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Ehemaliger Halo-Entwickler wirft Microsoft Schikanierung und Vergeltungsmaßnahmen gegen Mitarbeiter vor

Microsoft hat sich bisher noch nicht offiziell zu den Vorwürfen geäußert
ⓘ Simon Ray / Unsplash
Microsoft hat sich bisher noch nicht offiziell zu den Vorwürfen geäußert
Glenn Israel, ehemaliger Art Director der Halo Studios, hat einen ausführlichen Bericht über mutmaßliche Schikanen, Versäumnisse der Personalabteilung und Fehlmanagement bei Projekten während seiner letzten Jahre im Unternehmen veröffentlicht. Diese Vorwürfe folgen wenige Monate nach seinem Abgang Ende 2025.

Ein ehemaliger Art Director von Halo Infinite sowie weiteren Halo-Projekten wie Halo 3: ODST und Halo: Reach hat schwere Vorwürfe wegen mutmaßlichen Fehlverhaltens gegen Microsoft und die Führung von Halo Studios öffentlich gemacht. Glenn Israel, ein langjähriger Veteran des Studios, veröffentlichte auf LinkedIn eine Stellungnahme (erster und zweiter Teil), in der er einen Zeitablauf von mutmaßlichem Fehlverhalten zwischen Anfang 2024 und Ende 2025 schildert. Zu seinen Vorwürfen zählen Blacklisting, Betrug und einen koordinierten "constructive discharge", um ungewollte Mitarbeiter quasi zum Abgang zu drängen.

Laut dem vom früheren Mitarbeiter geschilderten Ablauf begann alles mit dokumentierten Beschwerden, die im Juni 2025 bei Microsofts Personalabteilung eingereicht wurden. Dem Beitrag zufolge reagierte ein Vertreter von Global Employee Relations (GER) nicht mit einer Untersuchung, sondern mit Androhungen von Vergeltungsmaßnahmen. Das soll im Juli 2025 in eine konzentrierte viertägige Schikane-Kampagne gemündet sein. Glenn beschreibt dies als orchestrierten Versuch, Gründe für seine Entlassung zu konstruieren.

Dem Beitrag zufolge griffen weder Microsofts Business Conduct and Compliance (BRI) noch das Workplace Investigation Team (WIT) ein, obwohl beide volle Einsicht in die Situation gehabt haben sollen. Der frühere leitende Mitarbeiter erklärt, seine Stelle sei im September 2025 schließlich als „redundant“ eingestuft worden, und zwar als Vergeltungsmaßnahme nach dem Fehlmanagement eines Projekts mit dem Titel Halo Campaign Evolved. In dem Beitrag wird außerdem ein klarer Verstoß gegen das Gesetz des US-Bundesstaats Washington RCW 49.12.250 behauptet, das Arbeitgeber dazu verpflichtet, Mitarbeitern auf Anfrage Zugang zu ihren Personalakten zu gewähren.

Microsoft hat sich zu diesen konkreten Vorwürfen bislang nicht formell geäußert. Die Meldung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem das Studio mit Nachdruck versucht, Halo Studios neu zu positionieren. Während der aktuelle Flaggschiff-Titel Halo Infinite mit einer Metacritic-Wertung von 87 respektabel dasteht, hat sich die Spielerbasis inzwischen deutlich abgeflacht und liegt auf Steam derzeit im Schnitt nur noch bei rund 4.000 bis 5.000 gleichzeitigen Spielern pro Tag.

Israel schloss seinen Beitrag mit einer Warnung an andere, sich bei der Organisation um eine Stelle zu bemühen. Zudem erklärte er, Belege zu besitzen, die seine Vermutungen darüber stützen sollen, wie das Unternehmen mit internen Beschwerden umgeht.

Quelle(n)

Glenn Israel via LinkedIn (1) (2), NeoGAF

Bild: Simon Ray auf Unsplash

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> Notebook Test, Laptop Test und News > News > Newsarchiv > News 2026-04 > Ehemaliger Halo-Entwickler wirft Microsoft Schikanierung und Vergeltungsmaßnahmen gegen Mitarbeiter vor
Autor: Anubhav Sharma,  4.04.2026 (Update:  4.04.2026)