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Xbox' neue Disc-to-Digital-Initiative erwähnt keine Übertragung älterer Xbox-360- oder Original-Xbox-Spiele

Ein Poster zur Xbox-Disc-to-Digital-Initiative.
ⓘ Xbox Wire
Ein Poster zur Xbox-Disc-to-Digital-Initiative.
Microsofts Project Positron wandelt unterstützte Spiele-Discs für Xbox One und Series X in digitale Lizenzen um, die mit dem jeweiligen Konto verknüpft werden. Dafür ist allerdings weiterhin eine Konsole mit Disc-Laufwerk erforderlich, und Xbox-360- sowie Original-Xbox-Titel sind derzeit ausgeschlossen. Zwar verbessert die Initiative den Zugriff über Xbox Play Anywhere und Cloud Gaming, doch der begrenzte Umfang schwächt Microsofts Aussage ab, dass es hier um eine umfassende Spielebewahrung gehen würde – gerade bei jenen Titeln, bei denen diese möglicherweise am dringendsten nötig wäre.

Xbox' neues Project Positron ist nun offiziell da und wird als Funktion zur „Bewahrung“ von Spielen positioniert. Um sie zu nutzen und eine digitale Lizenz für ein Spiel zu erhalten, benötigt man allerdings weiterhin eine Xbox Series X oder Xbox One mit Disc-Laufwerk.

Xbox-Discs könnten dadurch künftig womöglich sogar wertvoller werden als die Spiele, die auf ihnen gespeichert sind. Nutzer, die sich eine digitale Lizenz sichern, erhalten das Spiel dauerhaft für ihr Konto, während die jeweilige Disc auch nach der Einlösung der Berechtigung weiterhin wie gewohnt funktioniert. Von älteren Xbox-360- oder Original-Xbox-Spielen ist allerdings keine Rede. Möglicherweise liegt das daran, dass diese keine eindeutigen Kennungen oder Disc-IDs besitzen und sich damit theoretisch beliebig oft kopieren oder „einlösen“ ließen.

„Tausende“ vergleichsweise neue Titel bewahren?

Ab dem 31. August können Xbox Insider ihre physischen Discs einlegen und dafür digitale Keys beziehungsweise Lizenzen erhalten. Xbox-Vizepräsident Jason Ronald erklärte gegenüber Xbox Wire, dass zum Start Tausende Xbox-One- und Xbox-Series-X-Titel die neue Disc-to-Digital-Funktion unterstützen werden. Eine konkrete Liste hat Microsoft bislang jedoch nicht veröffentlicht.

Project Positron, also Xbox' Disc-to-Digital-Funktion, ermöglicht es Spielern, eine unterstützte Xbox-Disc in eine Xbox One oder Xbox Series X einzulegen und das Spiel zu starten, um eine Lizenz zu erhalten. Diese gewährt anschließend Zugriff über Xbox Play Anywhere und ermöglicht zudem das Streaming über Xbox Cloud Gaming. Die jeweilige Xbox-Disc bleibt weiterhin voll funktionsfähig und kann wie vorgesehen zum Spielen genutzt werden.

Unterm Strich funktioniert das Feature allerdings nur auf zwei Konsolengenerationen und schließt sowohl die laufwerklose Xbox Series S als auch die digitale Xbox Series X aus – aus naheliegenden Gründen. Ältere Konsolen und Disc-Sammlungen, bei denen eine Bewahrung womöglich deutlich dringlicher wäre, profitieren von Microsofts neuer Initiative praktisch nicht. Schließlich können Discs selbst bei sachgemäßer Lagerung in manchen Fällen bereits nach etwa 30 Jahren unbrauchbar werden.

Bislang hat Microsoft noch keinen offiziellen Termin für die allgemeine Einführung genannt. Bekannt ist lediglich, dass Insider die neue Disc-to-Digital-Funktion gegen Ende August ausprobieren können. Zufälligerweise startet diese Beta nur acht Wochen, nachdem Sony bestätigt hat, ab Januar 2028 keine physischen Discs mehr produzieren zu wollen.

Xbox-Vizepräsident Jason Ronald, der den umfassenderen Disc-to-Digital-Wandel bei Xbox verantwortet, stellt die neue Initiative als Maßnahme zur Kontinuität dar, mit der Spielesammlungen über mehrere Konsolengenerationen hinweg erhalten bleiben sollen. Im Beitrag auf Xbox Wire erklärt er:

„Das ist Teil unseres umfassenderen Engagements für die Bewahrung von Spielen.“ Dabei ging er allerdings nicht darauf ein, dass die Initiative weder Xbox-360- noch Original-Xbox-Spiele umfasst oder überhaupt erwähnt – obwohl diese mehr als die Hälfte der Disc-basierten Xbox-Geschichte ausmachen.

Ein Versuch, um Punkte zu sammeln?

Man könnte argumentieren, dass Microsoft mit dieser Aktion zumindest teilweise den Spieß gegenüber Sony umdreht. Sony steht bei Spielern und innerhalb der Branche in der Kritik, weil das Unternehmen physische Spiele-Discs ab 2028 aufgeben will. Xbox selbst war beim Launch-Event der Xbox One einst Ziel massiver Kritik, worauf Sony mit einem viralen Video reagierte, das Spielern „zeigte“, wie man gebrauchte Spiele an Freunde „verschenkt“: indem man ihnen einfach die Disc in die Hand gibt.

Ob Xbox die aktuelle Situation bewusst für sich nutzt oder das Timing angesichts der anhaltenden Debatte um physische Spiele einfach ausgesprochen günstig ist, lässt sich schwer sagen. Der jüngste Vorstoß des Unternehmens wirft jedoch eine immer dringlichere Frage auf, die inzwischen auch viele Analysten stellen: Ist dies die letzte Konsolengeneration mit Disc-Laufwerken?

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Autor: Rahim Amir Noorali, 28.08.2026 (Update: 28.08.2026)