Halo: Combat Evolved erhält Online-Multiplayer auf Anbernic RG35XX H – 23-Spieler-Match mit bis zu 60 FPS

Das ursprüngliche Halo: Combat Evolved lässt sich dank mehrerer Updates für einen inoffiziellen nativen Port jetzt auch auf dem Anbernic RG35XX H im Online-Multiplayer spielen. Der Entwickler berichtet, dass er an einem öffentlichen Slayer-Match mit 23 Spielern auf der Karte Blood Gulch teilgenommen habe. Dabei erreichte das Spiel etwa 50 bis 60 FPS, wobei die Bildrate überwiegend zwischen 58 und 60 FPS lag.
Das Projekt basiert auf OpenCE, früher bekannt als halo-ce-universal. Dabei handelt es sich um ein Community-Projekt, das den Programmcode des ursprünglichen Xbox-Spiels durch Dekompilierung rekonstruiert. Anstatt die Xbox-Hardware zu emulieren, führt der Port nativen ARM64-Code auf dem Allwinner-H700-Prozessor und dem Mali-G31-Grafikchip des Handhelds aus.
Mit einem Update vom 6. Oktober wurden ein öffentlicher Serverbrowser, Online- und LAN-Multiplayer sowie Netzwerk-Koop für die Kampagne mit kompatiblen OpenCE-Versionen eingeführt. Dadurch kann sich der Handheld mit kompatiblen OpenCE-Installationen auf PCs oder anderen Handhelds verbinden. Zum Zeitpunkt der Ankündigung hatte der Entwickler den Online-Koop-Modus der Kampagne auf dem Handheld allerdings noch nicht selbst getestet.
Das darauffolgende Update vom 7. Oktober mit der Versionsnummer v2026.10.07 behebt mehrere Performance- und Kompatibilitätsprobleme. Unter anderem wurde die Unterstützung für muOS erfolgreich getestet. Dabei wurden Abstürze behoben, die zuvor in Menüs, beim Respawn und beim Pausieren des Spiels auftraten.
Darüber hinaus berichtet der Entwickler, dass der Serverbrowser dank einer optimierten Textdarstellung nun mit 60 statt zuvor 18 bis 26 FPS läuft. Die Angabe von 60 FPS bezieht sich dabei auf den Serverbrowser und nicht auf das eigentliche Multiplayer-Gameplay.
Weitere Änderungen sollen die begrenzten Hardware-Ressourcen des Handhelds entlasten. Verbesserungen bei der Shader-Verwaltung geben nach sechs Levels rund 50 MB zusätzlichen Arbeitsspeicher frei. Gleichzeitig wurde die Belastung durch den Audiomixer auf etwa ein Viertel des bisherigen Werts reduziert.
Dadurch läuft die Strandschlacht in der Mission The Silent Cartographer laut Entwickler unter muOS nun mit 33 bis 46 FPS, während zuvor lediglich 9 bis 23 FPS erreicht wurden. Unter Knulli kommt dieselbe Sequenz auf 45 bis 58 FPS. Die Werte stammen vom Entwickler selbst und können je nach Spielsituation und Konfiguration variieren.
Das Update behebt außerdem Grafikfehler, durch die Charaktermodelle verzerrt dargestellt wurden oder vollständig verschwanden. Auch ein Fehler, der verhinderte, dass die Musik nach einem Ladevorgang wieder einsetzte, wurde behoben.
Der Port ist über GitHub erhältlich. Dort stehen Pakete für Knulli und PortMaster zur Verfügung. Urheberrechtlich geschützte Spieldateien sind darin nicht enthalten, weshalb Nutzer die Originaldaten der Xbox-Version selbst bereitstellen müssen.
Obwohl sich das Projekt weiterhin in einem experimentellen Stadium befindet, bringen die jüngsten Updates Online-Multiplayer, eine breitere Firmware-Kompatibilität und erhebliche Performance-Verbesserungen auf einen kompakten Retro-Gaming-Handheld – ganz ohne herkömmliche Xbox-Emulation.














