Epic-Games-CEO Tim Sweeney hat sich zu den Geschäftsregeln von Steam geäußert – zu einem Zeitpunkt, an dem Valve ohnehin unter Druck steht. Das Unternehmen sieht sich derzeit in Großbritannien einer Sammelklage in Höhe von 656 Millionen Pfund gegenüber, in der es um Steams Preisgestaltung und Provisionen geht. Während das Verfahren läuft, reagiert Sweeney auf eine Diskussion darüber, wie Steam mit Zahlungen umgeht – und ob Entwickler tatsächlich faire Optionen haben.
Die Diskussion begann, nachdem Ryan Fleury, leitender Programmierer bei Epic Games, auf X seine Meinung zur 30 % Transaktionsgebühr von Valve teilte. Fleury erkläret, dass Valve eine so starke Marktposition habe, weil Steam über Jahre hinweg nützliche Funktionen und Dienste im Angebot hatte – viele davon kostenlos. Seiner Ansicht nach seien die höheren Preise „den Service wert“. Er fügte hinzu, dass, wenn jemand die Gebühr für zu hoch hält, er versuchen kann, mit einer günstigeren Alternative zu konkurrieren. Seiner Meinung nach ergibt es keinen Sinn, zur Bestrafung von Valve Regierungen einzuschalten, wenn es bereits Wettbewerb gibt.
Tim Sweeney widerspricht diesem Argument. Seiner Aussage nach liege das Problem nicht nur in der 30 %-Gebühr, sondern in Steams Regeln für Zahlungen. Laut Sweeney erlaubt Steam es Spielen nicht, Spieler auf andere Möglichkeiten zum Kauf von Inhalten hinzuweisen. Dadurch seien Entwickler gezwungen, Steams Zahlungssystem zu nutzen – und bei jedem Kauf Valves Anteil abzugeben.
Sweeney zieht außerdem einen Vergleich zu früheren Praktiken auf mobilen Plattformen. Apple und Google verlangten einst, dass alle In‑App‑Käufe über ihre eigenen Systeme abgewickelt werden – wobei sie jeweils einen Anteil erhielten. Später entschieden Gerichte, dass dieses Vorgehen nicht zulässig sei. Infolgedessen dürfen Entwickler auf iOS und Android inzwischen auf alternative Zahlungsmethoden hinweisen, bei denen Apple und Google keinen Anteil mehr erhalten.
Sweeney argumentiert, dass Valve mittlerweile der einzige große Store auf dem PC sei, der eine solche Regel weiterhin durchsetze. Zwar stimmt er zu, dass Stores eine Gebühr für den Verkauf eines Spiels verlangen dürfen – aber er hält es für unfair, auch bei sämtlichen künftigen In-Game-Ausgaben einen prozentualen Anteil zu fordern. Er fügt hinzu, es sei so, als würde man ein Auto kaufen – und müsste dem Autohaus anschließend bei jedem einzelnen Tankvorgang 30 % der Spritkosten abgeben.




















