Half-Life-2-Autor: Valve-Entwickler testen KI im Stillen für Schreiben von Spielen

Erik Wolpaw ist bekannt für einige der besten Dialogzeilen der Gaming-Geschichte, sei es der hintergründige Humor in Portal oder die Voice-Lines in Left 4 Dead 2. Er trug außerdem zur Erzählstruktur und den Dialogen in Half-Life 2, einem Meilenstein von Valve, bei.
Daher hört man einem Half-Life 2-Autor zwangsläufig genau zu, wenn er über Creative Writing und künstliche Intelligenz spricht. In einer aktuellen Folge des MinMax-Podcasts verriet der langjährige Autor, dass ein kleines Team von Entwicklern bei Valve still und leise mit generativen KI-Tools experimentiert, um das Schreiben von Videospielen zu unterstützen.
Erik Wolpaw: „KI ist ziemlich schlecht im kreativen Schreiben.“
Im Podcast sagt er: „Eine kleine Gruppe von Leuten bei Valve hat sich ein paar KI-Sachen angesehen, und das hat mich eine Menge gelehrt.“ Dem Tonfall des Gesprächs nach zu urteilen, schien er nicht allzu besorgt zu sein, dass die KI seinen Job übernehmen könnte. Wolpaw sagt: „Ich mache mir derzeit keine Sorgen, dass KI das kreative Schreiben übernimmt, weil sie darin ziemlich schlecht ist.“
Wolpaw erklärt weiter: „Und das sage ich nicht nur aus einer defensiven Haltung heraus. Wir haben wirklich viel damit herumexperimentiert. Wie bei der Kunst gibt es viele Fragen, aber ich glaube nicht, dass sie – in absehbarer Zeit – Romane schreiben wird, die besser sind als jene von Menschen.“ Er vergleicht generative KI mit Schach-Bots, die von den „besten Spielern der Welt“ immer noch geschlagen werden können.
Während Wolpaw nicht davon ausgeht, dass KI das Potenzial hat, das gesamte Feld des Game-Writings zu übernehmen, sieht er durchaus Potenzial in anderen Aspekten der Spieleentwicklung. Im Gegensatz zu Filmen oder Romanen benötigen Spiele NPCs, die in Echtzeit auf die Aktionen der Spieler reagieren. Dies ist in vielen Spielen bereits weit verbreitet, könnte aber durch KI weiter verbessert werden.
Wolpaw führt weiter aus: „Wenn man genug Künstler auf ein Spiel ansetzt, können diese die Grafiken für ein Game oder fast jede andere Disziplin erstellen. Die Besonderheit beim Game-Writing ist, dass wir schon immer Charaktere simulieren mussten, die in Echtzeit auf das reagieren, was man tut.“ Er nennt als Beispiel Left 4 Dead, bei dem ein bestimmter Effekt einen Charakter dazu veranlasste, einen Satz zu sagen. Wolpaw sagt: „Der einzige Bereich, in dem KI meiner Meinung nach eine Untersuchung wert ist, ist das Game-Writing.“
Wolpaw stellte klar, dass die Arbeit bei Valve rein experimentell und informell sei. Er fügt hinzu: „Nur damit das klar ist: Das ist keine offizielle Initiative von Valve. Es geht nur darum, die besten Vorgehensweisen für die Technologie zu finden, zu der wir derzeit Zugang haben. Das sind nur ein paar Leute, die zusammensitzen und sagen: ‚Das ist eine verrückte Technologie. Es wäre irgendwie albern, wenn wir sie uns nicht zumindest ansehen würden.“










