Google Gemini: PDFs aus dem Chat jetzt gratis selbst bearbeiten

Google hat der Gemini-App einen eingebauten Datei-Editor spendiert. Dokumente, PDFs, Präsentationen, Tabellen und Code, die Gemini im Chat erzeugt, lassen sich jetzt direkt im Gespräch öffnen und weiterbearbeiten, statt sie erst herunterzuladen und in einem anderen Programm zu korrigieren. Laut Googles Ankündigung vom 29. Oktober gilt das für alle Nutzer in allen Sprachen, in denen es die Gemini-App gibt. Ein Abo braucht es dafür nicht. Wir haben die Funktion am 1. November mit einem kostenlosen deutschen Google-Konto im Browser getestet, und der Editor war dort bereits aktiv.
So funktioniert der Editor im Chat
Wer Gemini um eine Datei bittet, bekommt sie als Vorschau direkt unter der Antwort. In unserem Test war das eine kurze PDF mit einer Einkaufsliste. Ein Klick in den Text genügt, um selbst etwas zu ändern. Markierst du eine Stelle, kannst du Gemini gezielt mit einer Änderung beauftragen oder eine Frage zu genau diesem Abschnitt stellen. Über das Vollbild-Symbol wird aus der kleinen Vorschau eine richtige Arbeitsfläche, und die fertige PDF lässt sich als Datei exportieren oder in Google Drive ablegen.
Auch im Gratiskonto, in dem Google die Modellauswahl seit dem 9. Oktober deutlich eingeschränkt hat, steht der Editor zur Verfügung. Googles eigenes Beispiel zeigt, wofür er gedacht ist. Man fotografiert handschriftliche Vorlesungsnotizen ab, lässt Gemini daraus einen Lernzettel als PDF bauen und korrigiert den anschließend von Hand oder per Anweisung.
Am Handy nur PDF, am Rechner alle Formate
Die Einschränkung steckt im Detail. In der mobilen App für Android und iOS bearbeitet Gemini ausschließlich PDFs. Google Docs, Google Sheets, Foliensätze, Markdown- und TXT-Dateien sowie Code gehen nur in der Web-Version unter gemini.google.com. Wer unterwegs eine Präsentation umbauen will, muss also an den Rechner. Googles Beispiele drehen sich zudem durchweg um Dateien, die Gemini selbst erzeugt hat. Ein vollwertiger Ersatz für Acrobat ist der Editor damit nicht.
Was in solchen Dateien besser nichts verloren hat
Bequemer heißt nicht privater. Alles, was in einer solchen Datei landet, gehört zum Chat und fällt unter dieselben Regeln wie jede andere Unterhaltung mit Gemini. Im Privacy Hub für Gemini-Apps rät Google selbst davon ab, vertrauliche Informationen einzugeben, die ein menschlicher Prüfer nicht sehen soll. Chats, die zur Prüfung angesehen wurden, bleiben selbst nach dem Löschen bis zu drei Jahre gespeichert, wie wir bereits erklärt haben. Kontoauszüge, Bewerbungsunterlagen oder Arztbriefe gehören deshalb nicht in eine Gemini-PDF. Für Einkaufslisten, Lernzettel oder den ersten Entwurf einer Präsentation taugt der Editor dagegen gut und spart den Umweg über ein zweites Programm.





