Garmin: Hardware-Revolution oder Software-Evolution bei Fenix 9 und Cirqa?

Garmin arbeitet sehr, sehr wahrscheinlich an einem neuen Feature namens Muscle Battery. Dabei gibt es durchaus verschiedene Spekulationen, was sich dahinter verbergen könnte - wir wollen an dieser Stelle eine definitiv spekulative, aber durchaus fundierte Einschätzung geben. Grundsätzlich gibt es unserer Einschätzung nach zwei Stoßrichtungen, in denen sich Garmin mit der Muscle Battery bewegen könnte, nämlich einmal auf eine verstärkte Software-Auswertung oder auch eine neue Sensorik. So dürfte zumindest der Begriff Muscle für Nutzer einer Garmin-Smartwatch nicht ganz unbekannt sein. So bietet Garmin bereits seit Jahren eine automatische Übungserkennung beim Krafttraining an.
Wir konnten diese über Jahre hinweg testen. Bei einer angemessenen Ausführung werden Übungen tendenziell recht gut erkannt, allerdings nicht immer zuverlässig. Auf der Muscle Maps lässt sich dann nach dem Trainig anzeigen, welche Muskelpartien wie beansprucht werden. Dabei gibt es mehrere Einschränkungen: So lassen sich Übungen natürlich nur dann erkennen, wenn die Uhr bewegt wird, was beispielsweise beim Beinheben oder der Beinpresse schlicht nicht der Fall ist. Die Intensität lässt sich zudem nur abschätzen.
Das ist ein massiver, struktureller Nachteil der Nutzung von derartigen Wearables beim Krafttraining: Beim Ausdauersport lässt sich die Belastung des kardiovaskulären Systems durch die Herzfrequenz recht genau erfassen. Beim Krafttraining ist selbst beim Muskelversagen nicht immer eine massive Erhöhung der Herzfrequenz gegeben. Mit Muscle Battery könnte Garmin damit vereinfacht gesagt auf Grundlage von mehr oder weniger belastbaren Zahlen versuchen, für eine Trainingsperiode - also etwa über eine Woche oder einen Monat - zu identifizieren, welche Muskelgruppen denn möglicherweise zu viel oder zu wenig beansprucht worden.
Womit Garmin zwar keine Revolution, aber zumindest eine Evolution im Bereich des Krafttrainings auslösen könnte, ist die tatsächliche Messung des Muskelsauerstoffs. Wir haben über derartige Sensoren schon berichtet. Gemessen wird, wie die Muskeln mit Sauerstoff versorgt werden. Bei körperlicher Belastung sinkt vereinfacht gesagt die Sauerstoffsättigung in den Muskeln. Diese nicht-invasive Analytik ermöglicht in Prinzip neue Einblicke, ist aber tendenziell recht unkomfortabel, da die genutzte NIR-Technik dann jeweils nur einen Muskel oder eine Muskelgruppe erfassen kann. Dementsprechend wären mehrere Sensoren nötig - und zwar im besten Fall für jede Übung mehrere, um dann auch zu erfassen, ob mit einer Übung auch die anvisierten Muskeln belastet werden.
Quelle(n)
Eigene, Bildquelle: Marcus Herbrich, Notebookcheck














