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EU-Flottenziele: BMW auf Kurs, Wettbewerb unter Zugzwang

BMW ist der einzige deutsche Hersteller, der die verschärften Flottengrenzwerte einhält (Quelle: BMW):
BMW ist der einzige deutsche Hersteller, der die verschärften Flottengrenzwerte einhält (Quelle: BMW):
Die jüngste Analyse des Umweltinstituts ICCT zeigt eine deutliche Kluft bei der Einhaltung der europäischen CO₂-Grenzwerte. Während die BMW Group die verschärften Zielwerte für 2025 bereits unterschreitet, stehen andere große Automobilkonzerne vor erheblichen Herausforderungen. Um Milliardenstrafen zu vermeiden, müssen viele Hersteller ihren Absatz an Elektrofahrzeugen massiv steigern.

Die Europäische Union verfolgt mit den CO₂-Flottengrenzwerten das Ziel, den Verkehrssektor schrittweise zu dekarbonisieren. Seit dem 1. Januar 2025 greifen verschärfte Vorgaben, die eine Reduktion der durchschnittlichen Emissionen um 15 Prozent gegenüber dem Basisjahr 2021 fordern. Eine aktuelle Auswertung des International Council on Clean Transportation (ICCT) auf Basis der Neuzulassungen bis Ende 2025 (via Handelsblatt) verdeutlicht nun, welche Hersteller ihre Hausaufgaben gemacht haben.

Die wichtigsten Fakten im Überblick

  • Der EU-weite Zielwert sank 2025 von ca. 116 g/km auf rund 93,6 g/km.
  • BMW erfüllt als einziger großer deutscher Hersteller die individuellen Vorgaben.
  • Bei Zielverfehlung drohen 95 Euro pro Gramm und Fahrzeug.
  • Die EU erlaubt neuerdings eine Verrechnung über den Zeitraum 2025–2027.

BMW als Vorreiter im Branchenvergleich

Die BMW Group (inkl. Mini und Rolls-Royce) konnte laut ICCT-Daten ihren Flottenwert auf 91 g CO₂/km senken und liegt damit bereits unter ihrem individuellen Zielwert von 93 g/km. Diese Performance ist vor allem auf eine frühzeitige Strategie der technologischen Flexibilität und einen stabilen Absatz von Elektro-Modellen zurückzuführen. Im Gegensatz dazu weisen andere Konzerne teils deutliche Lücken auf:

  • BMW Group: 91 g/km
  • Stellantis: ca. 113 g/km
  • Volkswagen Konzern: ca. 123 g/km

Jährlicher Druck und neue Flexibilität

Die CO₂-Vorgaben steigen nicht linear, sondern in festgeschriebenen Etappen. Nach der aktuellen Senkung um 15 Prozent im Jahr 2025 folgt für 2030 eine Reduktion um 55 Prozent, bevor 2035 die Nullemissions-Vorgabe (entspricht 100 Prozent) greift. Um die Industrie vor unmittelbaren Milliardenstrafen durch die aktuelle E-Auto-Kaufzurückhaltung zu schützen, hat die EU-Kommission 2025 eine „Pooling-Lösung (EU-Verordnung 2019/631)“ über drei Jahre eingeführt. Hersteller müssen das Ziel nun im Durchschnitt der Jahre 2025 bis 2027 erreichen.

Fazit: Der Bericht unterstreicht, dass BMW durch eine konsequente Elektrifizierung einen strategischen Vorteil gegenüber der Konkurrenz erarbeitet hat. Während München bereits liefert, verschafft die EU-Kommission dem Rest der Branche durch die neue Dreijahresregelung lediglich eine Atempause, um den notwendigen Hochlauf der Elektromobilität doch noch zu realisieren.

Quelle(n)

Elektroauto-News via Handelsblatt (kostenpflichtig), Europäische Union Bildquelle: BMW

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> Notebook Test, Laptop Test und News > News > Newsarchiv > News 2026-01 > EU-Flottenziele: BMW auf Kurs, Wettbewerb unter Zugzwang
Autor: Andreas Jakobi,  6.01.2026 (Update:  6.01.2026)