E-Auto-Zufriedenheit 2026: Xpeng auf Platz 1, Opel-Kunden stürzen ab

Das Stuttgarter Beratungs- und Marktanalyseunternehmen Uscale hat eine Zufriedenheitsunfrage unter mehr als 4.000 E-Autofahrern durchgeführt. 92 Prozent der befragten Opel-Fahrer berichten von Problemen mit ihrer Connect-App. Bei der US-Marke Tesla sind es im harten Kontrast dazu gerade einmal 8 Prozent. Die EV Satisfaction Study 2026 von Uscale offenbart damit einen gewaltigen Unterschied bei der alltäglichen Software von modernen Elektroautos. Auch in der Gesamtwertung der reinen Weiterempfehlungsbereitschaft liegen Welten zwischen den untersuchten Automarken: Der chinesische E-Auto-Bauer Xpeng verteidigt Platz 1, Konkurrent Tesla verbessert sich stark vom sechsten auf den zweiten Rang. Opel landet dagegen erneut ganz hinten.
Xpeng vor Tesla: Opel-Fahrer raten ab
Genau 82 Prozent der befragten Xpeng-Fahrer würden ihr Elektroauto aktiv weiterempfehlen. Bei Tesla sind es extrem starke 79 Prozent. Direkt dahinter folgen Skoda und Porsche mit jeweils 67 Prozent. Für Xpeng spricht aus Sicht der Kunden vor allem die erfolgreiche Kombination aus Ladeleistung, cleverem Lademanagement und der tatsächlichen Alltags-Reichweite. Tesla überzeugt die Fahrer insbesondere bei der Fahrzeug-Software, der Connect-App, der Routenplanung und beim Energie-Verbrauch.
Am anderen Ende der Rangliste sieht es für etablierte Autobauer deutlich schlechter aus. Nur 19 Prozent der befragten Opel-Fahrer würden ihr Elektroauto aktiv weiterempfehlen, während 50 Prozent davon abraten. Fiat erreicht lediglich eine Weiterempfehlungsquote von 24 Prozent, MG kommt auf schwache 30 Prozent. Auch der deutsche Premium-Hersteller Audi gehört laut Uscale zu den vier absoluten Schlusslichtern der umfassenden Untersuchung.

92 gegen 8 Prozent: Opel hat ein massives App-Problem
Besonders auffällig ist der dramatische Unterschied bei den Smartphone-Apps der Autohersteller. Insgesamt berichten 48 Prozent der 4.004 Befragten von nervigen Problemen mit ihrer persönlichen Connect-App. Bei der Marke Opel sind es katastrophale 92 Prozent, bei Tesla lediglich 8 Prozent. Damit liegt die Problemquote unter den befragten Opel-Fahrern beim 11,5-Fachen des Tesla-Werts.
Auch andere Hersteller haben hier noch enormen Nachholbedarf. Rund 44 Prozent der Befragten wünschen sich dringende Verbesserungen bei der Softwarequalität im Fahrzeug. Damit steht die Fahrzeugsoftware aktuell noch vor der physischen Ladeleistung mit 42 Prozent, der Connect-App mit 39 Prozent und der Routenplanung mit 35 Prozent.
Kia und Hyundai: Fahrer von Warntönen genervt
Nicht nur Softwarefehler sorgen für Ärger im Cockpit. Genau die Hälfte der befragten E-Auto-Fahrer fühlt sich von Warn- und Hinweistönen im Fahrzeug gestört. Bei den asiatischen Marken Kia und Hyundai sind es sogar rund 80 Prozent, bei Mini dagegen nur 29 Prozent. Allein die Warnungen der Fahrerassistenzsysteme stören 30 Prozent aller Befragten. Die großen Unterschiede zwischen den Automarken zeigen, wie stark die konkrete Abstimmung solcher Funktionen das eigentliche Fahrerlebnis am Lenkrad beeinflusst.
400 Kilometer Reichweite reichen vielen nicht mehr
Bei der Reichweite und der Ladeleistung machen aktuelle Elektroautos unbestreitbar große Fortschritte. Inzwischen berichten 59 Prozent der Befragten von einer tatsächlichen Sommerreichweite von mehr als 400 Kilometern. Im Vorjahr waren es noch 50 Prozent. Gleichzeitig verlieren diese 400 Kilometer ihren früheren Reiz für die Käufer. Nur noch 15 Prozent bewerten diese Reichweite als sehr gut. 2023 waren es noch doppelt so viele Pkw-Nutzer.
Ein völlig ähnliches Bild zeigt sich beim wichtigen Schnellladen an der Autobahn. Etwa 77 Prozent der erfassten Elektroautos verfügen inzwischen über eine DC-Ladeleistung von mindestens 150 kW. Trotzdem halten nur noch 58 Prozent der Befragten eine Ladeleistung von 150 kW für gut oder sehr gut. Im Vorjahr waren es noch 65 Prozent. Trotz der großen technischen Fortschritte berichten weiterhin 71 Prozent der Autofahrer von echten Problemen beim Stromtanken. Häufige Kritikpunkte an der Ladesäule sind Schwierigkeiten beim reinen Start eines Ladevorgangs und eine unerwartet niedrige Ladeleistung.
Über alle E-Auto-Marken hinweg steigt der Net Promoter Score von 33 auf 38 Punkte. Das ist der höchste Zufriedenheits-Wert seit Beginn der Uscale-Zeitreihe. Insgesamt würden 53 Prozent der Befragten ihr Elektroauto aktiv an Freunde weiterempfehlen, 15 Prozent raten davon ab und die restlichen 32 Prozent verhalten sich neutral.
Für die EV Satisfaction Study 2026 befragte Uscale im Juni und Juli insgesamt 4.004 Fahrer von maximal drei Jahre alten Elektroautos in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die über soziale Medien rekrutierte Stichprobe ist nicht repräsentativ für alle E-Auto-Fahrer.
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