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Die neue Harry-Potter-Serie steht vor einer Hürde, über die kaum jemand spricht

HBOs Harry Potter-Serie soll schon Weihnachten 2026 starten.
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HBOs Harry Potter-Serie soll schon Weihnachten 2026 starten.
Bei HBOs neuer Harry-Potter-Serie schauen viele zuerst auf Cast, Sets und Drehbuch. Doch ein entscheidender Erfolgsfaktor gerät oft in den Hintergrund: die Musik. Warum der neue Score von Hans Zimmer und Bleeding Fingers zur vielleicht größten Nostalgie-Hürde der Serie werden könnte.
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Am 25. März ist wie aus dem Nichts der erste Trailer für HBOs Harry Potter-Serie erschienen. Wie zu erwarten war, sind die Reaktionen bislang gemischt. Unabhängig davon ist mir aber eine Sache aufgefallen: Ob die Serie gut wird, bemisst sich für viele vor allem an der Besetzung, dem Setdesign und dem Drehbuch. Das sind natürlich alles entscheidende Faktoren, aber ein Punkt, der vor allem für Nostalgiker von Bedeutung sein dürfte, geht dabei oft unter: die Musik. 

Gerade bei einer Marke wie Harry Potter entsteht Nostalgie nicht allein durch Umhänge, Zauberstäbe und Hogwarts-Kulissen, sondern auch durch Klangwelten, die sich über Jahre tief ins Gedächtnis der Fans eingebrannt haben. Wenn ich das Hedwig’s Theme höre, stellt sich bei mir sofort dieses warme, vertraute Gefühl ein – ähnlich wie bei einem Lied, das man in seiner Jugend unzählige Male gehört hat und das einen schlagartig wieder in eine bestimmte Zeit seines Lebens zurückversetzt.

Dieses Gefühl wird man beim Schauen von HBOs Harry Potter-Serie wohl kaum bekommen, denn statt auf die vertrauten Filmmotive der Kinoreihe zu setzen, bekommt die Neuadaption einen neuen Original-Score von Hans Zimmer und Bleeding Fingers. Auch wenn ich das persönlich schade finde, muss das nicht unbedingt ein Nachteil sein. Harry Potter-Fans wünschen sich von HBO keine einfache Kopie, sondern eine Neuinterpretation mit eigener kreativer Handschrift. Die Musik dürfte bei der Entwicklung einer eigenen Identität ein entscheidender Faktor sein – und wer weiß, vielleicht ruft der Soundtrack der Serienadaption in einigen Jahren ähnliche nostalgische Gefühle in Potterheads hervor wie die Filmmusik.

Der Zauber lag schon immer auch in der Musik

Die acht Harry-Potter-Filme mit Daniel Radcliffe wurden musikalisch von vier Komponisten geprägt: John Williams schrieb die Scores der ersten drei Filme und schuf mit Hedwig’s Theme das bekannteste Leitmotiv der gesamten Reihe. Danach übernahmen Patrick Doyle (Harry Potter und der Feuerkelch), Nicholas Hooper (Orden des Phönix und Halbblutprinz) sowie Alexandre Desplat (Heiligtümer des Todes – Teil 1 und Teil 2). Stücke wie Dumbledore’s Army aus Harry Potter und der Orden des Phönix oder Obliviate aus Harry Potter und die Heiligtümer des Todes 1 haben dazu beigetragen, dass jede Phase der Filmreihe auch klanglich ihr eigenes Profil bekam.

Da die Musik der Serie unweigerlich an der Filmmusik gemessen werden dürfte, steht Hans Zimmer hier vor einer äußerst schwierigen Aufgabe. Man darf aber durchaus hoffen, dass er dieser gewachsen ist. Immerhin gehört Zimmer zu den bekanntesten Filmkomponisten der Gegenwart und ist für emotionale, kraftvolle und oft sehr prägnante Klangwelten bekannt. Zu hören ist seine Musik unter anderem in Filmen wie The Lion King, Gladiator, Inception, Interstellar oder Dune.

Am Ende wird sich die neue Harry-Potter-Serie also nicht nur daran messen lassen müssen, wie Hogwarts aussieht oder ob die neuen Darsteller überzeugen. Sie wird auch daran gemessen, ob sie emotional denselben Nerv trifft wie die Filme – und dabei spielt die Musik eine Schlüsselrolle. Hans Zimmer und das Komponisten-Kollektiv stehen damit vor der schwierigen Aufgabe, etwas Eigenständiges zu schaffen, das sich nicht wie eine bloße Kopie anfühlt, aber trotzdem den Zauber einfängt, den viele Fans mit Harry Potter verbinden. 

Quelle(n)

Eigene

Bildquelle: HBO Max Deutschland

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> Notebook Test, Laptop Test und News > News > Newsarchiv > News 2026-03 > Die neue Harry-Potter-Serie steht vor einer Hürde, über die kaum jemand spricht
Autor: Marius Müller, 27.03.2026 (Update: 27.03.2026)