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Outlook zickt – und Houston macht IT-Support beim Mondflug

Artemis II Crew
ⓘ Screenshot Livestream NASA
Artemis II Crew
Während der Artemis-II-Mission sorgte ein Softwarefehler bei Microsoft Outlook für Schmunzler. Das Team in Houston konnte die Probleme auf dem Surface Pro des Kommandanten schnell per Fernzugriff beheben. Microsoft sorgt im Weltall wohl immer wieder für Probleme.

Während die Artemis-II-Mission ihren Weg zum Mond fortsetzt, sorgten in der gestrigen Pressekonferenz zum Missionsstatus Informationen über mehrere kleine Pannen für Schmunzler, denn sie waren alle schnell behoben, und hätten so ähnlich auch auf der Erde geschehen können.

Zuerst war die »kaputte« Toilette. Hier hat sich schnell herausgestellt, im Klo war zu wenig Wasser, die entsprechenden Pumpen haben sicherheitshalber abgeschaltet. Kurz vor dem Zünden des Antriebs, um in den Mondorbit zu wechseln, ertönte dann auch noch ein Leck-Alarm. Aber auch hier gab es schnell Entwarnung. Ein falsch ausgerichteter Ventilator sorgte an einem Drucksensor für falsche Messwerte.

Zwischendrin gab es am ersten Missionstag aber auch ein technisches Problem, das kein Systemfehler der Rakete war. Auf dem Microsoft Surface Pro von Missionskommandant Reid Wiseman liefen zwei Instanzen von Outlook und keine wollte ordnungsgemäß funktionieren.

Das Kontrollzentrum in Houston reagierte wie ein klassisches IT-Support-Team und griff über eine Remote-Verbindung, also eine Fernsteuerung aus der Distanz, ein. Nach etwa einer Stunde konnten die Bodenstationen das Problem lösen, indem sie die Dateien innerhalb des Outlook-Programms neu luden. Obwohl die Anwendung danach zunächst als offline angezeigt wurde, war dies für die technischen Abläufe im Orbit kein Hindernis.

Hinter der Nutzung handelsüblicher Hardware steckt eine praktische Notwendigkeit. Tablet-Computer mit Stifteingabe haben bei der NASA eine gewisse Tradition, da sie für Astronauten, die oft klobige Handschuhe tragen, wesentlich einfacher zu bedienen sind. Mittlerweile hat sich das Microsoft Surface als Standard etabliert, nachdem auch andere Lösungen wie iPads in Erwägung gezogen wurden.

Es ist dabei entscheidend zu verstehen, dass es sich bei dieser Hardware um sogenannte COTS-Systeme handelt, was für „Commercial Off-The-Shelf“ steht und handelsübliche Produkte bezeichnet. Diese Geräte werden primär für Routineaufgaben wie die Terminplanung oder die interne Kommunikation genutzt. Die lebensnotwendigen Flugsysteme des Raumschiffs laufen hingegen auf gänzlich separater, strahlungsresistenter Hardware.

Die Entscheidung, solche vertraute Systeme einzusetzen, hat auch psychologische Gründe. Eine Mondmission stellt die Astronauten vor enorme Herausforderungen, da sie für den Flug zahlreiche neue komplexe Abläufe erlernen müssen. Eine bekannte und vertraute Softwareumgebung hilft dabei, die kognitive Belastung zu senken, indem sie eine stabile und intuitive Bedienung ermöglicht, selbst wenn die Umgebung außerhalb des Raumschiffs extrem feindselig ist. Trotz der kurzen Unannehmlichkeiten mit der Software verläuft die Kommunikation zwischen der Bodenstation und der Crew weiterhin einwandfrei.

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> Notebook Test, Laptop Test und News > News > Newsarchiv > News 2026-04 > Outlook zickt – und Houston macht IT-Support beim Mondflug
Autor: Marc Herter,  3.04.2026 (Update:  3.04.2026)