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Deutschland: Rücknahmepflicht für Elektrogeräte

Großhändler müssen ab sofort Altgeräte annehmen und recyclen.
Großhändler müssen ab sofort Altgeräte annehmen und recyclen.
Heute, am 24. Juli läuft eine Übergangsfrist für das ElektroG ab, das Händler ab einer gewissen Größe zur kostenlosen Rücknahme von Elektroartikeln verpflichtet. In anderen europäischen Ländern gilt die Regelung bereits länger.

Bereits am 24. Oktober 2015 trat in Deutschland das Elektro- und Elektronikgerätegesetz (ElektroG) in Kraft, welches die Waste Electrical and Electronic Equipment (WEEE)-Richtlinie der EU in Deutschland umsetzen soll. Nach einer Übergangsfrist von 9 Monaten trifft sie ab 25.Juli nicht nur den stationären, sondern auch den Online-Handel. Händler müssen nun, ab einer Größe von 400 m2 Verkaufs- oder Lager-Fläche für Elektrogeräte, Altgeräte vom Kunden zurück nehmen und dem Recycling zuführen.

Auch gegenüber Nicht-Kunden

Bei der Rücknahme wird zwischen Groß- und Kleingeräten unterschieden. Kleingeräte sind Elektrogeräte, deren längste Seitenlänge 25 cm nicht überschreitet, beispielsweise Mobiltelefone oder elektrische Zahnbürsten. Diese müssen die Händler auch von Nicht-Kunden zurücknehmen. Bei Großgeräte sind die Händler dagegen nur beim Kauf eines Neugeräts, das denselben Zweck erfüllt, zur Rücknahme verpflichtet. Darunter fallen also auch die meisten Notebooks und Computer, sofern die längste Seite 25 cm überschreitet.

Kritik an der Regelung

Aus den Reihen der Händler kommt starke Kritik. Sie würden zu "Schrotthändlern" gemacht und müssten für die Einsammlung aufkommen. Auch wären EU-fremde Händler, beispielsweise aus China im Vorteil, da sie sich in vielen Fällen nicht an die Auflagen der EU halten. Kritik gibt es auch, weil der Verkauf in andere EU-Länder zur Rücknahme der Altware aus diesen Ländern verpflichtet. Heise berichtet, dass viele Händler das Gesetz in der Praxis wohl erstmal ignorieren könnten.

Im anderen EU-Ländern bereits in Kraft

In anderen EU-Ländern, beispielsweise in Österreich, ist das Gesetz bereits länger in Kraft, Deutschland zieht hier nach. Das hat in der Vergangenheit auch bereits zu Abmahnungen für deutsche Händler geführt, die Ware nach Österreich verkaufen, berichtet beispielsweise der Bundesverband Onlinehandel. Das Ziel der Richtlinie ist laut Bundesumweltministerin Barbara Hendricks die Schaffung einer Sammelstruktur, um Elektrogeräte hochwertig recyclen zu können, Rohstoffe und Energie zu sparen und Abfälle zu vermeiden. 

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Autor: Alexander Fagot, 24.07.2016 (Update: 24.07.2016)
Alexander Fagot
Alexander Fagot - Editor
Als Tech- und Gadget-begeisterter Allrounder mit Desktop-Selbstbau- und Overclocking-Vergangenheit, arbeitete ich als Filmvorführer noch mit dem guten alten 35 mm Film, bin dann zusehends auch professionell in die Computerwelt geschlittert und schuftete einige Jahre als Windows-Admin und Projektmanager. Nach längeren Reisen schreibe ich nun von allen Ecken dieser Welt aus als News-Redakteur für Notebookcheck und konzentriere mich im Moment tendenziell auf den Bereich Mobile.