Unter einem „Pro“-Notebook verstehen wir oftmals einen dünnen, mobilen, effizienten, gut ausgestatteten und gleichzeitig starken Arbeitslaptop, der aber meist ziemlich teuer ist. Da wäre doch einmal ein preiswerter Laptop mit kleinen Abstrichen, der aber sonst die meisten dieser Anforderungen erfüllt, ein willkommener Nischenbesetzer als Einsteigergerät im Bereich Videoschnitt, KI und Co.
Gigabyte A16 Pro im Überblick: Viel Hardware fürs Geld
Hier kommt das Gigabyte A16 Pro ins Spiel (Rund 2.300 Euro bei Alternate). Vor allem für seinen Preis ist das offiziell als Gaming-Laptop vermarktete Gerät recht dünn, hat eine teure RTX 5070 Ti mit 12 GB Videospeicher und dazu ein 500-Nits helles Display verbaut und die Akkulaufzeiten können sich ebenfalls sehen lassen. Ist es also der perfekte Kandidat für das oben beschriebene Einsteiger-Creator-Gerät?
Jein – denn neben den natürlich vorhandenen Abstrichen verbockt es Gigabyte völlig unnötig an diversen Stellen. Das A16 Pro könnte dieser Lückenfüller sein, nur ist es das in seinem aktuellen Zustand nicht. Und das liegt nicht ausschließlich an den preisbedingten Nachteilen.
Anschlüsse: Warum das A16 Pro nicht „Pro“ genug ist
Letztere stecken vor allem in der Ausstattung: Bei einem „Pro“-Gerät erwarten wir halbwegs aktuelle Anschlüsse, damit man Content auch zügig von Gerät zu Gerät übertragen kann. Dass das A16 Pro weder Thunderbolt noch USB 4 hat, ließe sich vielleicht noch verschmerzen. Es verzichtet aber sogar auf USB 3.2 Gen 2 mit 10 Gb/s. Der schnellste USB-Port im A16 Pro beherrscht gerade einmal 5 Gb/s. Stattdessen ist sogar noch ein alter USB-2.0-Anschluss verbaut. Das ist wenig Pro-like.
Treiber und Energieverbrauch: Große Schwächen im Alltag
Aber noch gravierender liegen die Probleme des A16 Pro im Bereich seiner schwachen Treiberoptimierungen: Der Laptop ist unter Last beim Gaming zwar recht verbrauchsarm, was aber auch an seiner unterdurchschnittlichen Leistung liegt, im Idle ist der Verbrauch jedoch viel zu hoch und beruhigt sich auch nach langer Zeit nicht wirklich. Zudem sind die Leistungsprofile unausgeglichen, „Silent“ und „Balanced“ verbrauchen im Idle teils mehr als „Leistung“.
Thermik und SSD: Bekannte Probleme bleiben bestehen
Dazu übernimmt das A16 Pro die gleichen thermischen SSD-Drosselprobleme des A16, mit dem er sich das gleiche Chassis teilt. Trotz potentiell noch mehr Hitze durch die bessere GPU verpasst es Gigabyte in Sachen SSD-Kühlung zu optimieren. Neu hinzu kommen zudem Latenzprobleme und Dropped Frames bei der 4K-Videowiedergabe, die das normale A16 nicht teilt.
Fazit: Eine RTX 5070 Ti macht noch kein „Pro“
Das kommt vermutlich davon, wenn man einen normalen Gamer mit altbackenen Anschlüssen nimmt, eine neuere CPU und eine stärkere GPU einsetzt, sonst alles beim Alten belässt und das Gerät statt A16 dann einfach A16 Pro nennt. Hier werden Erwartungen geweckt, die das Gerät nicht erfüllen kann. Schade, denn hätte der Hersteller das A16 Pro nur ein wenig überarbeitet und optimiert, so hätte es ein sehr empfehlenswerter und preiswerter Kandidat für Gamer und Creator zugleich sein können.










