Google will ChatGPT-Nutzer abwerben: Gemini übernimmt jetzt Chats und Erinnerungen

Google baut Gemini weiter aus. Mit neuen Importwerkzeugen will man nun den Wechsel von ChatGPT oder anderen KI-Apps zu Gemini erleichtern. Damit sollen sich Erinnerungen, Vorlieben und komplette Chatverläufe direkt aus anderen Anwendungen übernehmen lassen. Nutzer sollen somit beim Wechsel nicht mehr bei null anfangen müssen, sondern Gemini direkt mit bereits vorhandenem Kontext füttern können. Laut Google ist die neue Funktion ausschließlich für Privatkonten gedacht und wird seit dem 26. März 2026 schrittweise für die Gemini-App ausgerollt.
Der Import von Erinnerungen funktioniert über einen einfachen Umweg: Gemini liefert in den Einstellungen einen vorgeschlagenen Prompt, den Nutzer in ihrer bisherigen KI-App einfügen. Diese erstellt daraus eine Zusammenfassung wichtiger Informationen, die anschließend zurück in Gemini kopiert wird. Gemeint sind etwa Präferenzen, Beziehungen und persönlicher Kontext. Google nennt als Beispiele Interessen, den Namen eines Geschwisters oder den Ort, an dem jemand aufgewachsen ist.
Gemini analysiert diese Angaben und speichert sie für künftige Unterhaltungen. Zusätzlich lässt sich auch der bisherige Chatverlauf importieren. Dafür kann eine ZIP-Datei mit Gesprächen aus anderen KI-Diensten hochgeladen werden. Anschließend sollen sich frühere Unterhaltungen in Gemini durchsuchen und direkt fortsetzen lassen. Laut Heise darf die Datei eine Größe von 5 GB aber nicht überschreiten.
Wer mit ChatGPT oder Grok arbeitet, dürfte es damit deutlich leichter haben, Gemini in seinen Workflow einzubeziehen oder ganz auf Googles Dienst umzusteigen. Die Einführung dieser Funktion dürfte ein Versuch seitens Google sein, gezielt Nutzer von anderen KI-Plattformen abzuwerben. Dabei sollte man sich aber die Frage stellen, ob man bereit ist, seine persönlichen Daten einem weiteren Großkonzern anzuvertrauen – insofern man es nicht schon getan hat, was bei Google gar nicht so unwahrscheinlich ist. Google weist darauf hin, dass der Import für Nutzer in Europa und Großbritannien derzeit nicht verfügbar ist. Ob und wann die Funktion auch hierzulande ausgerollt wird, bleibt offen.










