Apple rät Chrome-Nutzern auf Safari zu wechseln, verspricht 5h mehr Laufzeit

Apple wirbt bei Mac-Nutzern für einen Wechsel von Google Chrome zu Safari. Der eigene Browser soll beim Videostreaming auf einem Mac bis zu fünf Stunden längere Akkulaufzeiten ermöglichen. Die neue Kampagne "Stay on Safari" stellt außerdem kürzere Ladezeiten und einen stärkeren Datenschutz in den Standardeinstellungen heraus.
Laut Apple lädt Safari häufig besuchte Websites unter macOS bis zu 35 Prozent schneller als Chrome. Für den Vergleich hat das Unternehmen zwölf beliebte Websites auf dem MacBook Air 15 mit M5-Chipsatz und 16GB gemeinsamem Arbeitsspeicher unter simulierten Netzwerkbedingungen getestet. Daraus lässt sich nicht ableiten, dass Safari auf allen Websites, Macs oder Internetverbindungen schneller ist.
Auch die Angabe zur Akkulaufzeit bezieht sich auf einen konkreten Einsatz: Apple bewirbt bis zu fünf zusätzliche Stunden beim Videostreaming, nicht bei beliebigen Browseraufgaben. Beide Angaben stammen aus Apples eigenen Messungen. Wie aussagekräftig sie im Alltag sind, hängt davon ab, wie stark die tatsächliche Nutzung den getesteten Aufgaben entspricht.
Apple begründet die beworbene Effizienz vor allem mit der engen Abstimmung von Safari auf die eigene Hard- und Software. Das Unternehmen entwickelt die Browser-Engine WebKit selbst und kann sie für Apple-Chips optimieren. Diese Integration allein belegt jedoch noch keinen entsprechenden Vorteil gegenüber Chrome. Die Ergebnisse hängen von den jeweils getesteten Aufgaben und Bedingungen ab.
Ein weiterer Schwerpunkt der Kampagne ist der Datenschutz. Safari blockiert standardmäßig Cookies von Drittanbietern und verfügt über Intelligent Tracking Prevention, eine Funktion zur Begrenzung der Nachverfolgung über mehrere Websites hinweg. Apple bewirbt diese integrierten Schutzfunktionen zusammen mit dem Lesemodus, Profilen und der nativen Unterstützung von Apple Pay.
Chrome bietet allerdings weiterhin praktische Vorteile. Die große Auswahl an Erweiterungen und die Synchronisierung zwischen Windows, Android und anderen Plattformen erleichtern die Nutzung bei regelmäßigen Gerätewechseln. Für Nutzer, die auf bestimmte Erweiterungen angewiesen sind oder denselben Browser unter verschiedenen Betriebssystemen verwenden möchten, dürfte ein Wechsel weniger attraktiv sein.
Laut StatCounter erreicht Chrome einen Anteil von 66,36 Prozent am Browsermarkt, Safari kommt auf 18,27 Prozent. Apples Argumente könnten Mac-Nutzer dazu bewegen, ihre Browserwahl zu überdenken. Die beworbenen Vorteile beziehen sich jedoch auf bestimmte Aufgaben und garantieren weder längere Akkulaufzeiten noch schnelleres Surfen in jeder Situation.








