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Das "Nano Banana Pro"-Experiment: Mit bloßem Auge lässt sich das KI-Bild als solches erkennen

Frau hält Banane – Fehler im Bild
Frau hält Banane – Fehler im Bild
An der Frau, die eine Banane hält, sind viele Programme zur Erkennung von generativer KI gescheitert. Aber wer sich das Bild genau anschaut, erkennt genügend Hinweise, die gegen ein echtes Foto sprechen. Wir zeigen, worauf man bei Verdacht auf KI-Fotos achten kann.

Nano Banana Pro ist ein hervorragendes Werkzeug, um hochwertige Bilder mit minimalem Aufwand beim Prompten zu erzeugen. Auf den ersten Blick wirken die Bilder aus Googles KI meist einwandfrei. Hände mit vier Fingern und einem Daumen, korrekte Anatomie und Proportionen. Die Perspektiven sind stimmig und im Allgemeinen passen auch die Größenverhältnisse. Dabei ist der Bildgenerator so gut, dass zumindest nach leichter Nachbearbeitung viele Tools zur automatischen Erkennung von KI-Bildern aussteigen, wie unser erstes Experiment gezeigt hat.

Trotzdem: Auch Nano Banana Pro versagt gerne mal in den Details. Ein bisschen Zoomen reicht, um gleich mehrere Fehler im Bild zu entdecken. Wir haben uns das Original angeschaut, und überlassen es Ihnen, die Fehler im nachbearbeiteten Bild nachzuvollziehen. 

Reißverschlüsse und Knöpfe - Kleine Details sind oft unstimmig

Die Frau in unserem Bild trägt eine olivgrüne Jacke. Mehr oder weniger landet das Kleidungsstück im Stil zwischen Feldjacke und Parka. Falten und Stoff stellt Nano Banana Pro ausgesprochen gut dar, andere Teile der Jacke jedoch nicht. Beim genaueren Hinsehen werden so schnell Ungereimtheiten deutlich.

Fangen wir an beim Reißverschluss der olivgrünen Jacke. Auf der rechten Bildseite verschwinden die Zähnchen des Reißverschlusses auf halbem Weg. Links ändern sich Länge und Abstand der einzelnen Zähnchen des Reißverschlusses. Die Druckknöpfe weisen zudem auf ein KI-generiertes Bild hin. Statt runder Löcher sehen wir hier ein D. Zuguterletzt wäre da auch noch der Kragen der Jacke. Auf der rechten Seite sehen wir einen weißen Pelsbesatz, der links komplett fehlt. Dafür verwächst hier der Stoff des Kragens mit den Schulterteilen. Zudem ist auch der Schnitt am dargestellten Teil des Kragens unlogisch.

Ebenso deutlich ist auch am Reißverschluss der schwarzen Fleecejacke etwas faul. Der hat gar keine Zähnchen, der Zieher am Schiffchen ist mehr oder weniger komplett verbogen und darunter verwandelt sich der eigentliche Reißverschluss in Stoff.

Reißverschlüsse und Knöpfe passen nicht
Reißverschlüsse und Knöpfe passen nicht

Fluchtpunkt der Perspektive

Zugegeben, auch hier liegt der Teufel im Detail. Denn Gemini oder besser gesagt Nano Banana Pro hat eine gute perspektivische Darstellung. Auf den ersten Blick lässt sich nur ein Fluchtpunkt feststellen. Wer genauer hinsieht, muss jedoch feststellen, dass trotz Unschärfe einige Fluchtpunktlinien Stockwerke kreuzen oder bei den beiden Bussen auf der linken Seite im Nirgendwo landen. Die in unseren Augen unstimmigen Linien haben wir im Bild lila eingefärbt, nachdem wir den Fluchtpunkt der Perspektive bestimmt hatten. Zudem fällt hierbei auch auf, dass der Platz für einen Fußgängerweg wohl fehlen dürfte, und die Ampeln auf der rechten Seite sehr unterschiedlich hoch hängen müssten.

Fluchtpunkt und Fluchtpunktlinien
Fluchtpunkt und Fluchtpunktlinien

Haaransatz und Hände

Was Hände angeht, ist auch die modernste Google-KI noch immer nicht vor leichten Unstimmigkeiten gefeit. Im Detail betrachtet sind die Finger und Hand der Frau mit Banane wohl anatomisch nicht ganz korrekt. Gerade am Mittelfinger fallen mehrere Unstimmigkeiten auf. Finger und Fingernagel sind zu breit, das vordere Fingerglied hat kein Gelenk und irgendwie ist auch die Verbindung zur Hand unschlüssig. Hinzu kommen die Hautfalten zwischen den Fingern, die sich bis auf die Knöchel ziehen.

Am Haaransatz fällt vorwiegend auf, dass fast alle Haare – auch die grauen – in einer braunen Schicht starten. Gerade an den Stirnseiten wird dies deutlich.

Anatomisch fragwürdige Hand
Anatomisch fragwürdige Hand
Unstimmiger Haaransatz
Unstimmiger Haaransatz

Fazit - Pixelpeeping und gesunder Menschenverstand helfen weiter

Im ersten Teil unserer Serie haben wir das Bild der Frau mit Banane durch verschiedenste Tools zur Erkennung von KI-Bildern gejagt. Nach etwas Bildbearbeitung kapitulierten sechs Onlineservices leider vor dem Bild und gaben an, dass es sich hierbei nicht um ein KI-generiertes Bild handeln würde. Das menschliche Auge und ein bisschen Verstand helfen in diesem Falle deutlich weiter. Im Bild lassen sich eine ganze Reihe von Punkten erkennen, die auf KI hindeuten. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik hat eine Seite mit vielen nützlichen Informationen zum Thema zusammengestellt. Wer skeptisch bleibt, sollte die Probleme generativer Bilderzeugung erkennen. Kleine Details werden oft nicht richtig dargestellt. Darunter fallen die Strukturen von Stoffen, Schmuck, Strickwaren, Reißverschlüssen und anderen regelmäßigen Objekten. Reifenprofile und Felgen bei Autos und Flugzeugen, Holzoberflächen und Hautfältchen verraten oft eine KI-Herkunft der Bilder.

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> Notebook Test, Laptop Test und News > News > Newsarchiv > News 2026-01 > Das "Nano Banana Pro"-Experiment: Mit bloßem Auge lässt sich das KI-Bild als solches erkennen
Autor: Marc Herter, 13.01.2026 (Update: 14.01.2026)