Nachdem Clair Obscur: Expedition 33 wegen des Einsatzes generativer KI auf scharfe Kritik gestoßen ist, geraten auch andere populäre Spiele verstärkt unter Beobachtung. Das jüngste Beispiel dafür ist Battlefield 6. Ungeschickt gestaltete Artworks und Icons wecken Verdacht. Besonders frustrierend für Fans des Shooters: Die Entwickler von Dice hatten zuvor versprochen, in der finalen Version auf solche Tools zu verzichten.
Was steckt hinter der Battlefield 6-Kontroverse?
Im ResetEra-Forum wird unter anderem ein Vorschaubild für einen von Nutzern erstellten Portal-Modus diskutiert, das deutlich aus dem Rahmen fällt. Das cartoonhafte Bild zu „RPGs vs Golf Carts“ passt optisch nicht zum realistischeren Stil der übrigen Artworks. Allerdings stammt dieser Sandbox-Inhalt aus der Community und wurde nicht direkt von den Künstlern des Spiels erstellt.
Gravierender ist ein Icon, das im Battlefield-6-Store entdeckt wurde. Inmitten einer Reihe an neuen winterlich gestalteten Inhalten dient eine Schneeflocke als Hintergrund für eine ungewöhnlich designte Waffe. Der deutlichste Hinweis auf den Einsatz generativer KI sind die zwei Läufe der Waffe. Ein solches Konstrukt existiert bei keiner der im Spiel verwendeten Waffen.
In einem viel diskutierten Reddit-Thread weisen Fans auf weitere verdächtige Details hin, darunter etwa einen fehlenden Zeigefinger beim dargestellten Soldaten. Zwar haben sich KI-Tools deutlich weiterentwickelt, grundlegende Fehler dieser Art werden jedoch noch immer häufig übersehen.
Eventuell mehr KI in künftigen EA-Shootern
Sollte Battlefield 6 tatsächlich auf maschinell erzeugte Artworks zurückgegriffen haben, wirft das Zweifel an früheren Aussagen des Studios auf. In einem BBC-Interview erklärt Dice-Vizepräsidentin und General Managerin Rebecka Coutaz, dass KI in den frühen Planungsphasen des Projekts eine Rolle gespielt hat. Dabei betont sie jedoch, dass die Technologie nicht in der Verkaufsversion eingesetzt werden solle.
Ein Abrücken von diesem Versprechen würde vor dem Hintergrund von EAs jüngster Übernahme allerdings kaum überraschen. Nach der Aufnahme erheblicher Schulden dürfte der neue Investor verstärkt auf künstliche Intelligenz setzen, um Kosten zu senken. Konkurrenzspiele wie Call of Duty: Black Ops 7 und Arc Raiders sind offener damit umgegangen, Künstler bei bestimmten Aufgaben zu ersetzen. Im Unterschied zu Battlefield 6 weisen beide Titel jedoch entsprechende Hinweise auf ihren Steam-Seiten aus.
Selbst wenn das Spiel zum Release frei von KI-generierter Art gewesen sein sollte, ist EA langfristig auf Umsätze nach dem Verkaufsstart angewiesen. Um kontinuierlich neue Inhalte bereitzustellen, dürfte die Versuchung, Abkürzungen zu nehmen, immer größer werden.














