„Valve hatte die Chancen zu ihren Ungunsten gestaltet“: Klage sieht Spieler durch Lootboxen systematisch benachteiligt

Valve ist derzeit in zwei aufsehenerregende Gerichtsverfahren verwickelt: zum einen in eine Klage der New Yorker Generalstaatsanwältin Letitia James, die im Februar 2026 eingereicht wurde, zum anderen in eine bundesweite Sammelklage der Kanzlei Hagens Berman. Im Fokus stehen dabei Lootboxen wie Cases in Counter-Strike 2, Treasures in Dota 2 sowie Supply Crates in Team Fortress 2.
Im Februar reichte die New Yorker Generalstaatsanwältin Letitia James Klage gegen Valve ein. Darin wirft sie dem Unternehmen vor, ein „Glücksspielsystem“ etabliert zu haben, das gezielt Minderjährige und Menschen mit eingeschränktem Urteilsvermögen anspreche.
Laut Klage erfüllen Valves Lootboxen nach US-Recht die Kriterien „klassischen Glücksspiels“. Als Beispiel führt James die Cases in Counter-Strike 2 an, die Spieler dazu bewegen sollen, Geld auszugeben – etwa durch zufällige Drops im Spiel, für deren Öffnung später Schlüssel gekauft werden müssen, oder durch den direkten Kauf solcher Cases. Hinzu kommt, dass auf Drittanbieter-Websites häufig nicht mehr regulär erhältliche Cases oder andere Lootboxen zu teils sehr hohen Preisen gehandelt werden.
In der Klage heißt es außerdem, dass die Unboxing-Animationen der Cases – mit ihren sogenannten Near-Miss-Effekten – psychologisch so gestaltet seien, dass sie das Gefühl klassischer Spielautomaten nachahmen. Die geforderten Maßnahmen dürften für viele allerdings drastisch wirken, zumal der Markt rund um Counter-Strike 2-Items ein geschätztes Handelsvolumen von mehr als 8 Milliarden US-Dollar erreicht haben soll. Letitia James fordert deshalb ein vollständiges Verbot von Lootboxen im Bundesstaat New York, Rückerstattungen für Verbraucher sowie eine Strafzahlung in Höhe des Dreifachen der mutmaßlich „illegalen“ Einnahmen von Valve.
Damit ist die Angelegenheit jedoch noch nicht abgeschlossen. Am 9. März 2026 reichte die Kanzlei Hagens Berman eine weitere Klage ein – diesmal in Form einer landesweiten Sammelklage gegen Valve.
Die Kanzlei Hagens Berman wirft Valve vor, „wissentlich ein unrechtmäßiges Glücksspielsystem über seine Lootbox-Mechanik zu betreiben“. Der Gründer und Managing Partner der Kanzlei, Steve Berman, erklärte dazu: „Verbraucher spielten diese Spiele zur Unterhaltung, ohne zu wissen, dass Valve die Chancen offenbar bereits zu ihren Ungunsten gestaltet hatte. Wir wollen Valve zur Verantwortung ziehen und den Verbrauchern ihr Geld zurückbringen.“
Die Sammelklage nennt mehrere wichtige Titel von Valve, darunter Counter-Strike 2, Counter-Strike: Global Offensive, Dota 2 und Team Fortress 2.
Ähnlich wie in der Klage des Bundesstaates New York heißt es auch in der Sammelklage aus Washington, Valve habe ein „bewusst entwickeltes und sorgfältig konstruiertes Einnahmemodell“ geschaffen. Zudem wird dem Unternehmen vorgeworfen, gewusst zu haben, dass sich auf der anderen Seite dieser Transaktionen auch Kinder befanden.
Steve Berman erklärte weiter: „Anstatt junge Spieler durch Altersverifikation oder die Zustimmung der Eltern zu schützen, sind wir der Auffassung, dass Valve das System so gestaltet hat, um ihnen noch mehr Geld aus der Tasche zu ziehen.“
Bislang hat sich Valve trotz der möglichen Folgen noch nicht öffentlich zu den Glücksspielvorwürfen oder den laufenden Gerichtsverfahren geäußert.











