Apple iOS 26.6: Anthropic-Forscher fanden Safari-Lücke mit Claude

Zwei Research Scientists von Anthropic haben eine Sicherheitslücke in Safari gefunden, und zwar mit Hilfe von Claude, dem KI-Modell ihres eigenen Arbeitgebers. Apple hat die Lücke am Montag mit iOS 26.6 und iPadOS 26.6 geschlossen und nennt das Modell in seiner Danksagung ausdrücklich beim Namen. Insgesamt schließt das Update 87 Sicherheitslücken, aufgelistet in 78 Einträgen, verteilt über Kernel, Safari, Bildverarbeitung und Kontakte.
Dass eine davon bereits angegriffen wurde, schreibt Apple bei keinem einzigen Eintrag. Das war Ende Juni schon so, als Apple das Update iOS 26.5.2 vorzog, weil KI-Werkzeuge den Weg von der Lücke zum fertigen Angriff verkürzen.
Der Name des Werkzeugs steht im Advisory
Hinter der Kennung CVE-2026-64757 steht bei Apple wörtlich "Milad Nasr and Nicholas Carlini with Claude, Anthropic". CVE steht für Common Vulnerabilities and Exposures und ist die weltweit einheitliche Nummer für eine gemeldete Schwachstelle. Nasr und Carlini arbeiten beide als Research Scientists bei Anthropic, Carlini kam 2025 von Google DeepMind dorthin.
Betroffen war WebKit, die Browser-Engine hinter Safari und hinter jeder App, die Webinhalte anzeigt. Die beiden fanden dort einen Speicherfehler, über den präparierte Webinhalte Safari zum Absturz bringen konnten. Dieselben Namen tauchen ein zweites Mal bei WebKit Storage auf, dem Teil der Engine, der Daten von Webseiten auf dem Gerät ablegt.
Ungewöhnlich ist daran weniger, dass eine KI im Spiel war, sondern dass Apple sie benennt. In den Danksagungen stehen sonst Menschen und Firmen, keine Werkzeuge. Wie groß Claudes Anteil an dem Fund tatsächlich war, sagen weder Apple noch Anthropic. Anfang Juli hatten wir den umgekehrten Fall: Bad Epoll, eine Root-Lücke, die Anthropics KI übersehen hatte.
Warum dein iPhone jetzt wärmer wird
Der zweite Teil des Updates ist unsichtbar und trotzdem spürbar. In Apples Release Notes steht ein einziger Satz zum Inhalt: Das Update enthalte Fehlerbehebungen, Sicherheitsupdates und optimiere den Spotlight-Index zur Vorbereitung auf iOS 27. Spotlight ist die geräteweite Suche. Apple baut diesen Suchindex also neu auf, damit die überarbeitete Suche und die tiefer eingebaute Siri im Herbst sofort laufen.
Das kostet Rechenzeit, und Apple sagt das selbst. In der eigenen Support-Dokumentation heißt es, bestimmte Aufgaben rund um ein Update liefen im Hintergrund weiter, was sich "möglicherweise auf die Batterielaufzeit und die Wärmeleistung auswirkt". Wer nach einem Update eine kürzere Laufzeit bemerkt, soll laut Apple einige Tage warten und dann erneut nachsehen.
Wer also nach dem Update denkt, mit dem iPhone stimme etwas nicht: Es arbeitet. Wer sichergehen will, lädt das Gerät über Nacht und schaut danach unter Einstellungen, Batterie nach, welche Posten oben stehen.
Wer das Update bekommt
iOS 26.6 läuft auf dem iPhone 11 und neuer, also auch auf dem iPhone 17 und dem iPhone 17 Pro Max. iPadOS 26.6 gibt es für iPad Pro 12,9 Zoll ab 3. Generation, iPad Pro 11 Zoll ab 1. Generation, iPad Air ab 3. Generation, iPad ab 8. Generation und iPad mini ab 5. Generation. Installiert wird unter Einstellungen, Allgemein, Softwareupdate. Parallel hat Apple macOS Tahoe 26.6, watchOS 26.6, tvOS 26.6, visionOS 26.6 und Safari 26.6 veröffentlicht.
87 Lücken ohne bekannten Angriff heißt nicht, dass Abwarten harmlos wäre. Mit der Veröffentlichung sind die technischen Beschreibungen öffentlich, und der Aufwand für Angreifer sinkt damit erheblich.





