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Sims-Schöpfer setzt trotz Finanzierungslücke weiterhin auf KI-Spiel "Proxi"

Ein Screenshot aus Proxi Yesterday's Tomorrow's You
ⓘ Gallium Studios
Ein Screenshot aus Proxi Yesterday's Tomorrow's You
Will Wright, der Schöpfer von Die Sims, treibt Proxi weiter voran, ein KI-gesteuertes "Gedächtnisspiel", das persönliche Erinnerungen der Spieler in eine navigierbare, von avatarähnlichen Proxies bevölkerte Welt verwandelt, trotz jahrelanger technischer Unsicherheit und Skepsis der Investoren.

Will Wright, der Schöpfer von Die Sims, SimCity und Spore, hat die letzten 10 Jahre damit verbracht, ein ehrgeiziges persönliches Projekt zu verfolgen, in das er Millionen von Dollar investiert hat. Nach der Mitbegründung von Maxis und der Entwicklung von Die Sims begann Wright im Jahr 2015 im Stillen mit der Arbeit an einem experimentellen Projekt namens Proxi: Yesterday’s Tomorrow’s You. Bislang hat er 30 Mitarbeiter entlassen, leitet derzeit ein unbezahltes Rumpfteam und sagt, er hätte „lieber ein glorreiches Scheitern als einen mäßigen Erfolg“.

Proxi: Yesterday’s Tomorrow’s You ist ein KI-gestütztes Spiel, das es Spielern ermöglicht, die eigenen Erinnerungen in eine digitale Welt zu verwandeln, wobei Avatare namens Proxies reale Personen aus dem eigenen Leben darstellen. Die Idee hinter Proxi: Yesterday’s Tomorrow’s You besteht darin, unterbewusste Verbindungen zwischen Erinnerungen zu erforschen und den eigenen Verstand zu kartieren. Die Entwicklung gestaltete sich jedoch schwierig.

Wright tat sich mit dem Co-Designer von "Where in the World is Carmen Sandiego?" zusammen und gründete Gallium Studios. Dort befassten sie sich intensiv mit Neurowissenschaften sowie Storytelling und konsultierten sowie interviewten Experten, um ein Team von 30 Personen zusammenzustellen. Das Projekt wurde auf der GDC 2018 vorgestellt.

Proxi: Yesterday’s Tomorrow’s You erwies sich jedoch als finanzielles Fass ohne Boden, da Wright eine Million Dollar aus eigenen Mitteln investiert hat, zusätzliche Millionen von verschiedenen Investoren nicht eingerechnet. Das Team der Gallium Studios arbeitete hart und experimentierte mit KI, um Erinnerungen zu sortieren sowie Szenen und Avatare zu erstellen. Doch der Geldfluss versiegte schließlich.

Da keine weiteren Investitionen erfolgten, entließen die Gallium Studios ihr gesamtes Team, als die Finanzierung im Oktober 2024 auslief. Ohne weiteres Personal führte Wright ein winziges, unbezahltes Rumpfteam an, darunter Elliot, Lead-Designer Adam Lopez und Produktmanagerin Jenna Chalmers, um Proxy: Yesterday’s Tomorrow’s You am Leben zu erhalten.

Im Gespräch mit Vulture sagte Wright, dass Proxi: Yesterday’s Tomorrow’s You „so ähnlich wie Frankenstein“ sei, da die Erinnerungen eines Spielers das „Gehirn“ des eigenen Proxi-Avatars bilden, der eine neue Welt erschafft.

Eine KI soll Spielern dabei helfen, Verbindungen herzustellen und Muster in den „verschachtelten Erinnerungen“ aufzuzeigen. Zum Beispiel könnte sie einen gewöhnlichen Tag mit einer Kindheitsangst oder einem turbulenten Familienereignis verknüpfen. Laut Wright könnten Proxies für Freunde, Familie oder sogar Vorfahren eines Tages über Ahnenforschungs-Websites miteinander interagieren.

Wright ist besorgt, dass sich Erinnerungen überschneiden könnten, und ist sich unsicher, wie das gesamte Projekt lebendig wirken soll. Investoren haben immer noch Schwierigkeiten, die Idee zu begreifen, so wie es einst viele bei Die Sims taten. Auch im Jahr 2026 ist Proxi noch weit von der Fertigstellung entfernt, während Wright weiterhin nach neuen Geldgebern sucht. Wright setzt immer noch auf Proxy und sagte: „Ich hätte viel lieber ein glorreiches Scheitern als einen mäßigen Erfolg.“

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> Notebook Test, Laptop Test und News > News > Newsarchiv > News 2026-03 > Sims-Schöpfer setzt trotz Finanzierungslücke weiterhin auf KI-Spiel "Proxi"
Autor: Rahim Amir Noorali, 30.03.2026 (Update: 30.03.2026)