfasst hat. Die Preise für Arbeitsspeicher und Speicherchips sind stark gestiegen, weil KI-Unternehmen enorme Mengen an RAM und NAND-Flash für ihre Rechenzentren aufkaufen. Diese Entwicklung hat branchenweit bereits zu mehreren Preiserhöhungen bei Konsolen geführt – und das lange nach deren Marktstart. In der Geschichte der Gaming-Hardware war dies vor dem aktuellen Zyklus äußerst selten.
Sharma erklärt, dass die Branche der Kosteneffizienz in der Vergangenheit nicht die gleiche Priorität einräumen musste wie heute. Das aktuelle Preisumfeld bezeichnete sie als echte Krise, die Innovationen sowohl bei der Leistung als auch bei den Kosten erforderlich mache. Microsoft wolle Spielern künftig außerdem mehr Wahlmöglichkeiten bieten, wie sie spielen und wie sie eine Konsole kaufen, anstatt ausschließlich über die reine Hardware-Leistung zu konkurrieren.
Diesen Ansatz brachte sie direkt damit in Verbindung, wie eine zukünftige Konsole mit Speicher und Arbeitsspeicher umgeht. Die Kosten einzelner Komponenten pro Gerät seien ein Bereich, den Xbox bei der Entwicklung des Nachfolgers von Series X und Series S neu überdenken müsse. Im Zusammenhang mit der Bezahlbarkeit erwähnt Sharma außerdem Xbox' neues Disc-to-Digital-Programm, mit dem Spieler digitale Versionen von physischen Spielen erhalten können, die sie bereits besitzen. Xbox-Nutzer können ab nächster Woche für unterstützte Titel eine digitale Lizenz freischalten. Zum Start sollen Tausende Spiele unterstützt werden, weitere sollen im Laufe der Zeit hinzukommen. Sharma stellte das Programm als Frage der Wahlfreiheit dar und nicht als Entscheidung für eines der beiden Formate. Dazu sagte sie schlicht: „Ich möchte sicherstellen, dass die Menschen eine Wahl haben.“
Überlebensstrategie oder allgemeine Kostensenkung?
Sharma leitet Xbox seit sechs Monaten, nachdem sie zuvor in Microsofts KI-Sparte tätig war. Nach Jahren mit enttäuschenden Geschäftsergebnissen hatte sie bereits zuvor die nach eigenen Worten bedeutendste Umstrukturierung in der Geschichte von Xbox angekündigt. Im Zuge dieser Neuausrichtung wurden Tausende Stellen gestrichen, wobei Berichten zufolge einige der betroffenen Mitarbeiter von der Entscheidung völlig überrascht wurden. Sharma bezeichnete den umfassenden Umbau als notwendig, damit Xbox auch in den kommenden 25 Jahren bestehen könne. Dabei verwies sie auf eine neue Generation von Spielern, die sich andere Möglichkeiten zum Spielen sowie modernere Technologien wünsche.
Konkrete Angaben zu Preis, Veröffentlichungstermin oder Hardware der nächsten Xbox-Konsole machte Sharma nicht. Gleichzeitig räumte sie ein, dass die kommenden Jahre für die gesamte Branche schwierig werden dürften. Ihre Aussagen setzen ein Thema fort, das Microsofts Gaming-Führung in diesem Jahr bereits mehrfach aufgegriffen hat. Ähnliche Aussagen zur Bezahlbarkeit gab es zuvor in Interviews mit Fortune und Bloomberg, während die Preise für Arbeits- und Massenspeicher branchenweit weiter gestiegen sind.
Die Reaktionen der Fans fallen eher skeptisch aus, was eine tatsächliche finanzielle Entlastung angeht. Auf ResetEra stellten Nutzer infrage, ob Microsoft oder Sony bei der Hardware der nächsten Generation tatsächlich Verluste hinnehmen würden, um einen niedrigeren Verkaufspreis zu ermöglichen. Einige gehen stattdessen davon aus, dass beide Unternehmen stärker auf Abonnements und Softwareverkäufe setzen könnten, um die Differenz auszugleichen, anstatt die Konsolenpreise direkt zu senken.













