Diese ferne Galaxie hat in weniger als 20 Jahren 95% ihrer Helligkeit verloren

Das Universum hält für Astronomen weiterhin viele Überraschungen bereit. Nach der Entdeckung einer Galaxie in der Nähe der Andromedagalaxie und eines Exoplaneten in relativer Nähe zum Sonnensystem haben Forscher nun eine Galaxie aufgespürt, die etwa 10 Milliarden Lichtjahre entfernt liegt und nach und nach verschwindet.
Im Zentrum vieler Galaxien befindet sich ein supermassereiches Schwarzes Loch, so auch in der Milchstraße. Wenn dieses Schwarze Loch von großen Mengen an Gas und Staub umgeben ist, entsteht durch seine Gravitationskraft eine Akkretionsscheibe, also eine sehr helle Struktur.
Bei der Galaxie J0218−0036 ist die Lage jedoch anders. Ein Team von Astronomen hat eine Studie in den Publications of the Astronomical Society of Japan, kurz PASJ, veröffentlicht. Darin heißt es, dass diese Galaxie in weniger als 20 Jahren 95 Prozent ihrer Helligkeit verloren hat. Zudem haben die Forscher festgestellt, dass dieser Rückgang bereits Anfang der 2000er Jahre begonnen hat.

Zur Erklärung dieses Phänomens deutet vieles darauf hin, dass das Schwarze Loch im Zentrum nicht mehr mit Gas und Staub versorgt wird. Das ist eine überraschende Entdeckung, wie Tomoki Morokuma vom Chiba Institute of Technology erklärt:
Es ist faszinierend, dass ein aktiver Galaxienkern seine Helligkeit innerhalb eines so kurzen Zeitraums so drastisch verändern kann und dass dieses Verblassen offenbar durch eine große Veränderung der Akkretionsrate auf das supermassereiche Schwarze Loch verursacht wird.
Außerdem hatten Astronomen zunächst vermutet, dass eine Gaswolke für dieses Ereignis verantwortlich ist. Das hat sich jedoch nicht bestätigt, und es sind weitere Untersuchungen nötig, um dieses Phänomen besser zu verstehen.
Quelle(n)
Bilder: SDSS, HSC-SSP/NAOJ / NASA Hubble Space Telescope - Unsplash










