Funkstörungen durch Spielzeug: EU-Test zeigt massive Regelverstöße

Produkte, die in den Verkehr gebracht werden, müssen in aller Regel teilweise doch sehr marktspezifischen Regularien entsprechen. Das betrifft Lebensmittel ebenso wie beispielsweise Autos, aber auch Spielzeuge. Arbeiten diese mit Funkwellen, dürften solche Spielzeuge nicht für Interferenzen sorgen. Für Journalisten sind diese Vorgaben bisweilen sehr vorteilhaft, da die Konformitätsbewertungen beziehungsweise deren Ergebnisse mehr oder weniger umfangreiche, aber immer immanent als vertrauenswürdig einzuschätzende Informationen zu noch nicht veröffentlichten Geräten an die Öffentlichkeit bringen.
Im Rahmen einer EU-finanzierten Kampagne zur Marktüberwachung wurden 88 funkgesteuerte Spielzeuge entsprechend getestet. 36 der 50 getesteten RC-Fahrzeuge entsprachen dabei nicht den Vorgaben, bei den funkgesteuerten Booten und Zügen fielen sogar alle 16 Geräte durch, bei den Walkie-Talkies und smarten Spielzeugen 14 von 16. Dabei gab es Abweichungen sowohl in Bezug auf die zulässige Sendeleistung als auch die Frequenzbereiche, in denen Signale generiert wurden.
Die Proben wurden durch die Marktüberwachungsbehörden in 13 Ländern gezogen, allerdings nicht in Deutschland. 67 Prozent der Proben stammten aus dem Onlinehandel, ein Drittel der Proben wurde in China gefertigt. Zusätzlich zu den Labortests zur Funkverträglichkeit wurde auch die Einhaltung weiterer Vorgaben geprüft. Konkret muss etwa die Bedienungsanleitung bestimmten Vorgaben entsprechen. Dort fielen 63 Prozent der Proben durch. Kombiniert mit den Laborproben entsprachen 71 Proben und damit stolze 81 Prozent nicht den vielfältigen Anforderungen - mit teilweise drastischen Konsequenzen. So wurden 22 Verkaufsverbote ausgesprochen, zudem erfolgten ICSMS-Listungen.
Quelle(n)
EU, Foto von Oleksandr Horbach auf Unsplash








