Fazit zu den Fairbuds XL (Gen. 2)
Die Fairbuds XL (Gen. 2) überzeugen vor allem dort, wo andere Kopfhörer kaum punkten: bei Reparierbarkeit und Nachhaltigkeit. Austauschbarer Akku, generationsübergreifend kompatible Ersatzteile und robuste Verarbeitung sind echte Argumente. Dazu kommen die gelungene Joystick-Bedienung und ein ordentlicher Tragekomfort trotz hohen Gewichts.
Weniger überzeugend sind der dünne Tiefbass, das nur durchschnittliche ANC und der mäßige Transparenzmodus. Auch bei Ausstattung und Akkulaufzeit bietet die Konkurrenz teils mehr. Wer einen langlebigen und reparierbaren Over-Ear sucht, bekommt dennoch ein außergewöhnlich konsequentes Gesamtpaket.
Pro
Contra
Preis und Verfügbarkeit
Inhaltsverzeichnis
- Fazit zu den Fairbuds XL (Gen. 2)
- Spezifikationen: Fairbuds XL (Gen. 2)
- Gehäuse und Ergonomie - Fairbuds XL sind IP-zertifiziert
- Nachhaltigkeit - Die große Stärke der Fairbuds XL
- Ausstattung und Bedienung - Fairbuds XL ohne Auracast-Support
- Sound - Schlanker Sound mit klaren Mitten
- Akkulaufzeiten - Bis zu 30 Stunden Wiedergabe
Spezifikationen: Fairbuds XL (Gen. 2)
| Trageweise | Over-Ear |
| Konnektivität | Bluetooth 5.1 (Multipoint), USB-C |
| Lautsprecher | 40 mm dynamische Treiber, 20 - 20.000 Hz, 32 Ohm |
| Audio-Codecs | SBC, AAC, aptX, aptX HD |
| Akkuleistung | 800 mAh (wechselbar) |
| Ladeanschluss | USB-C |
| kabelloses Laden | nicht vorhanden |
| Gewicht | 330 g |
| Firmware-Version | V208 |
| Lieferumfang | Kopfhörer, Transportbeutel |
| Preis (UVP) | 249 Euro |
Gehäuse und Ergonomie - Fairbuds XL sind IP-zertifiziert
Optisch bleiben die Fairbuds XL der zweiten Generation ihrer Linie treu, wirken durch die überarbeiteten Materialien aber moderner als der Vorgänger. Erhältlich sind sie in Forest Green und Horizon Black. Vor allem das Grün verleiht den ansonsten recht wuchtigen Over-Ears einen eigenständigen Look. Statt des Kunstleders des Vorgängers setzt Fairphone beim Kopfbügel auf Netzgewebe und bei den Ohrpolstern auf ein weicheres Piqué-Gewebe.
Die Verarbeitung hinterlässt einen robusten Eindruck. Gelenke und Größenverstellung wirken stabil, die einzelnen Bauteile sitzen sauber zusammen. Die Ohrmuscheln lassen sich um 90 Grad drehen und der Kopfhörer für den Transport zusammenfalten. Allerdings fällt die Konstruktion vergleichsweise massiv aus. Mit rund 330 Gramm gehören die Fairbuds XL zu den schwereren Bluetooth-Kopfhörern.
Beim Tragekomfort machen sich die neuen Stoffpolster positiv bemerkbar. Sie fühlen sich weich an und sind luftiger als die Kunstlederpolster des Vorgängers. Das hohe Gewicht verschwindet dadurch allerdings nicht. Zusammen mit dem recht kräftigen Anpressdruck können sich die Fairbuds XL bei längeren Hörsessions durchaus bemerkbar machen. Dafür sitzen sie sicher auf dem Kopf, und der verstellbare Bügel bietet reichlich Spielraum.
Ein Pluspunkt für den Alltag ist die IP54-Zertifizierung. Damit sind die Fairbuds XL gegen Staub und Spritzwasser beziehungsweise leichten Regen geschützt. Komplett wasserdicht sind sie damit zwar nicht, einen Regenschauer oder eine schweißtreibende Trainingseinheit müssen sie aber nicht fürchten.
Nachhaltigkeit - Die große Stärke der Fairbuds XL
Bei der Nachhaltigkeit spielen die Fairbuds XL ihre größte Stärke aus. Statt den Kopfhörer als weitgehend geschlossene Einheit zu konstruieren, setzt Fairphone auf einen modularen Aufbau. Insgesamt lassen sich neun Komponenten als Ersatzteile austauschen: Akku, Verbindungskabel zwischen den Lautsprechern, Abdeckungen der Ohrmuscheln, Kopfbügel, Bügelabdeckung, Ohrpolster, die beiden Bügelbasen sowie das linke und rechte Lautsprechermodul. Selbst Platine und USB-C-Modul sind grundsätzlich reparierbar, deren Austausch ist allerdings Fachleuten vorbehalten. Besonders praktisch: Der Akku lässt sich ohne Werkzeug entnehmen.
Bemerkenswert ist, dass Fairphone dieses Konzept auch beim Generationswechsel beibehält. Die Ersatzteile der zweiten Generation sind rückwärtskompatibel mit den Fairbuds XL von 2023. So lassen sich beispielsweise die neuen Lautsprechermodule mit ihren überarbeiteten 40-mm-Treibern in den alten Kopfhörer einsetzen. Umgekehrt können Nutzer etwa die PU-Leder-Ohrpolster der ersten Generation mit dem neuen Modell kombinieren. Damit lassen sich nicht nur defekte Komponenten ersetzen, sondern ältere Fairbuds XL teilweise mit Komponenten der neuen Generation aufrüsten.
Auch bei den Materialien legt Fairphone nach. Nach Herstellerangaben bestehen die verwendeten Kunststoffe zu mehr als 80 Prozent aus Recyclingmaterial, beim Aluminium sind es 92 Prozent. Die Magnete enthalten zu 100 Prozent recycelte Seltene Erden, beim Lötzinn setzt Fairphone vollständig auf recyceltes Zinn. Hinzu kommen unter anderem Fairtrade-Gold sowie über Credits bezogenes faires Kobalt, Kupfer und Silber. Die Endmontage erfolgt laut Fairphone mit erneuerbarer Energie.
Dazu passt die Garantiepolitik: Ab Werk gewährt Fairphone auf die aktuelle Generation zwei Jahre Garantie. Wer die Fairbuds XL kostenlos beim Hersteller registriert, erhält ein zusätzliches Jahr und kommt damit auf insgesamt 36 Monate Garantie. Die Verlängerung gilt für die 2025 eingeführten Varianten Horizon Black und Forest Green, nicht für die Fairbuds XL von 2023. Wichtig ist außerdem: Der Akku ist von dieser dreijährigen Abdeckung ausgenommen und besitzt eine eigene Garantiefrist von einem Jahr.
Ausstattung und Bedienung - Fairbuds XL ohne Auracast-Support
Bei der Ausstattung konzentriert sich Fairphone auf die wesentlichen Funktionen. Die Fairbuds XL funken weiterhin mit Bluetooth 5.1 und unterstützen neben SBC und AAC auch aptX HD. LDAC oder modernere Bluetooth-LE-Funktionen wie Auracast fehlen dagegen. Letzteres wird sich auch nicht per Update nachreichen lassen, da Auracast Bluetooth 5.2 voraussetzt. Praktisch ist Dual-Multipoint: Die Kopfhörer können gleichzeitig mit zwei Geräten verbunden bleiben, etwa Notebook und Smartphone. Die Funkreichweite gibt Fairphone mit bis zu zehn Metern an. Musik lässt sich nicht nur drahtlos übertragen. Der USB-C-Anschluss dient neben dem Laden auch zur kabelgebundenen Audiowiedergabe, das funktioniert sogar bei leerem Akku. Ein entsprechendes USB-C-Kabel gehört allerdings nicht zum Lieferumfang.
Eine der angenehmsten Eigenheiten der Fairbuds XL ist die Bedienung. Auf der rechten Ohrmuschel sitzt ein kleiner Joystick, der sich deutlich intuitiver bedienen lässt als manche Kombination aus Touch-Gesten und mehrfach belegten Tasten. Nach oben oder unten bewegt verändert er die Lautstärke, nach links und rechts lässt sich zwischen Titeln wechseln. Ein Druck startet oder pausiert die Wiedergabe. Auch Anrufe und weitere Funktionen lassen sich darüber steuern. Im Test reagiert der Joystick zuverlässig und gibt durch seine mechanische Bewegung eine eindeutige Rückmeldung.
Daneben gibt es eine separate, gut ertastbare Taste für die Geräuschkontrolle. Damit lässt sich zwischen ANC, Ambient-Modus und ausgeschalteter Geräuschunterdrückung wechseln. Die Intensität von ANC und Transparenzmodus lässt sich allerdings nicht einstellen. Sprachassistenten wie Google Assistant, Amazon Alexa und Siri werden ebenfalls unterstützt.
Weniger umfangreich fällt die Fairbuds-App aus. Sie bietet verschiedene Klang-Presets sowie einen anpassbaren 5-Band-Equalizer. Viele Komfortfunktionen, die in dieser Preisklasse inzwischen verbreitet sind, sucht man jedoch vergeblich. So gibt es beispielsweise keine Trageerkennung. Immerhin schalten sich die Kopfhörer nach 30 Minuten Inaktivität selbstständig aus.
Sound - Schlanker Sound mit klaren Mitten
Klanglich präsentieren sich die Fairbuds XL eher schlank als bassbetont. Vor allem im Tiefbass fehlt es an Druck und Fundament. Kickdrums und elektronische Bassläufe besitzen dadurch weniger Wucht, als man von einem großen Over-Ear-Kopfhörer erwarten könnte. Dieser Eindruck zeigt sich auch in unserer Pink-Noise-Messung: Zu tiefen Frequenzen fällt der Pegel deutlich ab, während insbesondere die Mitten stärker hervortreten.
Dadurch rücken Stimmen und viele Instrumente vergleichsweise weit nach vorne. Das sorgt für eine gute Verständlichkeit, kann den Fairbuds XL je nach Aufnahme aber auch einen etwas dünnen Charakter verleihen. Wer einen warmen, druckvollen oder ausgeprägt bassstarken Kopfhörer sucht, dürfte mit der Abstimmung daher weniger glücklich werden.
Mit einem THD von lediglich 0,053 Prozent bleiben harmonische Verzerrungen auf niedrigem Niveau. Der deutlich höhere THD+N-Wert von 0,76 Prozent ist vor allem auf den Rauschanteil der Messung zurückzuführen.
Bei Videos bleiben Bild und Ton unauffällig synchron, Stimmen sind klar verständlich. Bei Telefonaten liefern die Mikrofone in ruhiger Umgebung eine ordentliche Sprachqualität, bei Umgebungslärm lässt die Verständlichkeit nach. Das ANC reduziert konstante Geräusche, gehört aber nicht zur Spitzenklasse. Stimmen dringen weiterhin deutlich durch. Der Transparenzmodus erfüllt seinen Zweck, klingt jedoch etwas dumpf und wenig natürlich.
| Loudspeakers | |
| THD | |
| Fairbuds XL (RMS: -0.4 dBFS) | |
| Nothing Headphone (a) (RMS: -2.3 dBFS) | |
| Teufel Real Blue TWS 3 (RMS: -0.9 dBFS) | |
| THD+N | |
| Fairbuds XL (RMS: -0.4 dBFS) | |
| Teufel Real Blue TWS 3 (RMS: -0.9 dBFS) | |
| Nothing Headphone (a) (RMS: -2.3 dBFS) | |
* ... kleinere Werte sind besser
THD (Total Harmonic Distortion): Die harmonischen Verzerrungen beziffern die Größe der Anteile, die durch nichtlineare Verzerrungen (Oberschwingungsanteil) in Relation zum Originalsignal entstehen. THD nimmt dabei lediglich Bezug auf den Grundschwingungsanteil. Der Klirrfaktor wird häufig im gleichen Atemzug genannt, bezieht sich jedoch auf das Gesamtsignal.
THD+N (Total Harmonic Distortion + Noise): Dieser Wert ist vergleichbar mit THD, jedoch wird zusätzlich zu den Störleistungen der Oberschwingen die des Rauschens als Effektivwert erfasst.
Für die Messung wird über den zu testenden Kopfhörer ein oberwellenarmes Sinussignal (1 kHz, > 0 dB) wiedergegeben, welches von einem linearen Messmikrofon (Messabstand: ca. 1 cm) in einem Kunstkopf erfasst wird.
Beide Werte werden in Prozent angegeben. Je geringer der Wert ist, umso besser ist die Signaltreue.
Fairbuds XL Audio Analyse
(+) | Die Lautsprecher können relativ laut spielen (85.4 dB)
Bass 100 - 315 Hz
(+) | guter Bass - nur 3.2% Abweichung vom Median
(+) | lineare Bass-Wiedergabe (4.9% Delta zum Vorgänger)
Mitteltöne 400 - 2000 Hz
(±) | zu hohe Mitten, vom Median 7% abweichend
(+) | lineare Mitten (4.3% Delta zum Vorgänger)
Hochtöne 2 - 16 kHz
(+) | ausgeglichene Hochtöne, vom Median nur 4.3% abweichend
(+) | sehr lineare Hochtöne (4.4% Delta zum Vorgänger)
Gesamt im hörbaren Bereich 100 - 16.000 Hz
(+) | hörbarer Bereich ist sehr linear (10.4% Abstand zum Median
Im Vergleich zu allen Geräten derselben Klasse
» 5% aller getesteten Geräte dieser Klasse waren besser, 1% vergleichbar, 93% schlechter
» Das beste Gerät hat einen Delta-Wert von 4%, durchschnittlich ist 23%, das schlechteste Gerät hat 136%
Im Vergleich zu allen Geräten im Test
» 5% aller getesteten Geräte waren besser, 1% vergleichbar, 93% schlechter
» Das beste Gerät hat einen Delta-Wert von 4%, durchschnittlich ist 23%, das schlechteste Gerät hat 136%
Nothing Headphone (a) Audio Analyse
(+) | Die Lautsprecher können relativ laut spielen (90.8 dB)
Bass 100 - 315 Hz
(+) | guter Bass - nur 3.3% Abweichung vom Median
(+) | lineare Bass-Wiedergabe (3.2% Delta zum Vorgänger)
Mitteltöne 400 - 2000 Hz
(+) | ausgeglichene Mitten, vom Median nur 1.7% abweichend
(+) | lineare Mitten (2.8% Delta zum Vorgänger)
Hochtöne 2 - 16 kHz
(+) | ausgeglichene Hochtöne, vom Median nur 4% abweichend
(+) | sehr lineare Hochtöne (4.1% Delta zum Vorgänger)
Gesamt im hörbaren Bereich 100 - 16.000 Hz
(+) | hörbarer Bereich ist sehr linear (6.9% Abstand zum Median
Im Vergleich zu allen Geräten derselben Klasse
» 1% aller getesteten Geräte dieser Klasse waren besser, 0% vergleichbar, 99% schlechter
» Das beste Gerät hat einen Delta-Wert von 4%, durchschnittlich ist 23%, das schlechteste Gerät hat 136%
Im Vergleich zu allen Geräten im Test
» 1% aller getesteten Geräte waren besser, 0% vergleichbar, 99% schlechter
» Das beste Gerät hat einen Delta-Wert von 4%, durchschnittlich ist 23%, das schlechteste Gerät hat 136%
Akkulaufzeiten - Bis zu 30 Stunden Wiedergabe
Mit einer Akkuladung sollen die Fairbuds XL bis zu 30 Stunden Musikwiedergabe (ohne ANC, mit sind es bis zu 26 Stunden) ermöglichen. Damit kommen sie problemlos durch mehrere Arbeitstage, zählen bei der Ausdauer aber nicht zu den Spitzenreitern ihrer Klasse.
Geladen wird über USB-C. Eine Schnellladefunktion sorgt nach kurzer Ladezeit wieder für mehrere Stunden Wiedergabe.
Transparenz
Die Auswahl der zu testenden Geräte erfolgt innerhalb der Redaktion. Das vorliegende Testmuster wurde dem Autor vom Hersteller unentgeltlich zu Testzwecken überlassen. Eine Einflussnahme auf den Testbericht gab es nicht, der Hersteller erhielt keine Version des Reviews vor der Veröffentlichung. Es bestand keine Verpflichtung zur Publikation. Als eigenständiges, unabhängiges Unternehmen unterliegt Notebookcheck keiner Diktion von Herstellern, Shops und Verlagen.
So testet Notebookcheck
Pro Jahr werden von Notebookcheck hunderte Laptops und Smartphones unabhängig in von uns standardisierten technischen Verfahren getestet, um eine Vergleichbarkeit aller Testergebnisse zu gewährleisten. Seit rund 20 Jahren entwickeln wir diese Testmethoden kontinuierlich weiter und setzen damit Branchenstandards. In unseren Testlaboren kommt ausschließlich hochwertiges Messequipment in die Hände erfahrener Techniker und Redakteure. Die Tests unterliegen einer mehrstufigen Kontrolle. Unsere komplexe Gesamtbewertung basiert auf hunderten fundierten Messergebnissen und Benchmarks, womit Ihnen Objektivität garantiert ist. Weitere Informationen zu unseren Testmethoden gibt es hier.




















