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HPs Omen Gaming-Laptop-Abo nutzt DRAM-Krise, um Profit aus Kunden mit finanziellen Problemen zu schlagen

HP vermietet Omen Gaming-Laptops in den USA, zwingt Kunden aber unvorteilhafte Bedingungen auf.
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HP vermietet Omen Gaming-Laptops in den USA, zwingt Kunden aber unvorteilhafte Bedingungen auf.
HP will Profit aus Kunden schlagen, die sich einen Gaming-Laptop nicht mehr leisten können. Denn HP hat in den USA damit begonnen, Laptops, Monitore und Zubehör zu vermieten, allerdings zu Preisen und Bedingungen, die geradezu räuberisch sind.
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Konsumenten kämpfen seit Monaten mit rapide steigenden Preisen von Arbeitsspeicher und SSDs, was zwangsläufig auch zu teureren Laptops und Desktop-PCs führt – kein Wunder, wenn der größte Teil der weltweiten DRAM-Produktion von AI-Giganten in Beschlag genommen wird. HP wittert in dieser Krise offenbar eine Möglichkeit, ohnehin schon verzweifelten Kunden noch mehr Geld aus der Tasche zu ziehen.

Denn HP hat in den USA damit begonnen, Omen Gaming-Laptops zu vermieten. Während derartige Abo-Modelle nicht zwangsläufig ein schlechtes Angebot sein müssen, sind HPs Preise und Konditionen alles andere als kundenfreundlich. Das beginnt schon bei der Tatsache, dass es keine Möglichkeit gibt, das gemietete Gerät jemals zu besitzen, anders als beispielsweise bei Apples iPhone Upgrade-Programm, bei dem das gemietete Gerät nach 24 Monaten ohne Upgrade ins Eigentum des Kunden übergeht.
 

Kauf ist nach nur 19 Monaten günstiger

Anders als bei Apple umfasst das Abonnement bei HP auch keine Versicherung gegen Diebstahl oder versehentliche Beschädigung – wird der gemietete Gaming-Laptop gestohlen, muss der Kunde diesen bezahlen. HP bietet lediglich eine Garantie, die Schäden abdeckt, an denen der Kunde keine Schuld trägt. Wer sich für dieses Abonnement entscheidet, bezahlt mindestens 49,99 US-Dollar pro Monat. Im günstigsten Abo ist ein HP Victus 15 Gaming-Laptop mit Ryzen 7 8845HS und GeForce RTX 4050 Laptop-GPU enthalten, das direkt bei HP ansonsten 949 US-Dollar kostet.

Wer sich für den Kauf statt das Abo entscheidet, kommt also schon nach 19 Monaten günstiger davon. Da ist auch die Upgrade-Möglichkeit nicht mehr besonders attraktiv, welche das Abo nach zwölf Monaten bieten soll, denn mit dem Verkauf des gebrauchten Laptops lässt sich bei einem Upgrade ebenfalls sparen. HP vermietet sogar Zubehör – wer eine Maus, ein Headset und einen günstigen 27 Zoll 1.080p Gaming-Monitor möchte, bezahlt weitere 23 US-Dollar pro Monat, oder 276 US-Dollar pro Jahr.
 

Kündigen nach 30 Tagen ist praktisch unmöglich

Es gibt effektiv keine Möglichkeit, das Abo vor Ablauf eines Jahres zu kündigen. HP bewirbt zwar die Möglichkeit einer Kündigung, wenn ein Kunde davon Gebrauch macht, muss dieser aber den gesamten Restbetrag bis zum Ende der Laufzeit sofort bezahlen, und den Laptop zurückschicken. Eine echte Kündigungsmöglichkeit gewährt HP nur innerhalb von 30 Tagen nach Abschluss des Abos.
 

Abo richtet sich an Kunden, die keine Finanzierung erhalten

In einer Vergleichs-Tabelle deutet HP an, für wen dieses Abonnement letztendlich bestimmt ist – nämlich für Kunden, die aufgrund eines schlechten Credit Score in den USA keine Möglichkeit haben, einen Laptop mit einer Finanzierung zu kaufen. Damit versucht HP bewusst, Profit mit Menschen zu machen, die ohnehin schon in einer finanziell schwierigen Lage sind.

Anders als bei einer Finanzierung besteht bei diesem Abo nicht einmal die Möglichkeit, den Laptop zu verkaufen, um den Restbetrag zurück zu bezahlen. Wer sich für das teuerste Abo samt Zubehör entscheidet, muss also unter Umständen fast ein Jahr lang 150 US-Dollar pro Monat bezahlen, ohne einen Ausweg. Das HP Omen Gaming-Laptop Abonnement wird in Europa bisher nicht angeboten. Wie das Modell in den USA zeigt, empfiehlt es sich bei derartigen Abonnements aber dringend, die Bedingungen vor dem Abschluss genau zu studieren.
 

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> Notebook Test, Laptop Test und News > News > Newsarchiv > News 2026-02 > HPs Omen Gaming-Laptop-Abo nutzt DRAM-Krise, um Profit aus Kunden mit finanziellen Problemen zu schlagen
Autor: Hannes Brecher, 11.02.2026 (Update: 11.02.2026)