Daten von Kindern gesammelt: TikTok muss 400 Millionen Strafe zahlen

Die chinesische Social-Media-Plattform TikTok wird im Rahmen eines Vergleichs 400 Millionen US-Dollar an das US-Justizministerium zahlen müssen. Vorausgegangen ist ein zweijähriger Rechtsstreit wegen Verstößen gegen Datenschutzbestimmungen für Kinder. Das DoJ hat TikTok vorgeworfen, von der Nutzung der App durch 13-Jährige gewusst und vor der Erfassung ihrer Namen und E-Mail-Adressen keine Zustimmung der Eltern eingeholt zu haben.
Gemäß den Vergleichsbedingungen muss TikTok zunächst 300 Millionen US-Dollar zahlen. Die verbleibenden 100 Millionen US-Dollar werden fällig, sobald eine zuvor gegen Musical.ly verhängte Datenschutzanordnung aufgehoben wird. Musical.ly ist die Vorgänger-App von TikTok gewesen, bevor ByteDance sie 2018 übernommen hat. Das chinesische Unternehmen hat TikTok ursprünglich unter dem Namen Douyin entwickelt und die beiden Apps nach der Übernahme von Musical.ly zu TikTok zusammengeführt.
Da die Trump-Regierung chinesische Waren und Dienstleistungen zunehmend eingeschränkt hat, ist zeitweise auch ein vollständiges Verbot von TikTok erwogen worden. Um den Zugang zu rund 200 Millionen Nutzern in den USA nicht zu verlieren, hat ByteDance im Januar 2026 schließlich einer mehrheitlich in US-Besitz befindlichen Gemeinschaftsgesellschaft zugestimmt. ByteDance hält daran lediglich 20 Prozent, die übrigen Anteile gehören US-Technologiekonzernen wie Oracle.
TikTok hat Datenschutz seit Einreichung der Klage verbessert
Während des Verfahrens hat die US-Regierung eingeräumt, dass TikTok seine Datenschutz- und Compliance-Maßnahmen gegenüber dem Zeitpunkt der ursprünglichen Klage erheblich verbessert hat. US-Justizminister Brett Shumate erklärte: "Kinder und Eltern sind heute besser geschützt als zu Beginn dieses Verfahrens." Laut einer Gerichtsakte müssen Nutzer inzwischen ihr Geburtsdatum angeben, um den Dienst verwenden zu können. Für Fälle, in denen sich Kinder unter 13 Jahren als älter ausgeben, setzt TikTok eigenen Angaben zufolge Systeme zur Altersprüfung ein.
Der stellvertretende US-Justizminister Stanley E. Woodward Jr. bezeichnete den Vergleich als "großen Erfolg für amerikanische Kinder und Eltern". Zudem bekräftigte er, dass es für das Justizministerium Priorität habe, "Kinder im Internet zu schützen und sicherzustellen, dass Unternehmen, denen ihre persönlichen Daten anvertraut werden, ihren gesetzlichen Verpflichtungen nachkommen".
Verstöße von Technologieunternehmen gegen Datenschutzgesetze für Kinder haben in bedenklichem Maße zugenommen. Googles Videoplattform YouTube hat 2019 wegen entsprechender Verstöße 170 Millionen US-Dollar gezahlt. Epic Games, ein weiterer US-Anbieter eines digitalen Spiele-Stores, hat 2022 wegen ähnlicher Verstöße 275 Millionen US-Dollar entrichtet.
Zuletzt ist auch die zu Meta gehörende Plattform Instagram in 29 US-Bundesstaaten wegen Verstößen gegen den Datenschutz von Kindern verklagt worden. Sollte der Social-Media-Konzern schuldig gesprochen werden, drohen Meta Geldbußen und Forderungen in Milliardenhöhe.











