Für 5 Pfund gekauft: Xbox-360-Dev-Kit enthält riesige GTA IV-Beta mit gestrichenen Inhalten

Die Grand Theft Auto-Community hat erneut eine kuriose Entdeckung gemacht. Eine unscheinbare Xbox-360-Entwicklerkonsole wurde auf einem Flohmarkt in Edinburgh für gerade einmal 5 Pfund gekauft – und wie sich später herausstellte, befand sich darauf eine frühe Beta-Version von GTA IV aus dem November 2007 mit zahlreichen gestrichenen Inhalten.
Der Käufer, Janamatant, meldete sich daraufhin bei den GTAForums und begann, die Konsole mit der Aufschrift „Rockstar North Ltd.“ genauer zu untersuchen. Er veröffentlichte Bilder der als „Xbox 360 XDK“ gekennzeichneten Entwicklerkonsole, auf der ein angepasstes Dev-Betriebssystem lief und die mit einer 120-GB-Festplatte ausgestattet war. Darauf befand sich offenbar nur eine einzige riesige Datei: ein 118 GB großer GTA IV-Build aus dem November 2007. Janamatant stellte das komplette Archiv anschließend online, woraufhin die GTA-Community damit begann, die Daten systematisch zu durchforsten. In der Szene gilt der Fund bereits als einer der größten Durchbrüche der „GTA IV Beta Hunt“.
Bislang wurden einige interessante Inhalte entdeckt, die es nie in die finale Version geschafft haben. So enthält die GTA IV-Beta unter anderem Hinweise auf ein frühes Fährsystem, das zwar in den ersten Trailern des Spiels zu sehen war, es letztlich aber nicht in die Release-Version schaffte.
Fans können sich nun die vollständigen Modelle und Texturen der Boote ansehen, die ursprünglich NPCs durch Liberty City befördern sollten. Außerdem enthält die Beta eine unveröffentlichte Liste von Radiosendern mit einer abweichenden Auswahl an Songs und DJ-Ansagen, die es ebenfalls nicht in die fertige Version geschafft haben.
Besonders kurios ist jedoch: Der frühe GTA IV-Build enthielt offenbar einen Zombie-Modus, über den Fans seit Jahren spekuliert hatten. In den Dateien finden sich frühe Zombie-Modelle, Krankenhausbetten, passende Animationen und Hinweise auf ein gestrichenes Minispiel namens „Z: Resurrection“. Rockstars ehemaliger Technikchef Obbe Vermeij ordnete das Material später allerdings eher als internen Test oder verworfenes Experiment ein.
Vermeij bestätigte, dass es sich bei dem Xbox-360-XDK tatsächlich um ein echtes Entwicklerkit handelt. Außerdem erklärte er, dass das Fährsystem erst relativ spät gestrichen wurde – vor allem wegen Problemen mit der NPC-KI sowie bei Kollisionen auf bewegten Plattformen. Zu den Zombies in GTA IV äußerte er sich dagegen deutlich vorsichtiger und sprach lediglich von einem internen Test beziehungsweise einem Experiment, das offenbar nie weiterverfolgt wurde.
Auf X schrieb er: „Sie sollten eigentlich wie ein Zug ständig hin und her pendeln. Am Ende kamen wir aber zu dem Schluss, dass das zu viele Probleme verursachen würde – vor allem bei Kollisionen und der KI von Fußgängern und Fahrzeugen, die sich auf einem anderen Fahrzeug befinden. Deshalb haben wir die Fähren gestrichen, obwohl sie noch im Trailer zu sehen waren.“










