Dell: Trump-Empfehlung und KI-Server sorgen für Aufwind

Die Aktie von Dell Technologies ist am Montag im Tagesverlauf um bis zu 9 Prozent gestiegen, bevor sie mit einem Plus von 4,43 Prozent bei umgerechnet 360 Euro aus dem Handel gegangen ist. Auslöser für den deutlichen Kursanstieg ist eine ungewöhnlich direkte öffentliche Empfehlung von US-Präsident Donald Trump bei einer Veranstaltung im Weißen Haus gewesen, bei der er die Anwesenden ausdrücklich dazu aufgerufen hat, einen Computer von Dell zu kaufen.
Während erste Marktberichte den plötzlichen Kurssprung als überraschenden politischen Impuls eingeordnet haben, handelt es sich tatsächlich bereits um Trumps dritte öffentliche Empfehlung für den Computerhersteller innerhalb von fünf Monaten. Ähnliche Produktwerbung hat es zuvor schon bei öffentlichen Auftritten im Februar und Mai gegeben.
Ethikdebatte um Aktienkäufe des Präsidenten verschärft sich
Die jüngste Empfehlung ist im Rahmen einer offiziellen Zeremonie zum Start des Programms Trump Accounts gefallen, einer steuerlich begünstigten Anlageinitiative für Kinder. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand eine umfangreiche Finanzierungszusage von Firmengründer Michael Dell und seiner Frau Susan Dell, die umgerechnet mehr als 5,24 Milliarden Euro für Startportfolios jüngerer Kinder bereitstellen wollen. Die wiederholten Empfehlungen des Präsidenten haben jedoch die Kritik politischer Ethikorganisationen weiter verschärft.
Kritiker verweisen dabei auf Offenlegungen zu Trumps Finanzen, denen zufolge er im ersten Quartal des Jahres Dell-Aktien im Wert von umgerechnet bis zu 4,37 Millionen Euro gekauft hat. Der erste Kauf hat demnach nur neun Tage vor seiner ersten öffentlichen Empfehlung im Februar stattgefunden. Das Weiße Haus betont unterdessen, Trumps Vermögenswerte lägen in einem von seinen Kindern verwalteten Trust, wodurch ein Interessenkonflikt ausgeschlossen sei. Ethikexperten widersprechen dieser Darstellung, da ein echter Blind Trust einen unabhängigen Treuhänder ohne persönliche Verbindung zum Begünstigten voraussetzt.
Anhaltende Nachfrage nach KI-Servern stützt Bewertung
Die breitere Marktbewegung bei Dell beruht weiterhin vor allem auf der starken Position des Unternehmens beim weltweiten Ausbau von Infrastruktur für künstliche Intelligenz. Bereits die im Quartalsbericht von Ende Mai veröffentlichten Finanzdaten zeigen, dass der Umsatz mit für KI optimierten Servern im Jahresvergleich um enorme 757 Prozent auf 14,07 Milliarden Euro gestiegen ist.
Dell hatte in diesem Bericht zudem einen beispiellosen Auftragsbestand für KI-Server von 44,84 Milliarden Euro ausgewiesen und die Prognose für den Serverumsatz im Geschäftsjahr 2027 auf rund 52,44 Milliarden Euro angehoben. Erwähnungen aus dem Weißen Haus sorgen zwar kurzfristig für Aufmerksamkeit, das langfristige Wachstum von Dell hängt jedoch vollständig davon ab, ob das Unternehmen diese massive Pipeline für KI-Server bis zum Ende des Geschäftsjahres tatsächlich bedienen kann.









