Auf CPU-Betrug folgt RAM- und NAND-Täuschung: Blackview wird bei falschen Speicher-Angaben ertappt

Nachdem wir belegen konnten, dass zumindest zwei Notebook-Modelle von Chuwi teilweise mit einem AMD Ryzen 5 5500U ausgeliefert werden, obwohl diese mit einem AMD Ryzen 5 7430U beworben werden, konnte der japanische Blog Garumax einen weiteren Betrugsfall aufdecken. Demnach wird das Blackview Tabwee T50 (ca. 89 Euro bei MediaMarkt) mit weniger Speicher ausgeliefert als beworben.
Das Marketing ist schon auf den ersten Blick fragwürdig, denn der Hersteller wirbt groß mit 24 GB Arbeitsspeicher, in den technischen Daten wird aufgelöst, dass damit 6 GB RAM und 18 GB Swap gemeint sind, also "virtueller" Arbeitsspeicher, der auf den Flash-Speicher ausgelagert wird. Laut Garumax ist aber auch diese Angabe falsch, denn tatsächlich besitzt das Tabwee T50 nur 4 GB RAM.

Während die Systemeinstellungen des Tablets wie beworben 6 GB Arbeitsspeicher ausweisen, zeigt HWInfo nur 4 GB RAM. Um sicherzustellen, dass es sich dabei um keinen Anzeigefehler handelt, hat Garumax das Tablet zerlegt, und fand im Inneren nur einen einzelnen 4 GB SK Hynix H9HP52ACPMAD RAM-Chip. Auch beim Flash-Speicher schummelt der Hersteller. Nachdem Garumax aufgefallen war, dass von den 128 GB beworbenen Speicher nur 64 GB verwendet werden konnten, hat der Hersteller Besserung durch ein Software-Update versprochen.
Nach diesem Update zeigen die Systemeinstellungen zwar an, dass 128 GB Speicher verfügbar wären, genutzt werden können diese aber noch immer nicht. Der Teardown zeigt, dass es sich dabei um einen weiteren Täuschungsversuch handelt, denn der SK Hynix H9HP52ACPMAD Chip, der sowohl RAM als auch NAND beherbergt, besitzt nur 64 GB Speicher.








