Bericht: OpenAI-Finanzchefin zweifelt an Altmans 600-Mrd.-Dollar-Investitionen und Börsenplänen für 2026

Laut Reuters unter Berufung auf The Information hat OpenAI-Finanzchefin Sarah Friar intern Bedenken zu dem Plan von CEO Sam Altman geäußert, das Unternehmen bereits im vierten Quartal 2026 an die Börse zu bringen und gleichzeitig innerhalb von fünf Jahren bis zu 600 Milliarden US-Dollar auszugeben. Reuters erklärt, den Bericht nicht unabhängig verifizieren zu können. OpenAI reagierte zunächst nicht auf eine Anfrage der Nachrichtenagentur.
Dem Bericht zufolge sagte Friar einigen Kollegen bereits Anfang dieses Jahres, dass sie nicht glaube, OpenAI werde 2026 bereit für einen Börsengang sein. Als Grund nannte sie die organisatorischen und prozeduralen Vorarbeiten, die vor einem Listing noch nötig seien. Reuters berichtet außerdem unter Berufung auf The Information, dass Friar infrage gestellt habe, ob OpenAI in den kommenden Jahren tatsächlich so massiv in KI-Server investieren müsse und ob ein nachlassendes Umsatzwachstum ausreichen würde, um diese Verpflichtungen zu tragen.
Reuters zufolge dreht sich der Streit um Timing und Größenordnung
Die Zusammenfassung von The Information beschreibt die Lage als Differenz zwischen Altmans Zeitplan und Friars Einschätzung dessen, was das Unternehmen realistisch stemmen kann. Demnach drängt Altman auf einen Börsengang schon Ende 2026, während Friar intern bezweifelt haben soll, dass OpenAI bis dahin tatsächlich bereit wäre. In derselben Zusammenfassung heißt es außerdem, dass das Unternehmen Milliarden im Voraus ausgeben will, um Rechenzentren zu finanzieren, die es später selbst nutzen würde.
Die Reuters-Version ergänzt dazu finanzielle Eckdaten. Demnach hat OpenAI kürzlich eine Finanzierungsrunde abgeschlossen, bei der 122 Milliarden US-Dollar an zugesagtem Kapital zusammenkamen, was das Unternehmen mit 852 Milliarden US-Dollar bewertet. Reuters schreibt außerdem erneut unter Verweis auf The Information, dass OpenAI derzeit rund 2 Milliarden US-Dollar Umsatz pro Monat erzielt.
OpenAI hat den Bericht nicht bestätigt
Bislang gibt es keine öffentliche Ankündigung von OpenAI, die den im Bericht genannten Zeitplan für einen Börsengang bestätigt. Bestätigt ist lediglich, dass sich das Unternehmen weiterhin in einer Phase hoher Investitionen befindet und unter Druck steht, zusätzliche Infrastruktur zu sichern. Business Insider berichtete am 4. April zudem, dass OpenAI Teile seines Führungsteams neu ordnet: Brad Lightcap übernimmt demnach eine neue Rolle mit Fokus auf Sonderprojekte, während sich andere leitende Angestellte aus gesundheitlichen Gründen zurückziehen.
Damit bleibt die IPO-Frage genau dort, wo sie begonnen hat: bei Berichten Dritter und nicht bei einer offiziellen Stellungnahme des Unternehmens. Derzeit ist Reuters’ Einordnung des Berichts von The Information die klarste verfügbare Darstellung: Friar soll Zweifel daran geäußert haben, dass OpenAI 2026 bereit für einen Börsengang ist und dass der Umfang der geplanten Ausgaben unter diesem Zeitplan tragfähig wäre.









